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Jobangebote in der Tasche

Jura Recht Justice (Foto: freeimages, darktaco)

Quelle: freeimages.com, darktaco

Bei 'Perspektive Wirtschaftskanzlei' auf Schloss Montabaur traf Stipendiatin Nina über 100 Top-Juristen und 150 Anwälte internationaler Wirtschaftskanzleien. Die Kanzleien stellten Nina in einer Fallstudie zum Verkauf eines Flugzeugwerks auf die Probe - und Nina fragte die Kanzleien aus. Einige der gängigen Vorurteile sind für sie nun vom Tisch. Auf dem Tisch liegen dafür nun gleich mehrere Einstiegsangebote.

Über 100 Jura-Absolventen und 150 Anwälte aus neun renommierten Wirtschaftskanzleien trafen sich am 24. und 25. September 2010 auf Schloss Montabaur zur Veranstaltung "Perspektive Wirtschaftskanzlei" von e-fellows.net. Auch ich war dabei.

Wie sehen Arbeitsrecht und Wirtschaftsrecht in der Praxis aus?

Dass ich mich um die Teilnahme bewarb, hatte mehrere Gründe. Zum einen wollte ich mehr erfahren über die Praxisrelevanz und Handhabung der Rechtsbereiche, die mich bereits im Studium besonders interessiert hatten - vor allem Arbeitsrecht und Öffentliches Wirtschaftsrecht. Zum anderen konnte ich mir schon immer sehr gut vorstellen, später als Anwältin in einer größeren Kanzlei zu arbeiten und wollte mich daher über die Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten informieren. Außerdem hatte ich mir fest vorgenommen, die Anwälte auch auf die Themen Familienplanung, Erholungsmöglichkeiten und Arbeitszeiten anzusprechen, da die meisten Karriere-Ratgeber hierzu schweigen.

Die Durchschnittsexamensnote der Teilnehmer: 11 Punkte

Die Veranstaltung begann am Freitag Nachmittag mit der Begrüßung durch e-fellows.net-Mitarbeiterin Julia Vorsamer, die uns die beeindruckende Statistik der Lebensläufe der Teilnehmer präsentierte: Sehr viele hatten bereits eine Promotion oder einen LL.M. absolviert, die Durchschnittsnote in der Ersten Juristischen Prüfung lag bei 11 Punkten.

Linklaters, PayPal, Bundesdruckerei: Susanne Grohé

Im Anschluss hielt Susanne Grohé, die Leiterin der Rechtsabteilung der Bundesdruckerei, einen Vortrag über ihren persönlichen und juristischen Werdegang. Besonders interessant waren dabei die vielen Tätigkeiten, die sie vor Erreichen ihrer Position ausgeübt hatte, wie beispielsweise die langjährige Arbeit in der Wirtschaftskanzlei Linklaters und die Leitung der Rechtsabteilung der ebay-Tochter PayPal. Was ich dabei als besonders ansprechend empfand, waren die Bezüge, die sie stets zwischen ihrem Privat- und Arbeitsleben herstellte. Auf Fragen antwortete Frau Grohé ehrlich, kritisch wie auch selbstironisch und humorvoll, so dass man bereits zu dieser Zeit einen ersten Einblick in das Berufsleben eines Wirtschaftsanwalts gewinnen konnte.

Wie verkauft man ein Flugzeugwerk?

Nach dem Vortrag und einer kurzen Pause fanden die Workshops der einzelnen Kanzleien statt. Ich nahm teil am Freshfields-Workshop "Verkauf eines Flugzeugwerkes – Fallstricke und Lösungen einer Transaktion". Zusammen mit den beiden Partnern der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer erarbeiteten wir unter anderem kartellrechtliche und betriebswirtschaftliche Lösungsmodelle anhand eines Fallbeispiels. Dabei konnten wir uns jederzeit einbringen und Fragen stellen. Die Gespräche liefen in lockerer Atmosphäre ab und boten einen interessanten Einblick in die juristische Tätigkeit und Verhandlungsstrategien.

