Schritt für Schritt zum MBA

Ein MBA-Studium kostet eine Menge Zeit, Geld und Energie. Du solltest dir die Entscheidung deshalb sehr gut überlegen. Mindestens folgende Fragen solltest du für dich beantworten können.

Checkliste

  • Warum möchte ich ein MBA-Programm absolvieren?
  • Ist ein MBA-Studium wirklich der beste Weg zu meinem beruflichen Ziel?
  • Wann und in welcher Form möchte ich das MBA-Studium absolvieren (Vollzeit, Teilzeit, Fernstudium)?
  • In welchem Land möchte ich den MBA-Titel erwerben?
  • Welche Schule und welches Programm passen zu mir?
  • Bringe ich ausreichend Engagement, Selbstdisziplin und Ausdauer mit?
  • Bin ich bereit, eine Beeinträchtigung meines Privatlebens in Kauf zu nehmen?
  • Ist die Finanzierung sichergestellt?


Bewerbung
Die Bewerbung an einer MBA-Schule ist nicht ohne. Für die Zusammenstellung der einzelnen Unterlagen wirst du Zeit brauchen. Und wenn du die erste Hürde geschafft hast, warten ein bis zwei Interviews auf dich. Als Faustregel gilt: Bewirb dich so früh wie möglich. Folgende Unterlagen brauchst du für eine erfolgreiche Bewerbung:

  1. Bewerbungsformular
  2. Zeugnisse
  3. Referenzen
  4. Essays
  5. TOEFL und GMAT
  6. Financial Statement
  7. Interview

1. Bewerbungsformular

Du erhältst es beim Admissions Office oder über die Homepage der jeweiligen Schule. Neben detaillierten Angaben zu deiner Person werden hier auch deine akademischen oder beruflichen Leistungen gewünscht. Immer mehr Schulen bieten die Möglichkeit, das Bewerbungsformular auf ihrer Homepage auszufüllen und online zu übermitteln.

  • Am besten, du kopierst das Bewerbungsformular für den ersten Entwurf: Erst wenn alles stimmt, kannst du die endgültige Version schreiben.
  • Auch dein fertiges Exemplar solltest du kopieren: Nicht selten wird im späteren Interview darauf Bezug genommen. Dann ist es hilfreich, dass du deine eigenen Angaben noch im Kopf hast.

2. Zeugnisse

MBA-Schulen fordern häufig die beglaubigte Vorlage deiner Zeugnisse (Official Transcript oder Official Academic Records). Wende dich an deine Hochschule: Sie beglaubigt dir eine Fotokopie des Zeugnisses, die du deinen Bewerbungsunterlagen beilegst. Häufig erwarten Business-Schools jedoch auch Übersetzungen der Zeugnisse. Hierfür hast du zwei Möglichkeiten:

  • Attestierung und Beglaubigung: Der jeweilige Lehrstuhl oder das Prüfungsamt attestiert dir die Übersetzung als inhaltlich korrekt. Vom Akademischen Auslandsamt erhältst du die offizielle Beglaubigung.
  • Apostille: Du lässt deine Zeugnisse beim Landgericht durch einen dort anerkannten Diplom-Übersetzer übersetzen (oder deine eigene Übersetzung von ihm autorisieren). Er muss die von ihm unterzeichnete Übersetzung notariell bestätigen lassen. Beim Präsidenten eines Landgerichts kannst du damit schließlich – ein formloser Antrag genügt - eine so genannte Apostille beantragen - also eine beglaubigte Nachschrift eines Dokuments. Sie wird dann mit Siegel und Unterschrift an die Übersetzung geheftet und kommt im Ausland gut an. Vor allem für dein wichtigstes Dokument (zum Beispiel das Diplom-Zeugnis) macht die Apostille Sinn.

3. Referenzen

In den Referenzen geht es nicht darum, eine bekannte Persönlichkeit als Schirmherrn zu finden (auch wenn das nicht von Nachteil ist). Vielmehr wollen die Business Schools Hintergrundinformationen zu deinen akademischen und beruflichen Leistungen. Deshalb benötigst du mindestens zwei Referenzen, eine aus dem akademischen und eine aus dem beruflichen Bereich. Ein paar Tipps:

  • Die Aussteller der Referenz sollten dich kennen:
    Wie sollen sie sonst detaillierte Auskunft geben können? Viele Schulen möchten eine genaue Bewertung deiner Persönlichkeitsmerkmale: Wie wird deine Kreativität eingeschätzt, deine analytischen Fähigkeiten, deine Motivation und Intelligenz?
  • Referenzformulare:
    Manche Schulen bieten Vordrucke an mit Fragen wie: "In what areas does the applicant need improvement or growth?"
  • Auf jeden Fall in Englisch:
    Das Formular muss auf jeden Fall in einer Fremdsprache (meist Englisch) verfasst sein.
  • Ganz oben: die Erklärung
    Auf den Kopf schreibst du eine Erklärung, dass du auf Einsicht in das Gutachten zugunsten der völlig freien Meinungsäußerung des Beurteilenden verzichtest.

