Studieren in Brasilien

Lebenshaltungskosten

Brasilianische Studenten wohnen aus finanziellen und kulturellen Gründen (enge Familienbindung) meist bei den Eltern. Die Mehrheit der jungen Leute zieht erst dann bei den Eltern aus, wenn die Hochzeitsglocken läuten. Konkret gehen deshalb nur diejenigen in Wohnheime, WGs (repúblicas) oder Einzelwohnungen, die keine andere Wahl haben. Zum Beispiel, weil es in ihrem Heimatdorf keine Uni gibt. Dieser Umstand hat bedeutende Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt.
 

Wohnheim: nicht für alle offen
 Zwar gibt es in jeder der Hauptstädte in den Bundesstaaten Studentenwohnheime. Häufig ist der Zugang allerdings auf sozial bedürftige Studenten (carentes) beschränkt. Für ausländische Studierende ist es deshalb nur dann leicht, einen Wohnheimplatz zu bekommen, wenn spezifische Programme der Unis zur Förderung des wissenschaftlichen Austauschs mit dem Ausland bestehen. Manchmal gibt es auch konkrete Kooperationen zwischen Gastuni und der deutschen Heimatuniversität.
 

Gute studentische Infrastruktur
 In Brasilien sind die Städte umso mehr durch Universitäten und das Studentenleben geprägt, je kleiner sie sind. Klassische Studentenstädte wie Campinas (Bundesstaat São Paulo) mit der bekannten Universidade Federal de Campinas (UNICAMP) oder die kleine wunderschöne Kolonialstadt Ouro Preto (Bundesstaat Minas Gerais) mit ihrer für Bergbau- und Ingenieurwesen berühmten Hochschule bieten für Studenten deshalb eine sehr gute studentische Infrastruktur. Dort sind Wohnheimplätze leicht zu haben.
 

Wie wärs mit einer WG?
 Ähnliches gilt für Wohngemeinschaften. Die "repúblicas" etwa in Ouro Preto sind legendär. Hier hausen vier bis zehn Studenten auf engstem Raum zusammen. Man wird als Ausländer sicher ohne Schwierigkeiten eine Wohnung finden. Dagegen ist das Leben in den Metropolen wie Rio, São Paulo oder Belo Horizonte wesentlich anonymer. WGs teilen sich dort höchstens gute Freunde. Als Fremder hat man schlechte Karten.
 Deshalb bleibt einem in den Großstädten nichts anderes übrig, als auf Glück zu vertrauen und sich an der jeweiligen Uni umzuhören.
 

Mietkosten
 Freundschaften werden in Brasilien recht schnell geschlossen. Wer offen auf andere zugeht, wird auch ein WG-Zimmer finden. Ein- bis Drei-Zimmer-Appartements kann man schon für 100-250 Euro bekommen. Sie sind meist unmöbliert. In jeder Stadt gibt es jedoch Second-Hand Läden (Topa Tudos). Dort kannst du sehr billig einfache Gebrauchtmöbel kaufen. Wer möbliert wohnen will, muss für ein bis drei Zimmer 200-450 Euro hinblättern. In Rio de Janeiro und Sao Paulo sind die Mieten höher. Ein-Zimmer-Wohnungen sind selten auf dem Markt. Ein kleiner Vorteil bei der Wohnungssuche besteht in Brasilien darin, dass nicht der Mieter, sondern der Vermieter den Makler bezahlt.
 

Billig ist oft gefährlich
 Bei der Wohnungssuche variieren die Preise zwischen den Vierteln erheblich. Weit außerhalb der Stadt, direkt im lärmenden Zentrum oder gleich neben einer Favela ist das Wohnen natürlich viel billiger, aber auch viel gefährlicher. Wer sicher wohnen will, und das ist dringend anzuraten, sollte sich schon ein reicheres Wohnviertel aussuchen. Viele Gebäude haben ihren eigenen 24-Stunden Wachdienst sowie hohe Zäune mit Alarmanlage.

 

Kommentar schreiben

Sicherheitstext eingeben:*

* Pflichtfelder