Anwälte, die mit Begeisterung dabei sind

Am Abend erwarteten uns ein tolles Buffet und das Get-together mit den Anwälten, die gerne und sehr geduldig all unsere Fragen beantworteten. Was mir besonders auffiel, war, dass die meisten Anwälte ehrlich antworteten und uns dennoch von ihrer Arbeit begeistern konnten. Zwar ist es richtig, dass der Arbeitsaufwand in einer Großkanzlei um einiges höher sein kann als beispielsweise in kleineren Kanzleien oder auch im Staatsdienst, was die Anwälte auch klarstellten. Doch haben die meisten Kanzleien ebenfalls ein großes Interesse daran, dass ihre Mitarbeiter sich die Freude an ihrer Tätigkeit bewahren und achten daher mittlerweile sehr auf einen ausgeglichenen Arbeitsalltag.

Work-Life-Balance: das Wochenende bleibt frei

Ich möchte hier keine Namen der Kanzleien nennen, doch die Vertreter von fünf der neun Kanzleien bestätigten mir, dass das Wochenende dort grundsätzlich freigehalten werde. Zwei Kanzleipartner wiesen zusätzlich darauf hin, dass auch an Werktagen nur bis 20 Uhr gearbeitet werde; wenn man früher gehen wolle, sei das im Regelfall auch kein Problem. So gewann für mich bereits zu diesem Zeitpunkt der Beruf des Wirtschaftsanwalts nochmals an Attraktivität.

Nach dem Frühstück zu den Vorstellungsgesprächen

Am nächsten Tag fanden nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück die Interviews statt. Sie wurden geführt von Partnern aus dem bevorzugten Rechtsbereich der Interessenten (und nach Möglichkeit auch dem gewünschten Standort). Auch hier empfand ich die Atmosphäre als sehr angenehm und kollegial, wobei ich bei allen Gesprächspartnern das Gefühl hatte, dass sie sich sehr für den juristischen Nachwuchs interessierten und die Teilnehmer für sich gewinnen wollten - dies aber ohne Druck, sondern nur mithilfe eigener Überzeugung.

Vorurteile vom Tisch, Jobangebote auf dem Tisch

Für mich hat sich die Teilnahme an dem Event zu hundert Prozent gelohnt, und ich kann sie jedem weiterempfehlen, der sein Jurastudium bereits abgeschlossen hat (auch wenn man Wirtschaftskanzleien bisher eher abgeneigt gegenüber stand), da sich auch das ein oder andere Vorurteil bei mir in Luft auflöste.

Alle Kanzleien, mit denen ich Interviews führte, haben sich im Anschluss bei mir und den anderen Teilnehmern, die ich persönlich kenne, gemeldet und mehr oder weniger konkrete Jobangebote ausgesprochen. Eine Kanzlei, die mir aufgrund des netten Kontakts bei der Veranstaltung und den nachfolgenden persönlichen E-Mails besonders gut gefallen hat, habe ich bereits in ihrem Münchener Büro besucht, wodurch mein positiver Eindruck nochmals bestätigt wurde.

Keine Kanzlei ist wie die andere

Was ich auch nochmals betonen möchte, ist die Tatsache, dass sich die Wirtschaftskanzleien sehr unterscheiden. Diese Unterschiede sind aber in Fachzeitschriften oder auf den Internetseiten gerade nicht erkennbar. Man muss sich die Menschen eben einfach ansehen, um zu merken, ob man in das Team passen würde oder nicht.

Bevor man sich also einfach blindlings bewirbt, sollte man in jedem Fall mit den Anwälten Kontakt aufnehmen und mit ihnen sprechen. "Perspektive Wirtschaftskanzlei" bietet hierzu eine ideale Möglichkeit.

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Bei "Perspektive Wirtschaftskanzlei" triffst du 100 Partner und Associates von Top-Sozietäten und sprichst mit ihnen über deinen Einstieg.

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