Leben und Studieren
Was hochschulpolitische Gruppen in Deutschland seit Jahrzehnten vergeblich fordern, ist in Österreich längst Realität: Die Gleichberechtigung von Studenten und Professoren in universitären Gremien. In Österreich haben die Professoren in den Gremien keine Mehrheit. Der Mittelbau - also Assistenten und wissenschaftliche Mitarbeiter - und die Studentenvertreter müssen zusammen die gleiche Anzahl an Stimmen stellen. In Kommissionen, die sich mit Fragen der Lehre beschäftigen, bekommt jede dieser drei Gruppen ein Drittel der Sitze.
Qual der Wahl
Diese Regelung bedeutet für die österreichischen Kommilitonen: mehr Mitsprache, aber auch eine Vergrößerung der "Gremienqual". Im Extremfall muss für jedes Problem eine eigene Kommission gegründet werden. Das raubt Zeit und erschwert das Treffen von Entscheidungen. Aus diesem Grund arbeiten Studentenvertreter oft nur in Gremien mit, in denen es sich wirklich lohnt. Dazu gehören etwa die Studien- und Berufungskommissionen. Wer hochschulpolitisch engagiert ist, dem bietet sich aber ein nahezu unbegrenztes Betätigungsfeld.
Studieren mit Mozart und Thomas Bernhard
Wer in Wien studiert, kann ein kulturelles Angebot nutzen, das seinesgleichen sucht. Nicht umsonst sind die Wiener Bühnen und Museen weltberühmt. Eine musikalische Biografie der Stadt liest sich wie ein Who's Who der Musikgeschichte. Die Wiener Klassik mit Haydn, Mozart und Beethoven ist nur die bekannteste Epoche. Auch Brahms, Bruckner, Mahler, Schönberg und viele andere wirkten in Wien. Und das Burgtheater ist nicht erst seit Thomas Bernhards provokanten Stücken weltberühmt. Einem kulturellen Nebenstudium steht also nichts im Wege.
Melange, Kapuziner oder Einspänner
Wem die geballte Hochkultur zu anstrengend ist, der kann sich der Kaffeehauskultur widmen. Die Kaffeehäuser atmen den Charme vergangener Zeiten. In ihnen lassen sich Stunden lesend oder plaudernd vertrödeln. Um in einem Kaffeehaus nicht als Tourist aufzufallen, sollte man sich mit einem Stapel Tageszeitungen eindecken. Dann einen möglichst ausgefallenen Kaffee bestellen: Etwa einen Einspänner, das ist ein Espresso im Glas mit Schlagsahne. Oder einen Kapuziner, eine Melange, eine Schale Gold oder einen Franziskaner. Am besten mit diversen Extras - das zeichnet den Kenner aus.
