Vorlesen!
Wir können es seit der ersten Klasse. Oder noch früher. Und wir tun es täglich. Ganz nebenbei, in Eile, mit Muße, gerne, ungerne, zur Information oder zum Spaß. Vor allem aber in den Ferien: Lesen.
Die jüngste Studie der Stiftung Lesen zeigt: 31 Prozent der deutschen Bevölkerung interessieren sich für Literatur. Mit dem Interesse alleine ist es aber noch nicht getan. Das gute, spannende, amüsante, herzerweichende, informative - kurzum - das ultimative Buch muss her. Kann so schwer ja nicht sein, dachte sich so mancher Leselustige.
Die Qual der Auswahl
Doch ein planloser Bummel durch die großen Buchhandlungen des Landes könnte sich als strapaziös für die Füße und als desaströs für die Leselust erweisen. Denn aus dem Meer der über 60.000 Neuerscheinungen pro Jahr das persönliche Superbuch zu fischen, ist wie Lottospielen. Der falsche Tipp ist ärgerlich und kostet Geld. Wie gut, wenn man da auf Empfehlungen zurückgreifen kann. Wie zum Beispiel von e-fellows.net.
Die Vorleser der Woche
In den folgenden Wochen stellen wir dir Mitarbeiter aus allen Teams und ihre persönlichen Lieblingsbücher vor. Und weil Vielfalt erfreut und jeder Mensch individuelle Vorlieben hat, ist unsere Liste bunt gemischt – so wie auch unser Team.
Vorleser der Woche
Ich bin Almut Münch (28)
und arbeite im Team Content&Projekte
Was ich am liebsten lese... gute Erfahrungsberichte unserer e-fellows natürlich. Dann alle Krimis, die nicht von Donna Leon und Henning Mankell sind. Und natürlich Umberto Eco.
Bücher, die ich nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde, sind... Formelsammlungen, die ich schon zu Schulzeiten nie verstanden habe.
neben Lesen mag ich auch... Erdbeer-Margarita, den Strand von Tel Aviv, alle Absolutely-Fabulous-Folgen der BBC und Swing.
Wann ich in Leselaune bin... Ganz einfach: sobald ich ein Buch sehe.
Was ihr diesen Sommer lesen solltet:
"The Frog King" von Adam Davies.
Weshalb?
Weil nicht nur Jakob Arjouni Märchen schreiben kann. Und weil Adam Davies seine Geschichte so erzählt, dass sie den Nerv unserer Generation trifft. Nämlich mit den Augen des Twenty-Somethings, des Jobhoppers und des Großstädters. Mit den Augen des gut ausgebildeten, hoch qualifizierten Berufsanfängers, der zwischen den Mühlen der Konkurrenz zerrieben wird. Mit den Augen Harry Driscolls, der Literaturwissenschaften und hundert andere Fächer studiert hat. Der Bestnoten in Regelstudienzeiten abräumte und nicht nur in Papierform ein Überflieger ist. Und der bald merkt: Ohne Beziehungen gibt es keine Beförderung, ohne Beförderung nicht genug Geld und ohne Geld keine weiteren Kredite und erst recht keinen sozialen Aufstieg. Nicht einmal eine anständige Wohnung mit eigenem Namensschild an der Türe. Idealismus ist eine Utopie der Wohlsituierten. Erfolg korrumpiert. Und Büchermachen ist ein Knochenjob, wenn man als ewiger Redaktionsassistent Joggerkalender redigieren muss. Harry erkennt auch, dass er zwar fast ebenso viele Wörter kennt wie der Merriam-Webster-Thesaurus listet, doch keines, das seine Gefühle für Evie auch nur annähernd beschreibt.
Fazit vom Vorleser der Woche
Adam Davies erzählt mit Verve und Inbrunst von der englischen Sprache und der Liebe, von New York, von Karrieren und Cocktailparties, von Obdachlosen und der Endometriose. Mal grimmig und aufmüpfig. Dann wieder heiter bis wolkig und frech bis ungezogen. Oder charmant und schurkenhaft – aber immer treffsicher. Davies Beschreibungen sitzen messerscharf, sein Witz ist so pointiert wie unverbraucht. Und die Dialoge zwischen Harry und Evie sind zum Auswendiglernen, Plagiieren und Immerwiederlesen wunderschön.
