Der Buchtipp der Woche

Lesen macht Spaß – aber welche Bücher lohnen sich wirklich? Angesichts der unüberschaubaren Flut von Büchern keine leichte Frage. Deshalb geben ab jetzt Stipendiaten von e-fellows.net die Antwort.

Bisher haben die Mitarbeiter von e-fellows.net in der Rubrik "Vorlesen!" ihre Lieblingsbücher vorgestellt. Weil uns daraufhin viele e-fellows von ihren eigenen Lese-Vorlieben geschrieben haben, kann nun jede Woche ein Stipendiat den anderen
e-fellows von seinem persönlichen Buchfavoriten erzählen.
Viel Spaß beim Lesen!

Christian stellt sein Lieblingsbuch vor

Ich bin...
Christian Breyer (27)

und studiere...
Physik und Energiesystemtechnik an der TU Clausthal.

Was ich am liebsten lese,...
sind Bücher, die Geschichten jenseits des unmittelbar Wahrnehmbaren erzählen: also entweder ganz große Utopien und Gesellschaftsentwürfe oder Einzelschicksale, die tiefe Einblicke in sonst Verborgenes erlauben.

Bücher, die ich nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde, sind...
Fantasy- und Horrorschinken. An denen kann ich selbst im abgehangenen Zustand noch keine Reife erkennen. Außerdem habe ich mich mit dem Schullesebuch aus der Grundschule bis heute noch nicht versöhnt. Damit wurde ich so gequält, dass ich erst am Ende meiner Schulzeit wieder ernsthaft zu lesen begonnen habe.

Neben Lesen mag ich es auch,...
Zeit mit meiner Freundin und unserem Kater zu verbringen und lange schon nicht mehr gesehene Freunde zu besuchen. Außerdem mag ich es, die frische Luft mit Skiern, Inlinern, Rad, Berg- und Laufschuhen zu genießen und natürlich SciFi-Filme und –serien anzuschauen.

Wann ich in Leselaune bin...
Nach Erschöpfungszuständen, wie lästigen Prüfungen. Am besten sind ein paar Tage Zeit, einen Stapel Bücher vor mir und die Liege bei Sonnenschein im Garten.

Was ihr in diesem Frühling lesen solltet:

"Oskar und die Dame in Rosa" von Eric-Emmanuel
Schmitt.

Weshalb?
Oskar, ein zehnjähriger Junge, ist an Leukämie erkrankt und weiß auch, dass er daran sterben wird. Er hat große Schmerzen. Nicht nur wegen seiner Krankheit, sondern vor allem wegen der Erwachsenen, die zu feige sind, sich mit ihm und seiner Krankheit auseinander zu setzen. Nur mit Oma Rosa, einer liebevollen Betreuerin auf der Kinderstation, kann Oskar über die Dinge reden, die ihn bewegen. Sie bringt ihn auf die Idee, dem lieben Gott täglich zu schreiben und jeden Tag zu erleben, als wären es zehn Jahre. Oskar durchlebt nun erneut die Kindheit, die Unwägbarkeiten der Pubertät, die stürmischen Zwanziger, gefolgt von den verantwortungsvollen Dreißigern, die abgelöst werden von Midlife-Crisis, Abgeklärtheit und dem Schwinden der Kräfte. Oskar hat in seinen letzten Tagen eine größere Lebensfreude, als die meisten Gesunden sie jemals haben. Kurz vor seinem Tod schreibt Oskar: "Das Leben ist ein komisches Geschenk. Am Anfang überschätzt man dieses Geschenk, man glaubt, man lebt ewig. Später unterschätzt man es, man findet es kümmerlich, zu kurz, am liebsten würde man es wegschmeißen. Am Ende wird einem klar, dass es gar kein Geschenk ist, sondern nur geliehen."
Eric-Emmanuel Schmitt ist der erste Autor, von dem ich alles Verfügbare gelesen habe. Jede Geschichte hat ihren eigenen Charme und fällt durch ihre Einzigartigkeit auf. Es war kein einziger Fehlgriff darunter!

Fazit:
Die kleine Erzählung enthält die Lebensweisheit eines 80-Jährigen betrachtet mit dem Blick und aufgeschrieben mit den Worten eines Kindes. Viele Sorgen des Alltags erscheinen nun wieder so klein, wie sie wirklich sind.