Der Buchtipp der Woche

Lesen macht Spaß – aber welche Bücher lohnen sich wirklich? Angesichts der unüberschaubaren Flut von Büchern keine leichte Frage. Deshalb geben ab jetzt Stipendiaten von e-fellows.net die Antwort: Jede Woche stellt ein e-fellow sein Lieblingsbuch vor.

Allein im Jahr 2003 erschienen fast 81.000 neue Bücher. Das ist mehr, als ein Mensch in seinem ganzen Leben auch nur annä- hernd lesen könnte. Daher haben bisher die Mitarbeiter von
e-fellows.net in der Rubrik "Vorlesen!" ihre Lieblingsbücher vorgestellt. Weil uns daraufhin viele e-fellows von ihren eigenen Lese-Vorlieben geschrieben haben, kann nun jede Woche ein Stipendiat den anderen e-fellows von seinem persönlichen Buchfavoriten erzählen. Viel Spaß beim Lesen!

e-fellow Susanne

Ich bin...
Susanne Muck (28).

und promoviere in...
Jura.

Was ich am liebsten lese, sind...
Klassiker der französischen Literatur wie Dumas, Maupassant, Zola und Flaubert - herrlich romatisch und trotzdem nicht dämlich.

Bücher, die ich nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde, sind...
solche, die nicht halten, was sie verprechen. Wie Unter- haltungsliteratur, die nicht unterhält, sondern einfach nur platt ist. Oder geistvoll gemeinte Literatur, bei der sich der Autor dabei aufreibt, sein literarisches Vorbild zu kopieren, sowie sämtliche Bücher, auf deren Rückseite die "klare Sprache" des Autors gelobt wird - für mich ein Euphemismus für schlechten Stil.

Neben Lesen mag ich auch...
Sozial interaktive Verhaltensweise entfalten (also Freunde treffen und Bier trinken, mit und ohne höheres Ziel), Essen, ohne dick zu werden (gelingt allerdings nicht), Joggen und andere sportliche Betätigungen (gleicht das mit dem Essen aus), Schauspielern und nicht zuletzt Schreiben.

Wann ich in Leselaune bin...
Bei guten Büchern: immer und in jeder Lebenslage. Bei mäßigen Büchern: in Intervallen von drei bis vier Monaten. Bei schlechten Büchern: Das ist mir das letzte Mal unter- gekommen, als ich noch Klassenarbeiten in Englisch schreiben musste.

Was ihr diesen Winter lesen solltet:

"Schiffbruch mit Tiger" von Yann Martel.

Weshalb?
Yann Martel erzählt die zauberhafte Geschichte von Piscine Molitor Patel, einem indischen Jungen, der nicht nur einen ungewöhnlichen Namen trägt, sondern sich auch dadurch auszeichnet, dass er als praktizierender Hindu, Moslem und Christ ein recht eigenwilliges Verständnis von religiöser Identität hat. Prädestiniert für das Außergewöhnliche, widerfährt dem Protagonisten denn auch eine fantastische Geschichte: Gemeinsam mit dem bengalischen Tiger Richard Parker erleidet er Schiffbruch und kämpft sich sieben Monate lang zusammen mit seinem tierischen Begleiter über das Weltmeer. Humorvoll, fesselnd und mitunter grausam erzählt, lässt Yann Martels Roman die Suche nach der Realität zum Irrweg werden. Mit einem Augenzwinkern führt er den Leser durch die Geschehnisse, deren Wahrheit im Glauben an das Göttliche in uns allen liegt.

Fazit zum Buchtipp der Woche
Zum Träumen. Zum Wachwerden. Zum Anfangen und Nicht-Wieder-Aufhören-Wollen. Am Ende des Buches war mir Piscine Molitor Patel so sehr ans Herz gewachsen, dass es mir vorkam, als hätte ich einen Freund verloren, als ich die letzte Seite umblätterte.

 

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