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Kind, Kegel und die IT

Muffin Frühstück [Quelle: freeimages.com, kim]

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Frauen in der IT sind spärlich gesät. Genau deswegen gab es das Power Breakfast mit der Allianz Managed Operations & Services SE, die unter anderem IT-Dienstleistungen anbietet. Hier konnten sich Miriam und andere Stipendiatinnen mit leitenden IT-lerinnen über diesen männerdominierten Beruf austauschen. Am Ende waren die Frauen dann doch nicht ganz unter sich.

Titel der Veranstaltung

Power Breakfast mit der Allianz Managed Operations & Services SE (AMOS SE)

Datum und Ort der Veranstaltung

21. Oktober 2011 in Unterföhring bei München

Teilnehmer und Unternehmensvertreter

Unternehmensvertreter: Anja Hoffmann, Dr. Uta Knebel, Ariane Rauschek; 16 e-fellows.net-Stipendiatinnen

Die Begrüßung

Nach dem Check-in begrüßten uns e-fellows.net-Mitarbeiterin Stephanie Müller und die Unternehmensvertreterinnen in einem Konferenzraum der Allianz. Wir bedienten uns am Buffet und sprachen mit den anderen Teilnehmerinnen.

Stephanie Müller eröffnete offiziell das Power Breakfast, gab die Agenda bekannt und leitete eine Vorstellungsrunde ein. Alle Teilnehmerinnen stellten sich vor und beschrieben den Hintergrund für ihre Teilnahme am Power Breakfast. Interessant war, dass Studentinnen unterschiedlichster Studienrichtungen aus ganz Deutschland gekommen waren.

Nach der Vorstellung berichtete die erste Referentin, Anja Hoffmann, über ihren Karriereweg. Sie wollte uns nicht mit einem langen Vortrag langweilen, also schilderte sie nur knapp ihren Weg vom Studium bis zu ihrer heutigen Position bei der Allianz. Wichtiger, als sich selbst vorzustellen, waren ihr unsere Fragen. Durch eine Frage leitete sie elegant zur nächsten Referentin Ariane Rauschek über, die nun ebenfalls ihren Werdegang schilderte. Aus ihrem Bericht entstand eine offene Diskussionsrunde, im Laufe derer auch die dritte Referentin, e-fellows.net-Alumna Dr. Uta Knebel, von ihrer bisherigen Laufbahn berichtete.

Drei völlig verschiedene Laufbahnen

Für mich war vor allem interessant, drei so ungleiche Persönlichkeiten mit völlig unterschiedlichen Berufswegen kennenzulernen:

Anja Hoffmann arbeitet seit Januar 2011 bei der Allianz SE als Head of Business Partner Management. Sie studierte ursprünglich Wirtschaftsgeografie und Bauingenieurwesen an der TU München und kam erst über Umwege zur IT. In der IT arbeitet sie mittlerweile seit elf Jahren. Sie ist verheiratet und hat einen neunjährigen Sohn.

Ariane Rauschek begann ihre Karriere mit einer Ausbildung, studierte anschließend und arbeitete dann als Unternehmensberaterin. Heute ist sie Head of Department Capacity and License Management bei der AMOS SE.

Im Gegensatz zu ihren beiden Kolleginnen, promovierte Dr. Uta Knebel nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften an der TU München. Jetzt ist sie Vorstandsassistentin des Group CIO Dr. Ralf Schneider bei der Allianz SE.

Am spannendsten fand ich bei diesen Geschichten, dass der Zufall viele Karriereschritte der Referentinnen entschied und nicht immer alles nach Plan verlief.

Aufsteigen oder das machen, was man kann?

Wir Teilnehmerinnen hatten großes Interesse daran, wie sich die Karrierechancen von Frauen und Männern unterscheiden. Die Erfahrung der Referentinnen war, dass sich Männer eher nach oben orientieren, Frauen aber manchmal ab einer gewissen Ebene dafür entscheiden, nicht weiter aufzusteigen. Das geschieht durch Prioritäten wie "Ich will mein Kind mehr sehen".

Frauen wollen dann lieber auf einer Ebene bleiben und auf dieser weitere Herausforderungen suchen. Man kann als Frau weit nach oben kommen – aber nur, wenn man es selbst wirklich will. Und nicht immer ist für einen persönlich dieser Weg der einzig richtige. Alle Referentinnen waren der Meinung, man soll auf sein Gefühl hören bei neuen Karrierechancen. Ob ein Job oder Karrieresprung mehr Geld oder Ansehen bringt, ist nicht das Einzige, was zählt. Man ist nur gut, wenn man etwas wirklich will und vor allem kann.

Die Referentinnen sagten, wir sollen uns bei allen Entscheidungen selbst treu bleiben und uns von niemanden reinreden  lassen. Auch ungewöhnliche Entscheidungen zu treffen, hat manchmal Vorteile. Wichtig ist dabei, dass man zu allen Entscheidungen steht, denn nur so wird man ernstgenommen.