Dann reichst du es - vielleicht mit Unterlagen zu deinem Lebenslauf - an deinen Gutachter weiter. Von ihm erhältst du das Gutachten in versiegelter Form (Stempel und Unterschrift auf der Kouvert-Rückseite) zurück und legst es deinen Bewerbungsunterlagen bei.

4. Essays

In den meist dreiseitigen Essays hast du vielleicht am meisten Freiheit, dich selbst (positiv) darzustellen – abgesehen von den späteren Interviews. Am besten bereitest du dich mit dem Informationsmaterial der Schule vor, um deren Philosophie und Ansprüche kennen zu lernen. Dein Essay gibt dann Einblick in deine Lebens- und Berufsziele, deine Motivation, Interessen und Stärken. Häufig werden Fragen vorgegeben, die du in jeweils 10 bis 15 Zeilen beantwortest. Dein Essay für das IMD in Lausanne zum Beispiel ist wie folgt aufgebaut:

  • What do you consider to be your single most important achievement and why?
  • Please describe three situations, business or otherwise, in which you were involved and which were of importance to you. Explain why you view them as such (10-15 lines each).
  • Please comment on a situation where you failed to reach an objective and what you learned from it.
  • Please give a candid assessment of your personality.
  • What motivates you to seek an MBA education and why do you believe you should be admitted to the IMD MBA program?
  • If you are not admitted, what alternatives will you consider?
  • Please comment on the advantages and disadvantages of attending the IMD MBA program.
  • Please explain how you intend to finance your studies at IMD. What is your budget?

5. TOEFL und GMAT

Die Business Schools erwarten in beiden Tests exzellente und aktuelle Ergebnisse. Konkret:

  • TOEFL: Um ein Stipendium des DAAD oder der Fulbright Kommission zu erhalten, reichen Werte zwischen 225 bis 250 Punkte (paper-based 560 bis 600). Für die Top-Schulen der Rankings aber wird es anspruchsvoller: Scores über 250 Punkte (600) sind hier Standard. Dein Ergebnis darf nicht älter als zwei Jahre sein.
  • GMAT: Als gutes Ergebnis gelten Werte um die 630 Punkte. Für die Top-Schulen der Rankings aber solltest du mindestens 650 Punkte erzielen. Der GMAT darf nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Natürlich kannst du den Test auch mehrmals machen und dich steigern. Die Schulen erhalten jedoch immer die letzten drei Ergebnisse und ermitteln meist den Durchschnittswert. Außerdem erfahren sie auch, ob du einen Test abgebrochen hast.

6. Financial Statement

Häufig wollen die Business Schools sicher gehen, dass du die nicht unerheblichen Kosten für die Ausbildung auch aufbringen kannst. Hierzu verlangen sie eine Bankbestätigung zu deinen finanziellen Rücklagen. Die finanzielle Bürgschaft können sowohl Verwandte als auch dein Arbeitgeber geben (Stipendien und Darlehen erhältst du leider meist erst nach Aufnahme an einer Schule). Auch eine offizielle Bestätigung einer fördernden Institution kann ausreichen - zum Beispiel eines Stipendiengebers. Wichtig ist es, das offizielle Formblatt der jeweiligen Business School für die Bestätigung zu verwenden.

7. Interview

Viele Business Schools integrieren persönliche Gespräche in ihr Auswahlverfahren. Das jeweilge Admissions Office führt Interviews teils auf dem Campus, im Rahmen von MBA-Foren oder auch telefonisch. Teilweise führen die Interviews aber auch Alumni der Business School im jeweiligen Heimatland des Bewerbers durch. In jedem Fall wirst du versuchen, den bestmöglichen Eindruck zu machen. Lies dir zur Vorbereitung am besten die eigenen Unterlagen und die der Schule durch, denn nicht selten nehmen die Fragen darauf Bezug. Wichtig ist es, Interesse am Programm der Schule zu zeigen, ohne künstlich zu wirken. Selbstverständlich ist es, sich nach inhaltlichen Aspekten des Programms oder nach Kontakten zu Partnerunternehmen zu erkundigen.

 

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