von Melanie Grell

Apple-Magazin macnotes.de

Von Apfel-Notizen zum Gründer

Manche Menschen haben so viel Glück und können ihr Hobby zum Beruf machen. Hendriks Hobby? Apple- Produkte. Sein (zeitweiliger) Beruf? Blogger - bei macnotes.de. Als Hendrik im Mai 2006 anfing, über die Mac-Welt zu bloggen, ahnte er nicht, wie schnell sich sein Hobby zur Hauptbeschäftigung entwickeln würde.

People Hendrik aufmkolk Gründer

e-fellow Hendrik (24) studiert Jura an der Universität Münster. Vor ein paar Jahren begann er, ein Blog über Macs zu schrei- ben. Und wie so oft, kam es unverhofft: Hendriks Blog zog die Aufmerksamkeit der Mac-Gemeinde auf sich, und sein Blog wuchs schnell zu einem Unternehmen heran. Um sich allerdings voll und ganz dem Jura-Studium widmen zu können, hat er macnotes.de vor ein paar Monaten an die Fliks GmbH verkauft.


Aber wie kommt ein Jura-Student dazu, einen Blog nur zu Apple- Produkten starten? "Die Mac-Produkte hatten ja immer so eine Art Außenseiterrolle", erzählt Hendrik. "Und weil es kaum Infos dazu gab, wollte ich meinen Blog eröffnen. Das war eigentlich nur als Hobby gedacht, ich schrieb aus Interesse." Die Mac-Gemeinde wurde aber schnell auf Hendriks Blog aufmerksam. Nach ein paar Wochen Schreibarbeit hatte er bereits eine kleine Lesergruppe um sich geschart.

Als Einzelkämpfer keine Chance

Schnell stellte Hendrik jedoch fest, dass er seinen Blog alleine nicht würde am Leben halten können. Dafür gab es einfach zu viel zu schreiben. Er stellte ein Redaktionsteam zusammen - aus Freunden und Studienkollegen, die sich ebenfalls für Mac-Produkte interessierten. Keiner verdiente Geld mit der Arbeit, aber die täglichen Klickzahlen stiegen. Damit wurde dem Team klar, dass sie das Ganze unternehmerischer aufziehen sollten.

Unternehmensgründung ohne Business-Plan

Und zwar durch Banner-Werbung. Die kann man aber nur auf einer eigenen - "richtigen" - Website schalten. Glücklicherweise waren im Redaktionsteam die richtigen Leuten: Einer hatte in einer Werbeagentur gearbeitet und konnte die Website so recht professionell gestalten. Ein anderer war Server-Administrator und brachte so das Know-how mit, um sich um Server und Programmierung zu kümmern. "Und da die Fixkosten recht gering waren, brauchte macnotes.de auch kein Startkapital", fasst Hendrik den Gründungsprozess zusammen.

Ab ins Mac-Land

"Auf einmal hatten wir Einnahmen, verdienten Geld mit unserer Arbeit", erinnert sich Hendrik an die erste Unternehmensphase. Genutzt wurden die Gewinne aus den Anzeigen, um an Messen teilzunehmen und in der Branche noch bekannter zu werden. Natürlich auch, um mehr Stoff für ihre Website zu bekommen. "Wir haben Werbung geschaltet und sind sogar nach San Francisco zur Mac-World-Messe gefahren", erzählt Hendrik. "Von dort haben wir live per Blog berichtet. Das war schon ein tolles Gefühl!"

Wenn der Mac dem Studium in die Quere kommt

Auch wenn Hendrik zunächst gar nicht vorhatte, ein Unternehmen zu gründen, hatte sich sein Mac-Blog schnell dazu entwickelt. "Es ist schon schön zu beobachten, wie die Leserzahlen wachsen", sagt Hendrik, "aber irgendwann ist das einfach alles zu viel geworden." Vor allem parallel zu einem Jura-Studium lässt sich ein Unternehmen schwer führen. Daher entschloss sich Hendrik, macnotes.de zu verkaufen. Keine leichte Entscheidung, aber das Staatsexamen geht vor. "Das heißt natürlich nicht, dass ich nie wieder ein Unternehmen gründe", schmunzelt er, "schließlich macht es viel Spaß, sein eigener Herr zu sein, Ideen umzusetzen und mitzuerleben, wie sich das Baby entwickelt."

Hendriks Unternehmen

  • Unternehmensname: macnotes.de
  • Branche: IT
  • Produkt: Online-Magazin und -Community rund um die Apple-Produkte
  • Gegründet: Mai 2006
  • Beschäftigte: sieben Redakteure als freie Mitarbeiter
  • Website: www.macnotes.de

Hendrik über sich und sein Unternehmen

Mein Unternehmen habe ich gegründet, weil...
... ich schon immer vom Mac begeistert war und gerne darüber schreiben wollte.

Mein Unternehmen ist profitabel, weil...
... die Fixkosten sehr gering sind und der Online-Anzeigenmarkt boomt.

Unternehmer sein liegt mir, denn...
... wer selbst die Verantwortung trägt, hat mehr Freiräume.

Wenn ich nicht mein Unternehmen leite, dann...
... studiere ich Jura und laufe Mittel- und Langstrecke.

In fünf Jahren...
... berate ich als Anwalt andere Unternehmen in Fragen des Aktien-, Kapitalmarkt- und Kartellrechts, am liebsten in den USA.

Mein Tipp für andere Unternehmensgründer:
Nur machen, was dich selbst wirklich interessiert, das aber mit Vollgas! Und nicht zu viel planen.