Vorlesen!
Wir können es seit der ersten Klasse. Oder noch früher. Und wir tun es täglich. Ganz nebenbei, in Eile, mit Muße, gerne, ungerne, zur Information oder zum Spaß. Vor allem aber in den Ferien: Lesen.
Die jüngste Studie der Stiftung Lesen zeigt: 31 Prozent der deutschen Bevölkerung interessieren sich für Literatur. Mit dem Interesse alleine ist es aber noch nicht getan. Das gute, spannende, amüsante, herzerweichende, informative - kurzum - das ultimative Buch muss her.
Die Vorleser der Woche
Das kann so schwer nicht sein, haben wir von e-fellows.net uns gesagt. Und für euch "vor-gelesen". In den folgenden Wochen stellen wir dir Mitarbeiter aus allen Teams und ihre persönlichen Lieblingsbücher vor. Und weil Vielfalt erfreut und jeder Mensch individuelle Vorlieben hat, ist unsere Liste bunt gemischt – so wie auch unser Team.
Vorleser der Woche
Ich bin Jürgen Blasi (32)
und arbeite im Controlling und Projektmanagement.
Was ich am liebsten lese...
junge und alte Klassiker - zum Beispiel von Max Frisch und William Shakespeare.
Bücher, die ich nicht mit der Kneifzange anfassen würde, sind...
Liebesromane und Heldengeschichten mit kitschigem Pathos. Sachbücher und Ratgeber, die komplexe Sachverhalte auf Schwarz-Weiß-Kategorien reduzieren und simple Heilsbotschaften für die Probleme der Welt propagieren.
Neben Lesen mag ich auch...
Sport (alles, was mit Wasser zu tun hat), Motorrad fahren, Theater, Lachen.
Wann ich in Leselaune bin...
Sonntagmorgens im Bett und überall, wo Langeweile aufkommen könnte: in der U-Bahn, beim Zahnarzt...
Was ihr diesen Sommer lesen solltet...
"Sternstunden der Menschheit" von Stefan Zweig.
Warum?
"Immer müssen Millionen müßiger Weltstunden verrinnen, ehe eine wahrhaft historische, eine Sternstunde der Menschheit, in Erscheinung tritt". Vierzehn dieser Sternstunden stellt Stefan Zweig vor. Darunter sind große Ereignisse der Weltgeschichte wie die Eroberung von Byzanz, die Entdeckung des Pazifischen Ozeans oder Napoleons Scheitern in Waterloo. Aber auch die Entstehung von Händels Oratorium "Der Messias" und die Geschichte der französischen Nationalhymne sind dabei. Mit sprachlicher Eleganz und mitreißender Wortgewalt verleiht ihnen Stefan Zweig Würde und Erhabenheit. Er vermeidet es aber, sich auf ihre Kosten zu profilieren, "denn in jenen sublimen Augenblicken, wo sie vollendet gestaltet, bedarf die Geschichte keiner nachhelfenden Hand. Wo sie wahrhaft als Dichterin, als Dramatikerin waltet, darf kein Dichter versuchen, sie zu überbieten". Ein "Dichter" darf und soll aber Geschichte anschaulich vermitteln, und das gelingt Stefan Zweig auf hervorragende Weise: Er zieht die Leser in den Bann der Geschichte und macht sie zu Zeitzeugen, die hautnah die großen Augenblicke der Menschheit miterleben.
Fazit vom Vorleser der Woche
Die Sternstunden der Menschheit sind eine ideale Lektüre für zwischendurch. In den vierzehn Kapiteln taucht man jeweils ein in eine andere Zeit, eine andere Welt. Große Augenblicke der Menschheit, erzählt mit der sprachlichen Brillianz eines Stefan Zweig - das ist Lesevergnügen pur.
