Der Buchtipp der Woche

Lesen macht Spaß – aber welche Bücher lohnen sich wirklich? Angesichts der unüberschaubaren Flut von Büchern keine leichte Frage. Deshalb geben ab jetzt Stipendiaten von e-fellows.net die Antwort.

Bisher haben die Mitarbeiter von e-fellows.net in der Rubrik "Vorlesen!" ihre Lieblingsbücher vorgestellt. Weil uns daraufhin viele e-fellows von ihren eigenen Lese-Vorlieben geschrieben haben, kann nun jede Woche ein Stipendiat den anderen
e-fellows von seinem persönlichen Buchfavoriten erzählen.
Viel Spaß beim Lesen!

e-fellow Michael

Ich bin...
Michael Berger (28)

und promoviere...
in VWL an der Handelshochschule Leipzig.

Was ich am liebsten lese, sind...
Klassiker, deren Qualität sich über die Jahrhunderte gezeigt hat.

Bücher, die ich nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde, sind...
Dazu gehören leider 99 Prozent des Sortiments deutscher Buchhandlungen, also Sachen wie Hera Lind.

Neben Lesen mag ich es auch, ...
möglichst viel Zeit in der Natur zu verbringen.

Wann ich in Leselaune bin...
Ich brauche viel Zeit am Stück. Zehn Minuten vor dem Einschlafen reichen nicht. Am besten fange ich am frühen Abend an und konzentriere mich drei Stunden auf ein Buch.

Was ihr diesem Winter lesen solltet:

"Die Brüder Karamasow" von Fjodor Michailowitsch Dostojewski.

Weshalb?
Es ist ein sehr vielseitiges Buch, in dem die großen Themen, die die Menschheit bewegen, anschaulich an der - bis zur letzten Seite unglaublich spannenden und bewegenden - Geschichte der drei Brüder Dimitri, Iwan und Aljoscha behandelt werden: Liebe, Religion, Empathie und die Frage nach der wahren Natur des Menschen sowie der optimalen Gesellschaftsform.
Die drei Brüder haben sehr fein gezeichnete, klar abgegrenzte Charaktere. Dostojewski stellt mit ihnen unterschiedliche Menschenbilder vor, und gibt dem Leser die Möglichkeit, sich mit einem von ihnen zu identifizieren. Ich habe mich sofort mit einem der Protagonisten identifiziert und dann das Schicksal meines Helden atemlos verfolgt.
Das Buch reißt dich in einen Strudel, aus dem es kein Entkommen gibt - außer es zu Ende zu lesen. Wichtig ist allerdings, sich wirklich viel Zeit zu nehmen: Einen Monat lang jeden Tag eine Stunde habe ich gebraucht, um es zu lesen. Wer schon etwas von Dostojewski gelesen hat, dem kann ich sagen: Es handelt sich um sein definitiv bestes Buch, eine Synthese seines Lebenswerkes.

Fazit zum Buchtipp der Woche
Mein Fazit: Ein absolutes Muss! Dostojewskis Fazit: Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst.

 

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