Programmtypen
MBA ist nicht gleich MBA. Manche Führungskraft entscheidet sich nach ein paar Jahren Berufserfahrung für ein Vollzeitprogramm, oftmals unterstützt vom Arbeitgeber. McKinsey zum Beispiel bietet Mitarbeitern das Fellowship-Programm: Zwei Jahre arbeiten Berufseinsteiger für die Unternehmensberatung, im dritten Jahr werden sie für den MBA oder eine Promotion freigestellt. Andere machen den MBA berufsbegleitend als Teilzeitprogramm oder Fernstudium. Im Ganzen gibt es folgende Programmtypen:
1. Vollzeit-MBA
Vollzeit-MBA-Programme dauern in Europa in der Regel neun bis zwölf Monate. Ausnahmen sind die London Business School, die Universität Manchester und Birmingham (18 bis 24 Monate). In den USA sind 24 Monate Standard. Vollzeitprogramme setzen wenig bis gar keine Berufserfahrung voraus - Hochschulabschluss und Bewerbungsunterlagen mit Referenzen, Zeugnissen und dem Eignungstest GMAT) reichen in der Regel. Teilnehmer haben den großen Vorteil, in direktem Kontakt zu Kommilitonen und Dozenten zu stehen. Neben dem Fachlichen lernst du hier, im Team unter Zeitdruck zu arbeiten. Außerdem gewinnst du durch die enge Zusammenarbeit mit Studierenden und Dozenten aus anderen Ländern eine internationale Perspektive.
2. Teilzeit-MBA
In Teilzeitprogrammen finden die Kurse an Abenden oder Wochenenden statt, häufig auch kombiniert mit mehrtägigen Präsenzveranstaltungen. Damit kannst du das MBA-Studium parallel zum Beruf absolvieren. Der große Vorteil: Du hast keine Verdienstausfälle und behältst den Bezug zur Praxis. In der Regel setzen Teilzeitprogramme zwei bis drei Jahre Berufserfahrung voraus. Die durchschnittliche Studiendauer beträgt vier Jahre - je nach Hochschule kannst du sie bis auf zehn Jahre ausdehnen.
-
Executive MBA (EMBA):
Eine besondere Form des Teilzeit-MBAs ist der so genannte Executive MBA. Er richtet sich vorwiegend an Führungskräfte mit mehrjähriger Berufserfahrung - in der Regel fünf bis zehn Jahre. Sie haben meist ihr Potenzial schon in einem Fachbereich unter Beweis gestellt und möchten sich mit dem EMBA für übergreifende Management-Aufgaben qualifizieren. Die Teilnehmer sind in der Regel zwischen 35 und 45 Jahre alt. Weltweit die Nummer eins ist der EMBA der London Business School.
3. Fernstudium:
Der MBA per Internet ist die am schnellsten wachsende Form des MBA-Studiums. Das Programm kann als reines Fernstudium absolviert werden - alle Kurse und Übungen bearbeitest du dann übers WWW - oder auch einzelne Präsenzphasen enthalten. Der Fern-MBA ermöglicht damit höchste zeitliche und räumliche Flexibilität. Die Erfahrung von Teamarbeit und der direkte Austausch mit Kommilitonen und Dozenten bleibt jedoch etwas auf der Strecke. Durchschnittliche Studiendauer: drei Jahre.
Firmen-/Konsortial-MBA
Manche Unternehmen bieten einen MBA eigens für ihre Mitarbeiter an. Sind mehrere Unternehmen beteiligt, spricht man von einem Konsortial-MBA. Die Vorteile: Die beteiligten Unternehmen übernehmen häufig Teile der Studiengebühren oder stellen ihre Mitarbeiter für Lernphasen frei. Und die Programminhalte stehen in direktem Bezug zum Unternehmen. Beispiel hierfür ist der "European Partnership MBA" am Ashridge Management College in Großbritannien, ein Teilzeitprogramm in Kooperation mit Bosch, der Deutschen Bank, Lufthansa und Merck.
