Umfrage Studienfinanzierung

Gut, dass es Mama und Papa gibt

Fast 500 e-fellows nahmen an der Umfrage von e-fellows.net zum Thema Studienfinanzierung teil. Das Studieren wird durch Studiengebühren und steigende Lebenshaltungskosten immer teurer. Für zwei Drittel der Befragten hat das aber wenig Einfluss auf ihre Studienplanung. Drei Viertel können auf die Unterstützung ihrer Eltern bauen. Gut also, dass es Mama und Papa gibt. Allerdings jobben noch immer zwei Drittel neben dem Studium.

Wo sprudeln die lukrativsten und günstigsten Geldquellen der Studierenden? 490 e-fellows gaben in einer Umfrage von
e-fellows.net Auskunft darüber. Die meisten Studierenden finanzieren sich noch immer nach dem klassischen Dreiermix Eltern, Erspartes und Jobben. Über drei Viertel (77,1 Prozent) bekommen Unterstützung von den Eltern oder anderen Gönnern. Zwei Drittel (65,3 Prozent) arbeiten neben dem Studium. Und fast die Hälfte (46,9 Prozent) greift auf eigenes Erspartes zurück. Dann kommt erst mal lange nichts. Weniger als ein Drittel (27,6 Prozent) bezieht ein Stipendium und ein gutes Fünftel (21 Prozent) bekommt BAföG. Nur ein knappes Zehntel (8,9 Prozent) der Befragten nahm bisher einen Kredit auf, die meisten davon (6,5 Prozent) beziehen den günstigen Kredit der KfW-Förderbank. Ebenso wenige haben mit einer früheren Geldanlage vorgesorgt. Noch 1,4 Prozent erhalten Sozialhilfe.

Kein Einfluss auf die Studienplanung
Welchen Einfluss nehmen die Studiengebühren auf die Studienplanung? Hier sagen fast zwei Drittel "keine" (64,1 Prozent). Allerdings sagt ein knappes Viertel der Befragten (23,7 Prozent), dass die deutlichen Kostensteigerungen für Studierende einen spürbaren Einfluss auf die Studienplanung nehmen werden. Sie werden ihre Studiendauer verkürzen oder auf Auslandsaufenthalte verzichten müssen. Nur 1,2 Prozent geben an, ihr Studium dadurch abbrechen zu müssen.

Der bewährte Dreiermix
Und wenn es im Portemonnaie trotzdem knapp wird? Dann greifen die Studierenden nach wie vor auf den bewährten Dreiermix zurück. Über 41,2 Prozent würden ihre Eltern oder andere Mäzene um eine Erhöhung ihrer Apanage bitten oder auf eigenes Erspartes zurückgreifen. Ein Drittel (33,7 Prozent) will noch mehr arbeiten wie bisher. Und ein Fünftel (20,4 Prozent) plant, jobben zu gehen. Jeder Zehnte will eine staatliche Unterstützung beantragen, 8,8 Prozent hingegen können sich von der Studiengebühr befreien lassen. Und nur 1,4 Prozent denken an einen Studienkredit, obwohl die Hälfte (50,6 Prozent) sich grundsätlich vorstellen kann, einen Kredit zu beantragen, wenn es denn nötig wäre.

Miete sichern, doch an Vorsorge sparen
Wie ändert sich durch steigende Kosten dein Lebensstil? Wo sparst du am ehesten ein? Bei dieser Frage, bei der die Studierenden auf einer Skala von 1 (ich spare gar nicht) bis 5 (verzichte soweit wie möglich darauf) antworten konnten, geben sie sich sehr sicherheitsbewusst. Bei der Miete, beim Essen, beim Lehrmaterial und bei der Kommunikation (zum Beispiel Telefon und Internet) sparen sie "so wenig wie möglich" (Werte zwischen 2,1 und 2,4). Deutlich hingegen sparen sie bei Kultur und Ausgehen (2,9) und vor allem bei Urlaub und Reisen (3,5), allerdings auch bei Vorsorge und Versicherung (3,0).

Wenig Kenntnis über Angebote der Hochschulen
Bietet deine Hochschule günstige Finanzierungsmodelle an? Bei dieser Frage wissen etwa zwei Drittel (61,1 Prozent) der Befragten nicht Bescheid. Nur zehn Prozent (9,8) antworten hier mit Ja, ein knappes Drittel (29,2 Prozent) verneint. Die meisten Angebote der Universitäten betreffen Kredite bei lokalen Banken und zinslose Darlehen von den Hochschulen selbst.

Das Für und Wider der Gebühren
Studiengebühren bleiben weiterhin ein kontroverses Thema. Einige ausgewählte Kommentare der Umfrageteilnehmer hierzu:

  • "Auch wenn sie für mich keinen größeres Problem darstellen, Studiengebühren sind sozial ungerecht. In einer Zeit, in der hochqualifizierte Arbeitskräfte benötigt werden, sollten wir die Leute zum Studieren bringen und nicht davon abhalten. Bankdarlehen sind meiner Meinung nach keine Lösung, wir brauchen mehr Bafög und ein besseres Stipendiensystem (wie in den USA)."
  • "Die Studiengebühren sind für den Gegenwert, den man in Deutschland erhält zu hoch ... Ich erwarte daher trotz größerer Jahrgänge ein Einbrechen der Studentenzahlen in den nächsten Jahren."
  • "Ich bin grundsätzlich für Studiengebühren, aber dann muss damit auch ein Rechtsanspruch einhergehen, dass die Studienbedingungen so sind, dass jeder in der Regelstudienzeit fertig werden kann und dies nicht aufgrund von Desinteresse der Uni an Studenten unmöglich wird. Und dieser Anspruch muss durchsetzbar sein..."
  • "Studiengebühren sind gut. Ich zahle 1.500 Euro pro Semester und gehe Vollzeit arbeiten. Ich kann für mein Geld etwas verlangen, was vorher nicht ging..."
  • "Studiengebühren werden das Studium weniger bunt machen: Weniger Auslandsaufenthalte, weniger soziales Engagement (Studierendenvertretung, Ehrenemt, sonstiges), weniger fachfremde Veranstaltungen..."
  • "Wenn man sich für ein Studium erst verschulden muss, dann ist das meiner Meinung nach verfehlt. Ich will mich nicht dermaßen abhängig machen lassen. Daher geh ich arbeiten, wann ich dafür Zeit finde."

 

 

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