Leben und Studieren in Brasilien
Öffentliche Sicherheit in den großen Städten ist in Brasilien ein ernstes Problem. Dabei liegt die Gefahr hauptsächlich darin, dass man als Ausländer nicht weiß, wo es gerade gefährlich ist. So kann ein Bummel im absolut überfüllten Stadtzentrum wegen gewaltbereiter Straßenkinder gefährlicher sein, als eine einsame Straße in der Peripherie. Deshalb sollte man sich unbedingt bei Einheimischen über gefährliche Ecken und Viertel informieren und deren Ratschläge einhalten.
Sonst gilt: Vernünftige Vorsicht walten lassen und sich nicht durch ständige Angst den Studienaufenthalt vermiesen. Dunkle Ecken, Favelas (Elendsviertel) und öffentliche Verkehrsmittel sind bei Nacht strikt zu meiden!
Täglich drei bis vier Stunden im Stau
Die Punkte Gewalt und Verkehrsstau solltest du bei deiner Studienortwahl mit berücksichtigen. Gewaltkriminalität ist in allen großen Städten ein Risikofaktor. Die Gefahr ballt sich jedoch ganz extrem in Rio und São Paulo. Insbesondere in São Paulo kommt der unerträgliche Verkehrsstau hinzu, der einen täglich bis zu drei oder vier Stunden in öffentlichen oder privaten Verkehrsmitteln sitzen lässt.
Wie wärs mit was Ruhigerem?
Deshalb sollte man sich ernsthaft Gedanken über alternative Studienorte machen: Studieren kannst du auch in den wesentlich reicheren Städte im Süden wie Porto Alegre oder dem landschaftlich sehr schönen und klimatisch angenehmen Florianópolis oder in Campinas im Bundesstaat São Paulo mit der berühmten öffentlichen Universität UNICAMP. Der Verfasser selbst hat sein Ergänzungsstudium in Belo Horizonte verbracht - einer Stadt, die für Touristen vielleicht nicht besonders attraktiv erscheinen mag. Zum Studieren und Leben ist sie aber aufgrund des angenehmen Klimas, der Größe (2,2 Millionen Einwohner) und der geringeren Gewaltkriminalität sicher keine schlechte Wahl.
Zeitraubend und überfüllt
Öffentliche Verkehrsmittel in Brasilien rauben einem viel Zeit. Sie sind außerdem völlig überfüllt und besonders in Rio und São Paulo bei Nacht ziemlich gefährlich. Wer länger in Brasilien bleibt, sollte über den Kauf eines Autos nachdenken. Gebrauchtwagen sind zwar im Vergleich zu Deutschland sehr teuer. Doch kann man den Wagen nach einem Jahr meist wieder gut loswerden. Und Benzin ist in Brasilien im Vergleich zu Deutschland sehr billig.
Bezahlbare Alternative
Auf Langstrecken ist das brasilianische Bussystem sehr gut ausgebaut und auch bezahlbar. Inlandflüge werden ebenfalls immer billiger (Belo Horizonte - Rio ab 35 Euro pro Strecke). Zum Reisen in der Umgebung ist ein eigener Pkw natürlich bequemer, besonders wenn man die Naturparks kennen lernen will.
