Wirtschaftsprüfer

Interview mit Gudrun Lawrenz, Wirtschaftsprüfungsassistentin bei Deloitte in München

Gudrun Lawrenz (Deloitte)

Gudrun Lawrenz (26) studierte BWL an der FH München. Ihre Diplomarbeit schrieb sie bei Deloitte über Sinn und Zweck des Gesetzgebers beim Lagebericht. Mittlerweile hat sie sich auch für den Berufseinstieg beim Unternehmen entschieden - seit Oktober 2002 arbeitet sie dort als Wirtschaftsprüfungs-assistentin.


Wie kamen Sie darauf, bei Deloitte eine Diplomarbeit zu schreiben?
"Im November 2001 nahm ich an einem Projekt zwischen der FH München und Deloitte teil. Dort bearbeitete ich ein Fallbeispiel aus der Wirtschaftsprüfung und lernte Mitarbeiter von Deloitte kennen. Einen der Wirtschaftsprüfer rief ich später an und erkundigte mich nach einem Thema für meine Diplomarbeit. Der Rest verlief unkompliziert."

Welche Vorteile hatten Sie?
"Zum einen wurde ich super betreut. Meinen Wirtschaftsprüfer konnte ich fast ständig direkt ansprechen. Dazu stand mir die gesamte Infrastruktur von Deloitte zur Verfügung: die Bibliothek mit allen Standardwerken und freundlichen Bibliothekaren. Ein Laptop, den ich auch mit nach Hause nehmen durfte. Und natürlich Kopiergerät, Drucker, Internet-Zugang und E-Mail Adresse."

Was gefällt Ihnen besonders bei Deloitte?
"Am Anfang hatte ich eine gewisse Skepsis gegenüber den großen Firmen. Ich erwartete, dass die Mitarbeiter die Nase recht hoch tragen. Doch nichts dergleichen fand ich bei Deloitte vor. Es herrscht ein super Klima, jeder kümmert sich um einen und man kann jederzeit um Hilfe fragen."

Was gefällt Ihnen besonders an dem Beruf?

  • "...in kurzer Zeit einen Überblick über ein Unternehmen (Mandanten) zu bekommen. Das ist eine echte Herausforderung."
  • "...selbstständig und dennoch teamorientiert zu arbeiten."
  • "...Kontakt zu Menschen zu haben und mit den Mandanten eigenverantwortlich Gespräche zu führen, um die benötigten Informationen zu erhalten."

Christoph Maier, Professional bei Deloitte in München

Christoph Maier (Deloitte)

Christoph Maier (29) studierte BWL in Passau. Als Schwerpunkte hatte er Prüfungslehre und Bilanzierung, Steuerlehre und Wirtschaftsenglisch. Über das Absolventenbuch der Uni Passau wurde Deloitte auf ihn aufmerksam und nahm ihn gleich unter Vertrag.


So verlief mein erstes Jahr:

Der Einstieg:
Mein erster Arbeitstag war der 2. Januar 2001. Dementsprechend leer waren die Räume, während einer der Geschäftsführer mir die Firma zeigte. Ich wurde dennoch gut aufgenommen. In der ersten Woche wiesen mich mehrere Fachmitarbeiter ein und gaben mir einen Überblick über die Mandanten.

Sprung ins kalte Wasser
Schon in der zweiten Woche ging es zu einem kleineren Mandanten aus der IT-Branche. Drei Tage verbrachten wir zu zweit vor Ort, und ich erfuhr die ersten Grundlagen der Wirtschaftsprüfung.
Die nächsten zwei Wochen besuchte ich schon eine größeren Mandanten, diesmal aus der Automobilzulieferung. Alles war neu und ungewohnt, doch die Kollegen halfen mir sehr. Die allererste Frage war eigentlich immer: "Was ist im letzten Geschäftsjahr passiert und was hat sich im Vergleich zum vorigen Jahr geändert?"

Die erste Schulung
Im Folgenden ging es Schlag auf Schlag: Eine Prüfung folgte der anderen. Im Durchschnitt waren wir drei bis vier Leute, mal gab es größere Prüfungen, mal kleinere. Die längste war bei einer Immobiliengesellschaft und ging acht Wochen.
Anfang Juni nahm ich an einem einwöchigen Grundseminar in Paderborn teil, zu dem Mitarbeiter aus ganz Deutschland eingeladen waren. Inhalt war die Anwendung von moderner EDV-Software für die Wirtschaftsprüfung.

Nach der "busy season"
Wirtschaftsprüfung ist ein Saisongeschäft. Geprüft wird von Januar bis Ende Juni. Diese Zeit nennen die Wirtschaftsprüfer "busy season". Im Juli und August arbeitete ich an kleineren internen Projekten mit und erstellte Recherchen über neueste Entwicklungen in der Wirtschaftsprüfung. Im August hatte ich meine zweite Schulung, diesmal in Frankfurt. Wieder war die EDV ein Thema, vor allem aber ging es um das Training von Soft Skills. Wie man mit dem Mandanten umgeht, lernten wir in Rollen- und Gruppenspielen. Im September nahm ich mir dann den wohlverdienten Urlaub.

Oktober bis Dezember: Zeit der Vorprüfungen
Im letzten Quartal ging es wieder los und wir erstellten die ersten Vorprüfungen. Um im Frühjahr Zeit zu sparen, ist es üblich, Abläufe und Prozesse beim Mandanten schon vorher zu prüfen. Hier geht es weniger um Zahlen, sondern zum Beispiel darum, ob der Prozess Finanzmanagement beim Mandanten richtig funktioniert. Damit gewinnen wir Prüfungssicherheit. Im Januar 2002 ging es dann erneut in die heiße Phase.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Job?

  • "Ich habe viel Kontakt mit Menschen und sitze nicht nur den ganzen Tag im Büro und kümmere mich um Zahlen."
  • "Ich kann selbstständig arbeiten. Beim Mandanten werden zunächst die Prüfungsfelder aufgeteilt. Auch die neuen Mitarbeiter tragen von Anfang an die Verantwortung für einen Bereich und dokumentieren ihre Prüfungsschritte. Der Prüfungsleiter geht das Doku-Papier später nach dem Vier-Augen-Prinzip durch."

Wie viele Nächte verbringen Sie pro Jahr im Hotel?
"Deloitte ist mit 18 Standorten zum Glück über ganz Deutschland verteilt, so dass sich die Zahl der Reisen in Grenzen hält. Im Schnitt verbringt man ein Viertel des Jahres in Hotels."

Welche Nachteile bringt der Beruf mit sich?
"Für mich keine wesentlichen. Allerdings sind die extremen Arbeitsschwankungen im Jahr vielleicht nicht jedermanns Sache. In der heißen Prüfungsphase, Januar bis Mai, können es schon mal 50 Stunden pro Woche werden. In der anderen Jahreshälfte haben wir normale Arbeitszeiten."

 

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