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Lichtblick am Ende des Lerntunnels

Perspektive Wirtschaftskanzlei 2017 [Quelle: e-fellows.net]

Quelle: e-fellows.net

Für Corinna war "Perspektive Wirtschaftskanzlei" eine willkommene Abwechslung von der Vorbereitung fürs Examen. Und beim "Speed-Jobdating" sprangen sogar vier Vorstellungsgespräche für sie heraus – und schließlich ihr erster Job nach dem Studium.

Titel und Thema der Veranstaltung

e-fellows.net Perspektive Wirtschaftskanzlei

Zeit, Ort und Dauer der Veranstaltung

28. - 29. April 2017, im Collegium Glashütten

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter

Ungefähr 80 Absolventen und mehr als 100 Partner und Associates der Kanzleien Allen & Overy, Baker McKenzie, Clifford Chance, Freshfields Bruckhaus Deringer, Hengeler Mueller, Milbank Tweed Hadley & McCloy, Noerr, Shearman & Sterling und White & Case

Mitten in den Vorbereitungen auf die Klausuren des 2. Staatsexamens bewarb ich mich für die Veranstaltung "Perspektive Wirtschaftskanzlei". Ich hatte von mehreren e-fellows.net-Stipendiaten gehört, dass der Event eine gute Chance sei, um viele Großkanzleien auf einmal kennenzulernen. Ich erhoffte mir also, durch die Teilnahme einen Lichtblick am Ende des "Lerntunnels" zu sehen und schon einmal die Fühler nach dem ersten Job auszustrecken. Im April bin ich dann fast direkt nach der letzten Klausur in den Zug nach Glashütten gesprungen und freute mich auf eine Abwechslung.

Von den Besten die Nettesten

Als ich im Collegium Glashütten ankam, bekam ich sofort einen guten Eindruck vom Veranstaltungsort. Die Räume waren hell und modern. Durch den direkten Blick auf den umgebenden Wald entstand eine entspannte Atmosphäre. Die Veranstaltung begann mit einer fünfminütigen Vorstellung jeder Kanzlei, in der sie auch vorab eingesendete Fragen beantworteten. Es ging um Themen wie Referendariat, Berufseinstieg, Teilzeit, Auslandseinsatz, Gehälter und Arbeitszeiten. Die Partner und Associates fassten sich knapp und gaben einen guten Überblick. Besonders ist mir der Satz "Wir suchen von den Besten die Nettesten" im Gedächtnis geblieben, mit dem eine Kanzlei ihre Einstellungspolitik umschrieb.

In der Welt der M&A-Anwälte

Gut gelaunt ging es zu den Workshops. Ich wurde zum Thema "Post-M&A-Streitigkeiten" bei Shearman & Sterling eingeladen. In den nächsten zwei bis drei Stunden tauchten wir in die Welt der M&A-Anwälte ein. Ein Partner und ein Associate erklärten uns zunächst, was M&A beinhaltet. Der erfahrene Partner plauderte aus dem Nähkästchen und erzählte die eine oder andere lustige Geschichte, die er über die Jahre rund um die Welt erlebt hatte. Zum Beispiel berichtete er davon, dass er früher im M&A-Geschäft den ganzen Globus bereisen konnte und so im Laufe einer Woche an verschiedenen Enden der Welt gearbeitet hatte – im Gegensatz zu heute, wo meist nur online kommuniziert wird.

Anschließend widmeten wir uns einem Fall, bei dem es um eine Post-M&A-Streitigkeit ging. Die Käufer eines Unternehmens wollten Schadensersatz für eine falsche Aufstellung der Bilanz. Wir lasen aufmerksam den geschlossenen Vertrag und diskutieren intensiv über die Auslegung der einzelnen Begriffe. Die Zeit verging wie im Flug, sodass leider nicht genug Zeit blieb, um den Fall vollumfassend zu bearbeiten. Dennoch war es ein gelungenes Beispiel, um einen ersten Einblick zu gewinnen.

