Studieren mit George Washington
e-fellow Georg (24) studiert Jura in Augsburg und hat am Kooperations- programm der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg mit der George Washington University Law School teilgenommen. Über sein Leben in der amerikanischen Hauptstadt berichtet er hier.
Studium an der George Washington University
Der erste Blick auf die Karte von Washington D.C. überraschte mich: Die George Washington University liegt mitten im Zentrum der Stadt. Die Weltbank grenzt an das Unigelände und das Weiße Haus ist keinen Kilometer entfernt. In den Wochen vor meinem Abflug wurde aufgrund möglicher Anschlagspläne für die Weltbank die in den USA zweithöchste Sicherheitsstufe "Orange" aufgerufen. Deswegen war ich schon ziemlich gespannt auf die Sicherheitsvorkehrungen an der Uni selbst. Diese erwiesen sich jedoch als sehr zurückhaltend: Außer vielen Polizisten auf dem Unigelände und dem Fehlen jeglicher Briefkästen in der Umgebung bekamen wir Studenten von dem erhöhten Sicherheitslevel wenig mit.
Top-Ausstattung und –Betreuung sind Programm
Die Ausstattung der frisch renovierten Law School war beeindruckend. In der Eingangshalle stehen Leder-Couchen und an den Wänden hängen Flachbildschirme, die einem den Weg weisen oder über die Events des Tages informieren. Die Vorlesungssäle sind mit neuester Video- und Computertechnik ausgestattet. Und bei Computerproblemen kann man sich an einen Help Desk wenden. Auch der Umgang zwischen Professoren und Studenten war sehr konstruktiv: Die Professoren halfen mir bei jeder Frage sofort weiter. Jedoch erwarten die Dozenten dafür von jedem Studenten, die oft sehr zeitintensiven "Hausaufgaben" erledigt zu haben. Das verschulte System mit Aufrufen und Rückfragen in der Vorlesung war für mich am Anfang doch gewöhnungsbedürftig.
Freizeitaktivitäten auf dem Campus
Neben den Vorlesungen gibt es an der Uni eine große Auswahl an Freizeitaktivitäten und Clubs. Besonders gut gefiel die Mitgliedschaft bei den "George Washington Law Democrats", der Studentenvereinigung der Demokraten. Die Präsidentschafts-Wahlen fielen in die Zeit meines Aufenthalts in Washington. Und über diesen Club nahm ich an einigen sehr interessanten Wahlkampf-Vorträgen und Wahl-Veranstaltungen teil. Der Höhepunkt des Semesters war dann die Wahlparty am Wahlabend. Leider wurde die Stimmung dort mit dem Fortschreiten des Abends immer schlechter...
Was Washington sonst noch zu bieten hat
Neben dem meist zeitaufwändigen Studium sollte man sich genug Zeit nehmen, um die Stadt selbst kennen zu lernen. Dabei bekommt man die Anwesenheit politischer Größen auf Schritt und Tritt zu spüren. Oft ist kurzzeitig eine Straße gesperrt und als Wartender am Straßenrand sieht man dann Staats-Limousinen mit Polizei-Eskorte vorbeibrausen.
Besonders beeindruckt war ich von der Tatsache, dass alle großen Museen in Washington keinen Eintritt kosten. Sie alle gehören zur
"Smithsonian Institution", welche sich um die finanzielle Grundlage kümmert. Neben den teilweise sehr guten Ausstellungen gibt es noch viele Lesungen und Filme. in den Museen. Auch für Theater-Liebhaber hat die Stadt einiges zu bieten: Es gibt in D.C. alleine zwei Shakespeare-Theater, die beide einen Besuch wert sind. Für alle Theater und die Oper gibt es übrigens spezielle Angebote für Studenten, damit man für die Tickets nicht allzu tief in die Tasche greifen muss.
Was Washington finanziell abverlangt
Grundsätzlich ist das Leben für Studenten in Washington schon ein Stück teurer als in vergleichbaren deutschen Städten. Vor allem Lebensmittel kosten sehr viel. Aber im Vergleich mit anderen amerikanischen Großstädten ist D.C. eher günstig. Ich zahlte für meine Wohnung im Studentenviertel Georgetown 600 Dollar im Monat, jedoch inklusive gemeinschaftlicher Nutzung von Küche, Waschmaschine, TV und DSL. Die Lebenshaltungs- kosten belaufen sich pro Monat schnell auf ungefähr 1.200 Dollar. Wer die Studiengebühren selbst tragen muss, kann mit 15.000 Dollar pro Semester rechnen.
Mehr dazu im Netz:
George Washington University: www.gwu.edu
Smithsonian Institution: www.si.edu
Visitor Information Center: www.dcvisit.com
