e-fellows des Monats Juli 2009: Felix und Moritz
Manege frei!
Vorhang auf für ein außergewöhnliches Bruderpaar! Moritz (29) forscht seit Jahren für das Deutsche Krebsforschungs- zentrum in Heidelberg, wo er gerade seinen Doktor gemacht hat. Felix (23) studiert Sportökonomie und Wirtschaftswissenschaften in Innsbruck, um später den olympischen Geist zu stärken. Zusammen erstürmten sie mit ihrer Akrobatik bereits Manegen von Stuttgart bis Australien. Doch nicht nur beim "Pyramidenbau" wollen die beiden hoch hinaus.
Moritz und Felix Durchdewald sind Hochstapler im wahrsten Sinne des Wortes: Sie bauen Pyramiden aus Menschen. Seit der sechsten Klasse trat das Bruderpaar als Akrobaten im schuleigenen Zirkuszelt auf. Dabei lernten sie eine wichtige Lektion: Hoch hinaus kommt man Stufe für Stufe. Das gilt in der Manege wie im Leben. Als passionierter Bergsteiger vergleicht Felix das gern mit dem Aufstieg auf den Gipfel: "Auf dem Weg zählt jeder Schritt." Alles ist möglich - solange man nicht stehenbleibt.
Akrobatik in Australien
Australien ist Felix' große Leidenschaft. Seit seinem freiwilligen sozialen Jahr dort, ist er fasziniert von "Down Under". Er bewarb sich mit Hilfe der "Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners" an einer Schule in Sydney. Während andere Altersgenossen Essen auf Rädern ausfuhren oder mit dem Tornister durchs Gelände robbten, wurde Felix Hausmeister. Allerdings schraubte er weniger an Lampen und Türen herum, sondern brachte den Zirkus an seine Schule. Seine Akrobatiktruppe aus Schülern trat nicht nur in der Aula auf; sie präsentierten sich sogar im eigenen Amphitheater.
Krebsforschung in Heidelberg
Die Sehnsucht nach Australien teilt er mit seinem großen Bruder, der für ein Forschungspraktikum ebenfalls ein halbes Jahr in Sydney verbracht hat. Moritz hat inzwischen seine Doktorarbeit beendet und arbeitet als Post-Doc am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Dort untersucht er verschiedene Varianten von Hautkrebs.
Gene abschalten
"Ob sich ein Tumor gut- oder bösartig entwickelt, wird wesentlich von unseren Genen bestimmt." Deshalb experimentiert Moritz mit Mäusen. Ihr Erbgut ist bereits zum großen Teil entschlüsselt und lässt sich gut mit den menschlichen Genen vergleichen. Bei sogenannten "In-vivo"-Versuchen untersucht er die Auswirkung verschiedener Behandlungsansätze auf den Organismus erkrankter Mäuse. Da das jedoch eine langwierige Methode ist, werden viele der Experimente an Zellkulturen durchgeführt. Diese lassen sich schneller nachzüchten. In ihnen versuchen Moritz und seine Kollegen, einzelne Gene zu verändern oder ganz "abzuschalten". Dafür werden bestimmte Chemikalien eingesetzt. Könnte man die Wirkung der Geninformationen gezielter steuern, ließen sich daraus neue Behandlungsansätze gegen Hautkrebs entwickeln.
Der "Heidelbergman"
Seine bisherigen Ergebnisse veröffentlichte Moritz bereits in angesehenen Fachzeitschriften wie "Cancer Research" und "Histology and Histopathology". Der Aufwand für eine solche Publikation ist derart groß, dass er im Schnitt nur eine pro Jahr veröffentlichen kann. Trotzdem ist ihm das bereits sechsmal gelungen. Bei soviel Engagement für die Forschung bleibt wenig Freizeit. Doch Moritz nutzt jede Gelegenheit für sein Triathlon-Training. Der ehemalige Halbmarathon-Läufer nimmt inzwischen sogar am "Heidelbergman", dem "Ironman" der Studentenstadt teil.
"Make your Move"
Auch im Leben seines Bruders spielt der Sport eine große Rolle. In fast jeder Disziplin hat sich Felix bereits ausprobiert: Mountainbiking, Klettern, Beachvolleyball, Fußball, Schwimmen und Basketball. Außerdem ist er Mitorganisator des Streetball-Turniers "Make your Move". Auch beruflich soll es sportlich bleiben. Zurzeit studiert Felix Wirtschaft und Sportökonomie. Später möchte er am liebsten für einen Sportartikelhersteller oder bei großen Organisationen wie der FIFA und dem Deutschen Olympischen Sportbund arbeiten.
