Kulturmanagement

Neuer Fulltime-Job
Lange Zeit war Kulturmanagement allenfalls ein Teilzeitjob: Kunstschaffende akquirierten nebenbei Sponsoren, Maler suchten ihre Galeristen und Orchester verwalteten ihre Budgets. Mittlerweile ist der wirtschaftliche Druck auf Bühnen, Museen und Stiftungen gewachsen: Der Staat verlangt ökonomisches Haushalten von Kulturinstitutionen, etwa durch Sponsoring, einträgliche Events oder effektive Werbung. Gefragt sind Künstler mit Management-Begabung oder Manager mit Kunstsinn. Kulturmanager sollen als Zwitterwesen die Kluft zwischen Kunst und Kommerz überbrücken.

Neuer Studiengang mit Tradition
Mittlerweile ist Kulturmanagement fast schon ein Klassiker unter den neuen Studiengängen: 1989 richtete die Hamburger Hochschule für Musik und Theater den Aufbaustudiengang "Kulturmanagement" ein. Im selben Jahr rief die Uni Passau das Fach "Sprachen-, Wirtschafts- und Kulturraumstudien" ins Leben. Mittlerweile hat sich das Fach etabliert. Mehr als ein Dutzend deutsche Universitäten und Fachhochschulen bieten Studiengänge in Kulturmanagement an. Die Studienplätze an renommierten Hochschulen sind begehrt und bieten fast schon eine Jobgarantie. Wer sich etwa für einen Platz in Hamburg, Weimar oder Passau bewirbt, muss ein Auswahlverfahren durchlaufen.

Zum Beispiel Passau
Der Studiengang in Passau ist die bekannteste Kulturmanagement-Ausbildung in Deutschland. Zurzeit studieren hier etwa 1.000 Studenten "Sprachen-, Wirtschafts- und Kulturraumstudien". Die Ausbildung richtet sich nach der künftigen Berufspraxis der angehenden Kulturmanager. Die Chancen der Passauer Absolventen auf dem Arbeitsmarkt sind gut, nicht zuletzt wegen des intensiven Hochschulmarketings des Fachbereichs und eines funktionierenden Alumni-Netzwerks. Der Studiengang soll die Studierenden für internationale Tätigkeiten in Industrie, Handel, Dienstleistungen, Tourismus und Medien qualifizieren.

Mehrere Sprachen
Das Studium ist interdisziplinär ausgerichtet und kombiniert eine wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung mit Geisteswissenschaften und Sprachtraining. Die angehenden Kulturwirte erlernen mindestens zwei Sprachen. Sie können sich auf einen bestimmten Kulturraum spezialisieren.

Gute Berufsaussichten
Die Passauer Studierenden schätzen das abwechlungsreiche Studium und die guten Berufsaussichten. Viele bringen schon Auslandserfahrung mit oder haben zuvor etwas anderes studiert. Das ganze Studium bildet eher Generalisten aus. Hinterher gehen die wenigsten tatsächlich in die Kulturverwaltung. Drei oder vier Jobangebote bekommen die Studierenden meist schon vor Ende des Studiums.

Kultur und Management
Die Verbindung der beiden Wörter klingt ansprechend, nach einer Verbindung von Musen und Moneten. Doch was macht eigentlich ein Kulturmanager? Allgemein gesprochen kümmern sich Kulturmanager um Verwaltung von Kunst und Kultur. Sie arbeiten im Musikgeschäft, Kunstmarkt, Museums- und Ausstellungswesen oder in der Kulturpolitik. Viele Kulturmanager finden Arbeit in internationalen Organisationen oder Großunternehmen. Die Liste der Unternehmen, die zum Beispiel Absolventen der Uni Passau anstellten, liest sich wie ein Who's Who der Global Player und reicht von Bertelsmann über Bosch bis zu DaimlerChrysler.

Mehr im Netz:

Kulturmanagement Network ist ein weltweiter Branchendienst für Kulturmanager. Die Site wartet mit detaillierten Hinweisen zu allen angebotenen Studiengängen und ausgezeichneten Literaturtipps auf.