Rund um die Formalia
In Sachen Einreise nach Japan müssen Austauschstudenten vor allem eines mitbringen: Zeit.
Obwohl sich die japanischen Behörden erfolgreich bemüht haben, die Einreiseprozeduren zu entschlacken, sollte man mindestens ein halbes Jahr vor dem Aufenthalt mit den Vorbereitungen beginnen.
Das richtige Visum
Kein Problem ist es, ein Touristenvisum für 90 Tage zu bekommen. Ohne Schwierigkeiten kannst du das auf 180 Tage verlängern.
Anders bei einem Studienaufenthalt: Ein Visum als Student musst du auf jeden Fall vor der Einreise nach Japan beantragen. Bist du einmal als Tourist mit einem entsprechenden Visum nach Japan eingereist, muss du das Land erst wieder verlassen, um deinen Visa-Status ändern zu können.
Um ein Studentenvisum zu erlangen, muss man ein so genanntes Certificate of Eligibility vorweisen. Dieses Zeugnis geben die japanischen Hochschulen bei erfolgreicher Aufnahme aus.
Organisierst du den Austausch über eine deutsche Partneruni, ist dies meist nur Formsache. In allen anderen Fällen muss man selber bei den japanischen Hochschulen vorstellig werden und einige Monate Bearbeitungszeit einplanen.
Von Bürgen und Stempeln
Beim Ausfüllen des Certificate of Eligibility stoßen Bewerber zum ersten Mal auf das Wort "Bürge". Bürgen spielen im japanischen öffentlichen Leben immer noch eine große Rolle, vor allem bei der Wohnungssuche oder der Eröffnung von Bankkonten. Bürge kann jeder sein, der seinen Wohnsitz in Japan hat und dort ein regelmäßiges Einkommen erzielt.
Auch hier gilt: Wird der Japan-Aufenthalt im Rahmen einer deutsch-japanischen Universitäts-Partnerschaft organisiert, ist der Bürge meist kein Problem: In der Regel bürgen die Dozenten der japanischen Partneruniversität. Ansonsten musst du dich selber um alle nötigen Kontakte vor Ort bemühen.
An vielen Straßenecken bieten Stempelmacher ihre Dienste an. Dies ist keine Reminiszenz an vergangene Zeiten. Der Unterschriftsstempel ist noch heute gang und gäbe. Auf vielen japanischen Formularen ist statt einer Unterschrift ein Stempelabdruck vorgesehen. Wer keinen Stempel (Hanko) besitzt, kann zwar durchaus auch per Hand unterschreiben. Doch tut man sich reichlich schwer, in die oft sehr kleinen Felder seine Lettern zu platzieren.
Registrierte Aliens
Äußerst wichtig ist auch, sich vor Reiseantritt um die Krankenversicherung zu kümmern. Das japanische Gesundheitsystem ist sehr teuer. Für einen regulären Touristenaufenthalt genügt es durchaus, sich durch eine private Auslandsreiseversicherung abzusichern.
Bei längeren Studienaufenthalten empfiehlt es sich jedoch, eine Police der japanischen staatlichen Krankenversicherung abzuschließen. Dann bezahlt man zwischen zwanzig und dreißig Prozent der Kosten selber. Vorsicht: Die Behandlung in einem Krankenhaus kostet schnell viele tausend Euro. Dann kann auch dieser Eigenanteil den finanziellen Ruin bedeuten.
Teilweise übernimmt die Association of International Education den Großteil der Selbstbeteiligung.
Auch hier sollte man sich vor Reiseantritt auf jeden Fall beim akademischen Auslandsamt, seiner Krankenkasse oder dem DAAD-Büro in Tokio informieren.
Sobald in Japan eine feste Adresse existiert, spätestens aber nach 90 Tagen Aufenthalt, musst du die örtliche Gemeindeverwaltung aufsuchen und eine so genannte "Alien-Registration" beantragen. Dieser Pass dient als eine Art Ersatzausweis und sollte während des Aufenthalts immer mit sich geführt werden.
