Sabine Würkner

Personalmarketing im Web 2.0

Recruiting via Social Media - so geht's

Vielleicht glauben Sie es nicht, aber es soll sie geben: Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nur noch über Social-Media-Platformen rekrutieren. Und damit bis zu drei Millionen Euro pro Jahr sparen, die sie nicht mehr in Personalberatungen und Anzeigen stecken müssen.

 

Der Grundsatz beim Social-Media-Recruiting lautet: Bewerber müssen Teil der Unternehmens-Community werden - lange bevor sie sich tatsächlich bewerben. Das heißt, potenzielle Kandidaten setzen sich schon vorab mit dem Unternehmen, dessen Kultur, dem Arbeitsalltag sowie den Produkten und Dienstleistungen auseinander und beginnen, sich damit zu identifizieren. Dadurch wissen die Bewerber, auf was sie sich einlassen. Die Passgenauigkeit wird so erhöht - und davon haben ja beide Seiten letzten Endes etwas. Jetzt müssen Sie nur noch mit den Leuten in Kontakt kommen und ganz wichtig: interagieren.

Hier ein paar einfache Tipps, wie Sie Mitarbeiter über Social Media gewinnen können:

  • Sie brauchen einen engagierten und social-media-affinen Recruiter, der zum Botschafter Ihres Unternehmens und Ihrer Arbeitgebermarke wird.
  • Nicht nur die Personaler, auch jeder Mitarbeiter des Unternehmens muss das Recruiting auf dem Schirm haben und es als Botschafter vorantreiben. Wie, sehen Sie im Folgenden.
  • Posten Sie Jobangebote über den Twitter-Account Ihres Unternehmens. Retweeten Sie diese dann über Ihren persönlichen Account und bitten Sie Mitarbeiter, um weitere Retweets über deren Accounts.
  • Dasselbe machen Sie via Unternehmens- und Mitarbeiter-Blogs. Bitten Sie außerdem die Mitarbeiter, Fans der Facebook-Unternehmensfanseite zu werden, Statements zu "liken" und "sharen".
  • Verlieren Sie all dem Facebook- und Twitter-Hype auch Xing und LinkedIn nicht aus den Augen. Laut Umfragen sind diese professionellen Netzwerke Plattformen, über die Nutzer gezielt nach Jobs schauen. Darüber können Sie potenzielle Kandidaten auch eher zu Ihren Kontakten hinzufügen oder in Ihre Unternehmensgruppe einladen. Auf Facebook kontaktiert man eher Personen aus dem privaten Umfeld. Da setzen Sie sich im Zweifelsfall eher ins Fettnäpfchen, wenn Sie auf Kontaktmission gehen.
  • Verknüpfen Sie Ihre Kanäle: Twittern Sie über Ihre Blogpostings, bloggen Sie über Ihre Aktivitäten auf Facebook, weisen Sie in Ihrer XING-Gruppe auf Ihr Twitter-Profil, das Blog und die Fanseite hin usw. Das macht Ihr Unternehmen sichtbarer und erhöht die Chance, den richtigen Kandidaten zur richtigen Zeit auf der richtigen Plattform abzuholen.

Lust, zu üben?

Ihre Zielgruppe finden Sie in der e-fellows.net community. Bei Fragen wenden Sie sich gerne jederzeit an Sabine Würkner: sabine.wuerkner[at]e-fellows.net.

  • Bedenken Sie dabei immer: Posaunen Sie nie nur Angebote hinaus, schreiben Sie auch über das, was zum Beispiel gerade in Ihrem Unternehmen passiert. Mehrwert, Humor und Unterhaltungswert sind immer gute Richtlinien.
  • Vielleicht eine der wichtigsten Regeln: Interagieren Sie mit den Usern! Reagieren Sie auf das, was andere Twitter-Nutzer schreiben, zum Beispiel durch Retweets. Schreiben Sie Kommentare unter fremde Blogs und liken Sie Status von anderen Facebook-Usern.
  • Das macht alles Arbeit. Gehen Sie daher gezielt vor: Identifizieren Sie Plattformen, die Ihre Zielgruppe wirklich nutzt. Das Durchschnittsalter von Twitter-Nutzern liegt bei Mitte 30. Dort werden Sie also weniger gut Absolventen finden als zum Beispiel auf Facebook. Das gilt übrigens auch für Job-Plattformen. Bevor Sie Ihre Angebote auf allen Kanälen anbieten, prüfen Sie, wer überhaupt wo auf Jobsuche geht.
  • Sie suchen Kandidaten, die ein großes persönliches Netzwerk mitbringen? Dann beobachten Sie besonders aktive Social-Media-Nutzer. Wer viel twittert, nebenher zu einem branchenspezifischen Thema bloggt oder viele XING-Kontakte hat, könnte ein guter neuer Mitarbeiter sein - den Sie auch gleich über XING & Co. kontaktieren können. Vielleicht ist er ja gerade auf Jobsuche?
  • Die Geister, die ich rief: Sie fangen an, zu twittern, haben Ihre Facebook-Fanseite eingerichtet und eine XING-Gruppe gegründet? Dann müssen Sie ab sofort dran bleiben. Schlafen Ihre Plattformen ein, langweilt sich die Zielgruppe. Niemand möchte sich bei einem schläfrig wirkenden Unternehmen bewerben. Bedenken Sie also, dass Ihre Kanäle auch gepflegt werden wollen.

Aller Anfang ist schwer
Sie fühlen sich von all dem überfordert? Keine Angst, starten Sie klein, zum Beispiel erstmal mit einer Facebook-Fanseite. Am besten dort, wo Sie den Großteil Ihrer Zielgruppe finden. Probieren Sie einfach Dinge aus und scheuen Sie Fehler nicht. Mit der Zeit merken Sie von selbst, was ankommt und funktioniert und was nicht.

 

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