Der Buchtipp der Woche

Lesen macht Spaß – aber welche Bücher lohnen sich wirklich? Angesichts der unüberschaubaren Flut von Büchern keine leichte Frage. Deshalb geben ab jetzt Stipendiaten von e-fellows.net die Antwort.

Bisher haben die Mitarbeiter von e-fellows.net in der Rubrik "Vorlesen!" ihre Lieblingsbücher vorgestellt. Weil uns daraufhin viele e-fellows von ihren eigenen Lese-Vorlieben geschrieben haben, kann nun jede Woche ein Stipendiat den anderen
e-fellows von seinem persönlichen Buchfavoriten erzählen.
Viel Spaß beim Lesen!

e-fellow Constanze

Ich bin...
Constanze Westervoß (25)

und studiere...
den Master-Studiengang "European Culture and Economy".

Was ich am liebsten lese, sind...
Generell gefallen mir Bücher, die den Blick über den europäisch-amerikanischen Tellerrand hinaus erlauben. Ganz besonders gerne lese ich Bücher von T.C. Boyle mit seinem schrägen und makaberen Humor und seiner Liebe zum Detail. Daneben gefällt mir besonders John Steinbeck und das Einfühlungsvermögen, mit dem er das Dasein seiner Romanfiguren am Rande der Gesellschaft schildert.

Bücher, die ich nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde, sind...
ganz klar zunächst einmal Schundromane und Groschenheftchen. Aber auch um zu Horrorgeschichten zu greifen, müsste ich mich schon in großer literarischer Not befinden.

Neben Lesen mag ich auch...
Menschen! Und deshalb mag ich auch gerne jede Form von zwischenmenschlichen Aktivitäten und Reisen in ferne Länder und zu fremden Menschen. Gleich nach den Menschen kommen meine drei Hunde und ein Spaziergang mit ihnen.

Wann ich in Leselaune bin...
Eigentlich immer. Aber ganz besonders im Winter, wenn es früh dunkel wird und man sich schön bequem an einem Sonntagnachmittag mit einem guten Buch und einem heißen Kakao in den Sessel setzen und der Phantasie freien Lauf lassen kann.

Was ihr diesen Winter lesen solltet:

"Der Chronist der Winde" von Henning Mankell.

Weshalb?
Henning Mankell, eigentlich bekannt als Autor der Wallander-Romane, zeigt in diesem Buch, dass er auch ein guter Kenner des afrikanischen Kontinents ist. Der Roman erzählt die Geschichte von Nelio, einem zehnjährigen Straßenjungen in Mosambik, der um sein Leben erzählt: Er liegt mit einer Schusswunde auf dem Dach eines Hauses und weiß, dass er sterben wird, sobald seine Geschichte beendet ist. Und so erzählt er, wie Banditen sein Dorf überfielen und ihn zwingen wollten, seine Verwandten zu töten. Wie er floh, den Weg in die Hauptstadt fand und Anführer einer Bande von Straßenkindern wurde. Vor allem aber erzählt er vom Leben der Straßenkinder. Und vom Paradies, das auf keiner Landkarte verzeichnet ist und das man doch finden kann. Dabei schildert Mankell nicht nur eindrucksvoll das Leben eines Straßenjungen, sonders es gelingt ihm auch, die Atmosphäre einer afrikanischen Stadt einzufangen.

Fazit zum Buchtipp der Woche
Mit "Der Chronist der Winde" erzählt Mankell ein großes, afrikanisches Märchen. Eine wunderschöne Geschichte, gefühlsstark, wortgewaltig, schicksalsgeladen, die einen spannenden und zugleich erschreckenden Einblick in die Geschichte Mosambiks gibt.

 

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