von Kay Szantyr

Absolut lobenswert

Mit höchstem Lob - das ist es, was das Urteil "summa cum laude" bei einer Dissertation bedeutet. Höchstes Lob verdient auch Katinka Pantz: Dank ihrer so be- titelten Buchreihe versteht jetzt "Otto Normalbürger", was in den so hoch ausgezeichneten Doktorarbeiten drinsteht.

Alumna Katinka Pantz (31) gründete im August 2006 den Roter Fleck Verlag mit seiner "summa cum laude"-Buchreihe. Die Gründerin studierte an der Humboldt-Univer- sität zu Berlin und an der University of Oxford Philosophie, Politik und VWL und promovierte in Volkswirtschaftslehre.


Der Name verwundert zunächst: Roter Fleck? Verlegerin Katinka Pantz will keine Deutung vorgeben - jeder darf sich selbst etwas dazu denken. Andere Dinge, wie den Erfolg ihres Verlages und dessen Buchreihe "summa cum laude", überlässt sie jedoch nicht dem Zufall.

Höchste Wissenschaft für alle
Die einzelnen Ausgaben der Edition widmen sich je einem Studiengang. In ihnen werden die an einer deutschen Hochschule mit Auszeichnung benoteten Arbeiten von Doktoranden vorgestellt. Hoch interessante Dokumente der wissenschaftlichen Forschung also - und dank einer kurzen Zusammenfassung auch für Nichtfachleute verständlich. So finden Studenten ganz unkompliziert heraus, ob sich die Lektüre der "Diss" für die eigene Hausarbeit lohnt oder ob man zumindest den Autor kurz befragt. Neben dem Porträt der Dissertation werden nämlich auch die Kontaktdaten der frisch gebackenen Doktoren veröffentlicht.

Die Uni macht den Doktor
Jede Promotion hat zwei Seiten. Katinka Pantz, die selbst in VWL promovierte, weiß das: Auf der einen Seite steht der Doktorand, der viele Monate seines Lebens seinem mehrere Hundert Seiten starken Werk gewidmet hat. Auf der anderen die Hochschule, an der ein Professor die Arbeit betreute, die mündlichen Prüfungen abhielt und unter Umständen sogar das eine oder andere Mal moralische Aufbauarbeit leistete. Wie viel Zeit ihm dafür bleibt, hängt vom Zahlenverhältnis Professoren- Doktoranden ab sowie von den rechtlichen Rahmenbedingun- gen, die die Promotionsordnung vorgibt. Deshalb werden in den "summa cum laude"-Büchern nicht nur Details zu den Doktoranden, sondern auch zu einzelnen Hochschulen veröffentlicht. Dazu zählen auch die Promotionsstatistiken. Sie werden nur in dem jungen Wissenschaftsverlag gesammelt publiziert und offenbaren promotionswilligen Studenten, wie viele der an einer Uni abgegebenen Arbeiten ausgezeichnet wurden.

Den Kinderschuhen entwachsend
Pünktlich zur Buchmesse in Frankfurt erschien der zweite Band, diesmal mit dem Thema "Rechtswissenschaften". Bald kommt "Medizin" – und Katinka Pantz plant bereits weiter: Eine Online-Datenbank ist im Aufbau, weitere Länderausgaben der "summa cum laude"-Reihe sollen kommen, eine Kinderbuch- reihe wäre schön... Der Verlag, der im August 2006 aus der Taufe gehoben wurde, wächst und gedeiht. Zeit zum Luftholen bleibt der Alumna, die den Roten Fleck Verlag praktisch als Ein-Frau-Unternehmen betreibt, kaum noch. Aber wer denkt schon ans Pausemachen, wenn sein Baby gerade laufen lernt?

Katinkas Unternehmen

  • Unternehmensname: Roter Fleck Verlag
  • Gegründet: August 2006
  • Branche: Wissenschaftsverlag
  • Beschäftigte: 1 +
  • Produkt: aktuell die "summa cum laude"-Jahrbuchreihe
  • Website: www.roter-fleck-verlag.de

Mein Unternehmen habe ich gegründet, weil...
...ich dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine Plattform geben und damit herausragende Arbeiten einer breiteren Öffentlichkeit einfach zugänglich und so direkter nutzbar machen wollte. Von der besseren Vernetzung von Nachwuchswissenschaft und Öffentlichkeit profitieren auch die Universitäten: Ihre Nachwuchsförderungs- und Ausbildungsleistung wird unmittelbar sichtbar.

Verlegerin sein liegt mir, denn...
...die Verlagsarbeit ist sehr vielfältig.

Das Startkapital habe ich...
...zum Teil selbst erarbeitet, zum Teil geliehen.

Wenn ich nicht mein Unternehmen leite, dann......leite ich mein Unternehmen. Bei mir gibt es keine Trennung zwischen dem Verlag und Freizeit oder Hobbys.

Mein Tipp für andere Unternehmensgründer: Branchenunspezifische Tipps sind – meiner Erfahrung nach – nur sehr bedingt hilfreich. Ich beantworte aber sehr gerne konkrete Fragen zur Verlagsgründung.


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