Studieren in Frankreich

Studienaufbau

Zwar teilen auch die französischen Universitäten seit den neunziger Jahren das Studienjahr in Semester ein. Richtig durchgesetzt hat sich das jedoch nicht: Nach wie vor gilt das akademische Studienjahr als Maßstab aller Dinge.
 

Das akademische Studienjahr
 In den meisten Studiengängen kannst du das Studium dementsprechend nur im Herbst aufnehmen: Das Studienjahr (année universitaire) beginnt in fast allen Lehreinrichtungen im September und endet im Juni. In diesen Monaten finden die Abschlussexamina statt. Sie entscheiden darüber, ob du das Studienjahr erfolgreich absolviert hast. Falls nicht, musst du einen Teil der Lehrveranstaltungen oder sogar das ganze Programm wiederholen.
 

Zyklen statt Grund- und Hauptstudium
 Das Studium unterteilen die Hochschulen in drei Abschnitte:

  • Der 1er cycle umfasst wie das deutsche Grundstudium die ersten beiden Jahre an der Uni.
  • Der 2ème cycle schließt sich an. Er entspricht dem deutschen Hauptstudium.
  • Aufbau- und Promotionsstudiengänge sind dem 3ème cycle zugeordnet.

Vom ersten zum dritten Zyklus spezialisiert sich das Studium zunehmend. Im Grundstudium sind die Wahlmöglichkeiten gering. Ein abgeschlossener erster Zyklus verschafft dir aber in der Regel das Recht zu mehreren Studiengängen des zweiten. Ein Abschluss im zweiten eröffnet dir mehrere Möglichkeiten für den dritten Zyklus.
 

Wie Frankreich Bachelor und Master einführt
 Allerdings werden in Frankreich wie in Deutschland derzeit neue Studienstrukturen nach dem Bachelor-Master-Modell eingeführt. Dies passiert im Rahmen der Bologna-Reform, die bis 2010 die europäischen Studiensysteme vergleichbar machen soll. Rund 80 Prozent der Universität haben die neuen Abschlüsse bereits eingeführt. Der Bachelor heißt bei unseren Nachbarn "licence en 3 ans" und dauert ebenfalls drei Jahre. An diesen ersten Abschnitt lässt sich wie in Deutschland ein Master anschließen, wobei sich die Franzosen drei Master-Varianten ausgedacht haben:

  • Master nach Y-Struktur: Nach einem Jahr können sich die Studenten zwischen einem berufsorientiertem (master professionnel) und einem wissenschafts- orientierten Master (master de recherche) entscheiden.
  • Master nach V-Struktur: Hier entscheiden die Studenten schon zu Beginn, ob sie einen berufs- und einem wissenschaftsorientierten Master machen wollen.
  • Master nach T-Struktur: Dieser Master umfasst berufs- und forschungsorientierte Kurse

Die Master-Abschlüsse werden mit den bisherigen DESS- oder DEA-Studiengängen (siehe nächste Seite unten) gleichgesetzt. An einen wissenschaftsorientierten Master lässt sich dann das doctorat, also die Promotion anschließen.
 

Verschultes Studium
 Unabhängig davon ist das französische Studiensystem generell verschulter als das deutsche, die Studieninhalte wesentlich straffer. Daher studieren französische Studenten auch schneller als ihre deutschen Kommilitonen. Während es in Frankreich 5,3 Jahre sind, brauchen deutsche Hochschulabsolventen im Schnitt mehr als sechs Jahre.

 

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