Vorlesen!
Wir können es seit der ersten Klasse. Oder noch früher. Und wir tun es täglich. Ganz nebenbei, in Eile, mit Muße, gerne, ungerne, zur Information oder zum Spaß. Vor allem aber in den Ferien: Lesen.
Die jüngste Studie der Stiftung Lesen zeigt: 31 Prozent der deutschen Bevölkerung interessieren sich für Literatur. Mit dem Interesse alleine ist es aber noch nicht getan. Das gute, spannende, amüsante, herzerweichende, informative - kurzum - das ultimative Buch muss her.
Die Vorleser der Woche
Das kann so schwer nicht sein, haben wir von e-fellows.net uns gesagt. Und für euch "vor-gelesen". In den folgenden Wochen stellen wir dir Mitarbeiter aus allen Teams und ihre persönlichen Lieblingsbücher vor. Und weil Vielfalt erfreut und jeder Mensch individuelle Vorlieben hat, ist unsere Liste bunt gemischt – so wie auch unser Team.
Ich bin Michael Weyrich (24)
und arbeite in der Stipendiatenbetreuung als Werkstudent.
Was ich am liebsten lese... die "Groove" (Gott sei Dank immer noch kostenlos erhältlich in ausgewählten Plattenläden). Süddeutsche Zeitung, Seyfried Comics, Satire, soziologische und psychologische Fachliteratur.
Bücher, die ich nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde, sind... Ärzteromane, die an Tankstellen angeboten werden, oder auch die Zeitung mit den vier großen Buchstaben. Ach ja, und nicht zu vergessen die laut Prof. Dr. Nassehi (Soziologieprofessor an der Uni München, Anm. d. Red.) grauenhafte Literatur von Annette Treibel.
Neben Lesen mag ich auch... Jazz, Soul und Filme von Jean-Pierre Jeunet.
Wann ich in Leselaune bin... meistens dann, wenn ich dringend etwas anderes zu tun hätte. Zum Beispiel, wenn ich eine Hausarbeit schreiben muss.
Was ihr diesen Sommer lesen solltet: Herbert Rosendorfer "Briefe in die chinesische Vergangenheit".
Weshalb?
Wie sieht unser Land in 1.000 Jahren aus? Welche Überraschungen birgt die Zukunft? Diese Frage stellen sich auch zwei Gelehrte im China des 10. Jahrhunderts. Einer von ihnen macht sich auf eine Zeitreise. Da aber zur damaligen Zeit noch nicht bekannt war, dass die Erde rund ist, sind die Berechnungen nicht ganz richtig - und so landet er im München der heutigen Zeit. In Briefen hält der Mandarin seine Erlebnisse fest und schildert seine befremdlichen Impressionen aus dem "Reich der Großnasen".
Fazit vom Vorleser der Woche
Wunderbare Sicht eines Fremden auf den Münchener Alltag und unsere kulturellen Gepflogenheiten.
Der spezielle Blickwinkel ermöglicht dem Autor, viele Automatismen und Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen und schafft bisweilen eine skurrile Atmosphäre. Das Ergebnis ist subtile Gesellschaftskritik mit fast schon kulturrelativistischem Anspruch. Rosendorfer tritt jedoch keineswegs als Dogmatiker auf, sondern zeichnet mit viel Humor ein sympathisches Gesellschaftsbild. Eine Liebeserklärung an München und seine Eigenheiten.
