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Geisteswissenschaften – was ist das eigentlich?

Unter Geisteswissenschaften versteht man eine Gruppe von Fächern, die sich mit Kultur, Sprache und Gesellschaft des Menschen beschäftigen, beispielsweise Philosophie, Geschichte, Anglistik oder Medienwissenschaften. Geisteswissenschaftliche Studiengänge können an den meisten deutschen Universitäten studiert werden und führen zu den Abschlüssen Bachelor, Master und Doktor. Nicht zu den Geisteswissenschaften gehören die Naturwissenschaften sowie Mathematik und Medizin.

Der erste Studienabschluss, der in den Geisteswissenschaften erworben wird, ist der Bachelor of Arts. Das Studium dauert üblicherweise drei Jahre, kann aber um ein Auslandssemester verlängert werden. Die meisten geisteswissenschaftlichen Fakultäten schreiben eine Kombination aus Hauptfach und Nebenfach vor. Im Grundstudium lernen Studierende neben verschiedenen Bereichen ihrer Fächer auch die Methoden der Geisteswissenschaften kennen. Später gibt es die Möglichkeit, sich auf besonders interessante Teilbereiche zu spezialisieren. Typische Lehrveranstaltungen sind die Vorlesung, das Seminar und die Übung. Nach dem erfolgreichen Bachelor-Abschluss steigen manche Geisteswissenschaftler direkt in den Job ein, viele schließen aber noch ein Master-Studium an.

Wer nach dem Bachelor-Studium noch tiefer in seine Geisteswissenschaft eintauchen will, kann seinem Erststudium ein Master-Studium folgen lassen. Während man im Bachelor-Studium vor allem die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens (z.B. für Recherche, Referat und Hausarbeit) kennenlernt, steht im Master-Studium die Beschäftigung mit den Inhalten des Fachs im Vordergrund. Manche Studenten erhoffen sich durch den Master-Abschluss einen Vorteil beim späteren Berufseinstieg. Viele Arbeitgeber wünschen sich Bewerber, die nicht nur die recht kurze Bachelor-Ausbildung hinter sich haben, sondern im Master-Studium auch wissenschaftliches Talent bewiesen haben. Nach zwei Jahren ist der Master geschafft und der Absolvent kann einen Beruf ergreifen oder in einem Promotionsstudium den Doktorgrad erwerben.

Die Promotion führt zum höchsten akademischen Abschluss: dem Doktorgrad. Geisteswissenschaftliche Fakultäten verleihen etwa den Dr. phil. (beispielsweise in Philosophie, Geschichte und den Sprachwissenschaften), den Dr. rer. soc. (Soziologie), oder den Dr. rer. pol. (Politikwissenschaft). Doktorarbeiten erscheinen entweder als Monografie oder als Sammlung thematisch verbundener Aufsätze. Die Finanzierung einer Promotion ist nicht immer leicht. Neben der klassischen Anstellung als Wissenschaftlicher Mitarbeiter existiert für Geisteswissenschaftler auch eine Fülle von Stipendien. Nach der Promotion folgt für viele Geisteswissenschaftler eine Karriere an der Universität, die zumeist über die Habilitation zum Beruf des Professors führt. Doch auch eine Anstellung in der Wirtschaft steht jedem promovierten Geisteswissenschaftler offen.

Kostenlose Datenbanken, Zeitungen und Zeitschriften wie ZEIT, Tagesspiegel oder Wirtschaftswoche, Events und Job-Angebote: Für Geisteswissenschaftler lohnt es sich, sich für das e-fellows.net-Stipendium zu bewerben. Hier findest du unsere Angebote für Geistes- und Sozialwissenschaftler im Überblick.

Jobs für Geisteswissenschaftler

Geisteswissenschaftler sind in vielen Branchen gefragt. In unserer Jobbörse findest du passende Praktika und Job-Angebote.

Studium der Geisteswissenschaften

Definition Geisteswissenschaften

Laut einer gebräuchlichen Definition gehören zu den Geisteswissenschaften rund 40 einzelne Disziplinen. Darunter fallen Studiengänge wie Geschichte beziehungsweise Geschichtswissenschaft, Sprachen wie Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch, Latein, Griechisch, Portugiesisch, Schwedisch, Finnisch und Norwegisch, Literaturwissenschaften wie Germanistik, Anglistik, Amerikanistik, Romanistik und Slawistik, Linguistik, Kommunikationswissenschaft, Rhetorik, Philosophie, Kulturwissenschaften wie Judaistik, Arabistik, Sinologie und Koreanistik, Kunst und Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Archäologie und Theaterwissenschaft. Oft zählt man auch Sozialwissenschaften wie Politikwissenschaft beziehungsweise Politologie, Soziologie, Pädagogik und Psychologie zu den Geisteswissenschaften. Hinzu kommen im deutschen Sprachgebrauch mitunter Disziplinen wie Jura beziehungsweise Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaften (BWL, VWL) und Theologie. Geisteswissenschaftliche Fachbereiche sind in Deutschland zunehmend zu großen Fakultäten zusammengeschlossen. Nicht zu den Geisteswissenschaften gehören Medizin, Mathematik und alle Naturwissenschaften.

