Der Buchtipp der Woche

Lesen macht Spaß – aber welche Bücher lohnen sich wirklich? Angesichts der unüberschaubaren Flut von Büchern keine leichte Frage. Deshalb geben ab jetzt Stipendiaten von e-fellows.net die Antwort.

Bisher haben die Mitarbeiter von e-fellows.net in der Rubrik "Vorlesen!" ihre Lieblingsbücher vorgestellt. Weil uns daraufhin viele e-fellows von ihren eigenen Lese-Vorlieben geschrieben haben, kann nun jede Woche ein Stipendiat den anderen
e-fellows von seinem persönlichen Buchfavoriten erzählen.
Viel Spaß beim Lesen!

e-fellow Alexander

Ich bin...
Alexander Blum (23)

und studiere...
Physik an der Michigan State University.

Was ich am liebsten lese,...
Lange Romane, Geschichts- und auch Kochbücher.

Bücher, die ich nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde, sind...
solche, die mir im Klappentext versprechen, mein Leben zu verbessern oder meine Karriere in Gang zu bringen.

Neben Lesen mag ich auch...
Filme und Fussball (Dieses Jahr packt's Schalke!).

Wann ich in Leselaune bin...
Immer, egal ob im Bus, in der Warteschlange, im Bett oder in der Vorlesung.

Was ihr diesem Winter lesen solltet:

"Das Foucault'sche Pendel" von Umberto Eco.

Weshalb?
Ich lese gerne dicke Romane mit komplizierten Weltverschwörungstheorien. Die sind jedoch meistens literarisches Fastfood, das man nur mit schlechtem Gewissen lesen kann. Zudem ist man vom Ende meistens enttäuscht – so ging es mir zum Beispiel neulich erst mit dem Bestseller "Sakrileg". Gott sei Dank kann man das auch ganz anders machen: "Das Foucault'sche Pendel" ist in diesem Genre das Beste, was je geschrieben wurde – und geht noch weit darüber hinaus. Es erzählt die Geschichte von drei Verlagslektoren, die ein rätselhaftes Dokument aus dem 14. Jahrhundert über mysteriöse Tempelritter finden. Aus Spaß erdenken sie sich eine gigantische Verschwörung. Doch dann merken sie, daß jemand ihre Phantasien ernst nimmt und vor nichts zurückschreckt.
Das Buch ist fantastisch recherchiert. Man merkt auf jeder Seite, wie viel Spaß es Eco macht, die vorgebrachten Theorien zu konstruieren. Hinzu kommen Passagen, in denen Eco seine Charaktere über das Thema des Buches selbst nachdenken lässt. Und so ist der Roman nicht nur eine lehrreiche Reise durch die Welt der Verschwörungen und Geheimbünde, es stellt auch die grundsätzliche Frage: Warum wollen wir glauben? Eine Frage, die den Leser gerade nach dem genialen und überraschenden Ende noch eine Weile beschäftigen wird.

Fazit zum Buchtipp der Woche
Spannend, hochintelligent und zwei Klassen besser als jedes andere Buch über Tempelritter, Freimaurer und Konsorten. Denn es unterhält nicht nur, sondern stimmt auch nachdenklich.

 

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