Tipps für die Zukunft: Lieber Hosenanzug

Wie hatten es die Referentinnen geschafft, sich in dieser Männerdomäne durchzusetzen? Sie versuchten, sich mit guter Arbeit Respekt zu verschaffen und immer 100 Prozent verlässlich zu sein. Außerdem achten sie darauf, eher einen Hosenanzug zu tragen, anstatt etwas zu sehr Modisch-Weibliches - weil man einfach ernster genommen wird.

Die Vereinbarkeit von Karriere und Familie war der zweite große Diskussionspunkt. Hier konnte uns vor allem Anja Hoffmann viele Fragen beantworten. Als Mutter hat sie es nicht immer leicht, ihre Karriere und Familienplanung unter einen Hut zu bekommen. Doch trotz der Schwierigkeiten, über die sie ehrlich sprach, machte sie einen glücklichen Eindruck. Nach ihrer eigenen Aussage kommt das daher, dass ihr ihre Arbeit viel Freude bereitet.

Ein Punkt, den alle Referentinnen immer wieder hervorhoben: das Wichtigste bei der Karriere ist, dass man Spaß hat - der Rest ergibt sich dann von ganz alleine.

Die männliche Meinung war schließlich auch vertreten

Im Anschluss an die Diskussionsrunde unterhielten wir uns in kleinen Gruppen mit den Unternehmensvertreterinnen. Viele Teilnehmerinnen nutzten die Gelegenheit, um Fragen loszuwerden, die sie nicht vor allen stellen wollten. Gegen Ende stieß noch ein männlicher Teilnehmer zu der bis dahin  weiblichen Runde: Frederick Steinke ist ebenfalls Mitarbeiter der Allianz SE. In den kleinen Gruppen konnten wir auch ihm Fragen stellen, wenn wir wollten, und somit auch eine "männliche Meinung" hören.

Mein persönliches Fazit und wem ich die Veranstaltung weiterempfehle

Insgesamt fand ich das Power Breakfast sehr gelungen. Durch den kleinen Kreis und die Ungezwungenheit konnten wir offen diskutieren. Ich würde es allen Stipendiatinnen empfehlen, mal ein Power Breakfast zu besuchen, da wirklich jeder von den Erfahrungen und Tipps der Referentinnen profitieren kann.

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Kommentar (1)

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  1. SchonAelter

    Schön, dass es jetzt solche Initiativen gibt! Als ich nach dem Mathematikstudium, das ich als Jahrgangsbeste bestand, anfing, da startete ich auch bei der Allianz, damals bei der BVB. Hier durfte ich in einem technischen Bereich die ersten Schritte machen. Da ich mich sehr gut mit den Ingenieuren verstand, wollte ich dort bleiben. Ich fühlte mich sehr wohl. Auf deren Wunsch hin fand sich eine KFZ-Werkstatt, in der ich ein fachlich ergänzendes Praktikum hätte machen können. Ich wollte in dieser Abteilung so schnell als möglich Projektleiterin werden udn mein Know How so auswerten, dass ich mit allen Leuten der Abteilung kompetent hätte reden können, so auch mit dem Schadensschnelldienst. Der Personalchef der BVB, mein direkter Vorgesetzter als Trainee verbot mir diesen Berufswunsch, da dies einer Frau nicht entspräche. Ich wurde mit deutlichem Hinweis gezwungen, Kostüm zu tragen und in den Außendienst geschickt. Dort empfing uns zwei Frauen der Leiter mit den Worten "Ich bin gegen Frauen im Außendienst, die machen nur das geschäft kaputt, weil sie mit meinen Vertreten ins Bett gehen." Wir gingen zum Betriebsrat udn wurden erneut zwangsumgesetzt. Bei einer Ausbildung im Winter verbot man mir, rutschfeste Schuhe zu tragen. Ich verunglückte gleich am nächsten Tag auf Glatteis. Da mein Band am Knöchel hin war, war ich als Frau wegen nun aus Gesundheitsgründen erforderlicher fester Schuhe im Außendienst nicht mehr tragbar. Ich wechselte in eine Analyse-Abteilung. Dort war meien erste Idee, Arbeitsabläufe zu optimieren. Ich fing an mit QBasic Programme zu erstellen. Dies sah der Abteilungsleiter und ich wurde verwarnt. EDV darf nur das Rechenzentrum machen. Man legte mir nahe, die Allianz zu verlassen. Chancenlos verließ ich die Allianz und wechselte in eien IT-Firma. Hier wollte ich erneut Projektleitung haben. Im Hinblick auf mein gebärfähiges Alter wurde mir dies verwehrt. Ich wurde am Mainframe mit COBOL eingesetzt und von allem Neuen ferngehalten. Als Hobby arbeitete ich dennoch bei der Einführung des ersten Intranets der Firma mit, natürlich in der Freizeit. Da ich mich wieder einmal bewährte, und über die Fusionmit der Vereinsbank einen anderen Chef bekam, klappte es nach Jahren doch mit der Projektleitung. Natürlich verdiente ich weniger als alle meine Projektmitgleider, da ich ja Frau war ..... Es ging so weiter.... Ich finde es toll, wenn nun Frauen endlich gefördert und nicht behindert werden, bis sie keine Engergie mehr haben, Karriere zu machen.

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