Geisteswissenschaften studieren

Nach dem Abitur entscheiden sich viele junge Menschen, Geisteswissenschaften zu studieren. Der Zugang zum Studium der Geisteswissenschaften ist meist recht einfach, weil geringe Beschränkungen der Zulassung bestehen. In beliebten geisteswissenschaftlichen Studiengängen und benachbarten Fächern wie Jura, Betriebswirtschaftslehre oder Kommunikationswissenschaft muss man aber bei der Bewerbung einen Numerus Clausus (NC) überwinden.

Das Bachelor-Studium in den Geisteswissenschaften

Das Erststudium der Geisteswissenschaften führt meist zum Abschluss des Bachelor of Arts. Vor Beginn der Bologna-Reformen waren noch die Abschlüsse Diplom und Magister Artium (M.A.) anzutreffen. Das Bachelor-Studium der Geisteswissenschaften dauert üblicherweise sechs Semester, in denen man sich mit verschiedenen Aspekten des Studienfachs auseinandersetzt. Geisteswissenschaftliche Lehrveranstaltungen umfassen unter anderem Vorlesungen, Seminare, Übungen und Repetitorien. Mit dem Bachelor erwirbt man die Zulassungsvoraussetzung für ein Master-Studium.

Das Master-Studium in den Geisteswissenschaften

Der Master of Arts schließt oft direkt an den Bachelor an und wird meist im gleichen Fach wie der Bachelor absolviert. Im Master-Studium haben Studenten die Möglichkeit, ihren Studiengang in der Tiefe kennenzulernen. Gern gesehen in den Geisteswissenschaften ist ein Auslandsaufenthalt, den der Student während seines Studiums absolviert. Scheine aus dem Ausland können in der Regel auf die Studienleistungen im Bachelor oder Master angerechnet werden.

Die Promotion in den Geisteswissenschaften

Nach dem Studium der Geisteswissenschaften schließen Studierende oft noch eine Promotion an, um den Titel Doktor führen zu dürfen. Meist führt eine Promotion in den Geisteswissenschaften zum Titel Dr. phil., je nach Fach aber auch zum Dr. jur. oder Dr. rer. soc. Eine Promotion sollte immer aus wissenschaftlichem Interesse erfolgen. Seine Motivation muss man gegenüber dem Professor bei der Bewerbung deshalb meist ausführlich begründen. Selbst wenn man nicht in der Wissenschaft arbeiten möchte, lohnt sich die Mühe der Promotion in der Regel. Bewerber mit Doktorgrad sind haben es oft leichter, einen Job zu finden oder befördert zu werden. Das wirkt sich dann auch auf das Gehalt aus.

Jobs für Geisteswissenschaftler

Stellenangebote für Geisteswissenschaftler sind gut zu finden. Es bietet sich an, in einem Praktikum zuerst einmal in verschiedene Arbeitsfelder hineinzuschnuppern. Klassische Berufe für Absolventen der Geisteswissenschaften liegen in den Bereichen Wissenschaft und Schule (Lehrer), Kultur, Journalismus, Redaktion und Stiftungswesen. Geisteswissenschaftler erwerben in ihrem Studium Schüsselqualifikationen, die sie für viele Jobs geeignet erscheinen lassen. Oftmals landen Studenten der Geisteswissenschaften aber in Jobs, die auf den ersten Blick nicht viel mit ihrem Studienfach zu tun haben, beispielsweise Marketing, Werbung, Produktmanagement und Projektmanagement. Es bietet sich daher an, in Stellenbörsen auch nach solchen Jobs zu suchen. Geisteswissenschaftler verdienen etwas weniger als andere Akademiker, aber deutlich mehr als Personen, die kein Studium abgeschlossen haben.

Stipendium für Geisteswissenschaftler

Geisteswissenschaften studiert man meist über drei (Bachelor) oder fünf (Bachelor und Master) Jahre. Während dieser Zeit muss man viel Geld für die Lebenshaltung ausgeben. Die Kosten des Studiums lassen sich beispielsweise über ein Stipendium bestreiten. Es gibt auch Stipendien speziell für e-fellows.net-Stipendiaten.