Die guten Seiten des Steuerrechts

Der Abschluss des Abends fand im großen Saal des Collegiums Glashütten statt, in dem ein riesiges Buffet aufgebaut war. Ich nahm am Tisch von White & Case Platz, an dem drei Anwälte der Kanzlei saßen. Es entwickelte sich schnell ein lockeres Gespräch in der Runde. Wir redeten über unsere Wünsche, den Arbeitsalltag in einer Großkanzlei und darüber, dass auch Steuerrecht seine guten Seiten haben soll. Im Anschluss gingen wir mit den anderen an die Bar. Die Gruppe teilte sich auf und ich lernte auch andere Stipendiaten und Kanzleivertreter kennen. Ich traf sogar zwei Anwälte aus der Kanzlei meiner Anwaltsstation und freute mich sehr über das unerwartete Wiedersehen. Als der Abend endete, hatte ich viele Informationen gesammelt und Hoffnung für die Zeit nach dem Referendariat.

Speed-Dating für den Berufseinstieg

Am Samstag ging es direkt vom Frühstück zum ersten Einzelgespräch. Ich hatte insgesamt vier Interviews über den Tag verteilt. Das ließ mir auch Zeit, zwischendurch mit anderen Stipendiaten die Sonne zu genießen und Erfahrungen auszutauschen. Für die Einzelgespräche war ich genau bei den Kanzleien eingeteilt, die ich kennenlernen wollte. Bei den meisten Sozietäten fanden mehrere Interviews gleichzeitig im selben Raum statt, wofür nur 30 Minuten vorgesehen waren. Dadurch hatte das Ganze etwas von Berufseinstiegs-Speed-Dating: Man tauschte in kurzer Zeit die wichtigsten Informationen aus und konnte sich "beschnuppern".

Manche Kanzleivertreter blieben eher oberflächlich und beschränkten sich auf die wichtigsten Fakten. Andere hingegen legten mir sofort die ausgedruckten Stellenanzeigen vor, die auf meine Wünsche passen würden. Das überraschte und freute mich sehr, da ich sofort Nägel mit Köpfen machen konnte. Wir vereinbarten sogleich einen Vorstellungstermin. Bei einer weiteren Kanzlei setzten sich gleich drei Partner aus verschiedenen Bereichen zu mir, sodass ich in der kurzen Zeit den größtmöglichen Einblick bekommen konnte. Insgesamt war ich sehr zufrieden mit allen Gesprächen und nahm viele Informationen mit. Ich konnte alle Fragen stellen und bekam sofort eine ehrliche Antwort. Auf der Rückfahrt im Bus waren dann die Tüten mit den Geschenken der Kanzleien das letzte Highlight, in denen ich zum Beispiel einen Miniventilator fürs Handy fand.

Vier Vorstellungsgespräche auf einen Streich

Direkt nach der Veranstaltung kamen alle Kanzleien, bei denen ich Einzelgespräche hatte, auf mich zu und luden mich zu Vorstellungsgesprächen ein. Zwei Interviews konnte ich sofort wahrnehmen – ich fuhr nach München und Düsseldorf, um die Teams vor Ort kennenzulernen. Zwei weitere Vorstellungsgespräche habe ich nach den Ergebnissen des 2. Staatsexamens absolviert. Die Interviews führten zum Erfolg - im Oktober werde ich bei Noerr im Bereich Litigation / Produkthaftung einsteigen.

Fazit

"Perspektive Wirtschaftskanzlei" war ein voller Erfolg für mich – ich kann Studenten und Referendaren die Veranstaltung wärmstens empfehlen. Erstens hat mich die Teilnahme direkt nach dem Examen aus der Tristheit des Lernens herausgeholt. Zweitens konnte ich verschiedene Teams in meinen favorisierten Bereichen kennenlernen und meinen ersten Job finden. Schlussendlich habe ich auf der Veranstaltung auch viele nette Stipendiaten kennengelernt, mit denen ich Kontakt halten werde. Ich war positiv überrascht, dass keine Ellenbogen-, sondern eine Kennenlernkultur herrschte. Alles in allem eine vollends gelungene Sache!

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