Ärger mit den Nachbarn
Genauso experimentierfreudig ist Felix in der Musik. Er spielt Bariton-Horn und Schlagzeug, war im Schulorchester und in einem Chor. Heute ist es allerdings stiller bei ihm geworden - seine Nachbarn mögen keinen "Krach". Bruder Moritz hat da mehr Glück. In Heidelberg hat er Gleichgesinnte gefunden, mit denen er regelmäßig auf dem Cello musizieren kann. Ein willkommener Ausgleich zur wissenschaftlichen Routine.
Bruder über Bruder
Die gemeinsamen Auftritte im Zirkuszelt von Stuttgart sind vorbei. Moritz forscht schon seit längerer Zeit in Heidelberg. Und Felix studiert seit anderthalb Jahren in Innsbruck. Doch der Zusammenhalt zwischen den beiden leidet nicht unter der Entfernung. Felix hält große Stücke auf den älteren Bruder: "Er ist mein Vorbild, weil er zielstrebig seinen Weg geht und dabei erfolgreich ist. Außerdem können wir über alles reden. Wir haben ein super Verhältnis." Moritz bestätigt: "Wir geben uns gegenseitig Ratschläge. Wenn ich ein Problem habe, kann ich mit ihm sprechen. Seine Meinung ist mir wichtig, obwohl er der Jüngere ist."
Die nächste Stufe
Stufe für Stufe haben die Brüder so gemeinsam bewältigt. Moritz sucht eine neue Herausforderung um seine Erfahrungen aus der Forschung gezielt einzubringen: "Ich möchte mit meiner Arbeit einen bleibenden Wert für die Menschen schaffen." Und Felix? Der träumt noch immer von Australien. Vielleicht führt ihn sein nächster Schritt zurück nach "Down Under", vielleicht aber auch nach Olympia. Alles ist möglich - solange man nicht stehenbleibt.
e-fellows Felix und Moritz über sich
Ich bin e-fellow, weil ...
Felix: ...ich die Chance auf ein Praktikum und das Mentorenprogramm nutzen möchte, um neben meinem Studium meinen Horizont zu erweitern und mein persönliches Netzwerk auszubauen.
Moritz: ...ich mir die Chance nicht entgehen lassen wollte, ein super Netzwerk zu anderen Stipendiaten und Unternehmen aufzubauen.
Experte bin ich im ...
Felix: ...Zeitmanagement und im Fach Sport sowie dessen Verknüpfung mit der Wirtschaft. Außerdem kenne ich mich bestens in Australien aus.
Moritz: ...Ziele erreichen, Projektmanagement, wissenschaftlichen Arbeiten, Imkern und Espressozubereiten.
Gar nicht geeignet bin ich für ...
Felix: ...kreatives Zeichnen und Malen.
Moritz: ...Salatzubereiten und Hemdenbügeln.
Wenn ich nicht studiere, dann ...
Felix: ...besteige/befahre ich am liebsten einen der zahlreichen Berge der Umgebung. Beachvolleyball und Fußball sind weitere Nebenbeschäftigungen. Außerdem engagiere ich mich in einem Jugendzirkus als Trainer und Venuemanager.
Moritz: ...treibe ich Sport, spiele Cello, lese die Zeit, pflege mein soziales Netzwerk oder bin auf Reisen.
Wenn ich etwas Grundlegendes ändern könnte in Deutschland, dann ...
Felix: ...würde ich versuchen, die Schere zwischen Arm und Reich zu verkleinern und mehr jungen Menschen Chancen und Perspektiven geben. Außerdem würde ich den Deutschen nahelegen, ihre Mentalität des ständigen Nörgelns und Beschwerens abzulegen und positiver an die Dinge heranzugehen.
Moritz: ...würde ich mich für mehr Optimismus und Veränderungswillen einsetzen, damit wirkliche Fortschritte erreicht werden. Zudem würde ich massiv in Bildung und Forschung investieren, auf neue Technologien und regenerative Energie setzen und die europäische Integration vorantreiben.
Mein größter Traum ist es, ...
Felix: ...in Australien zu arbeiten und zu leben. Den australischen "Way of life" habe ich während meines freiwilligen sozialen Jahres kennen und lieben gelernt.
Moritz: ...für die Menschheit einen nachhaltigen Mehrwert zu schaffen.
In zehn Jahren ...
Felix: ...habe ich hoffentlich eine kleine Familie und einen spannenden Job.
Moritz: ...hoffe ich meinem Traum näher zu sein.
Bei e-fellows.net gefällt mir besonders...
Felix: ...der Austausch zwischen exzellenten Studierenden, die aktuellen Themen, der Zugang zu hilfreichen Datenbanken und die enge Verknüpfung mit der Welt der Unternehmen. Der Zugriff auf die Datenbanken hat schon bei so mancher Seminararbeit geholfen.
Moritz: ...über aktuelle Trends und Chancen informiert zu werden und die Möglichkeit zu haben, das persönliche Netzwerk zu pflegen und auszubauen.
