Stipendiat des Monats März 2012 - Titus

Der Anti-Tabak-Aktivist

Schlechte Noten bedeuten nicht gleich Desinteresse; dafür ist Stipendiat Titus der Beweis: Als Schüler engagiert er sich bei Amnesty International und gibt ehrenamtlich Nachhilfe. Lobenswert! Aber nicht wirklich außergewöhnlich. Anders hingegen ist sein Pilotprojekt "Aufklärung gegen Tabak" - eine Art Franchise-Initiative, die 10-15 jährige Schüler deutschlandweit bildet.

Stipendiat des Monats Februar 2012 Titus

Bis zur elften Klasse brachte e-fellows.net-Stipendiat Titus Brinker (21) lausige Noten nach Hause. Ein Ziel hatte gefehlt. Das Ziel kam, und alles änderte sich: "Ich will Arzt werden." Nun studiert er Medizin an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Und macht in seiner Freizeit Front gegen das Rauchen.

Genug der Theorie - auf nach Texas!

Nach zwei Semestern Medizin hat Titus genug von der Theorie. Er möchte praktische Erfahrungen sammeln - in den USA. Den Haufen Schotter, den das trotz Stipendium kostet, hat er während und nach dem Abitur verdient. Er gründete ein Kleinunternehmen mit Klavierunterricht. In den Hochzeiten nahmen sechs Schüler Unterricht. Den Kontakt zu einem Molekularbiologie-Labor in Texas bekommt Titus über das Netzwerk des Stipendiums. Der Leiter des Labors ist Stipendiat und lädt ihn für drei Monate zu sich ein.

e-fellows diskutieren übers Rauchen

Eigenhändig das Erbgut entschlüsseln

Proteine isolieren und DNS entschlüsseln - wie viele 20-Jährige können solche Erfahrungen machen? In Texas gehört genau das zu Titus' Aufgaben. Zusammen mit einer Handvoll der knapp 50.000 Studenten der Texas A&M University, die alle deutlich älter sind und deutlich mehr als zwei Semester Medizin studiert haben. Ins kalte Wasser springen ist beinahe Routine geworden. Einen Monat arbeitet Titus in der Pädiatrie eines Krankenhauses. Und er macht alleine Anamnesen - die erste Bestandsaufnahme der fremden Patienten. "Angemessen zu beschreiben, was den Kindern fehlt, war zu Beginn herausfordernd. Englisch sprechen ist eine Sache; englisch diagnostizieren, welche Krankheit jemand hat, ist etwas ganz anderes!".

Anti-Tabak-Kampagne im Gepäck

Die Inspiration, die Titus schließlich mit nach Hause nimmt, bekommt er dann doch von texanischen Studenten: "Aufklärung gegen Tabak e.V." oder knapper "AGT". Ein Tabak-Präventions-Programm - die Idee ist ein Import, die Umsetzung in Deutschland auf Titus' Mist gewachsen. Inspiriert von seiner Erfahrung in Texas entwickelt Titus ein Konzept für den deutschen Sprachraum. Als der Erstentwurf steht, holt er sich Dozenten, Professoren und Doktoren an Bord. "Der Clou ist, dass wir Studenten kaum älter sind, als die Schüler, die wir in den Seminaren an Schulen erreichen wollen. Wir können überzeugende Vorbilder sein; wir sind jung und arbeiten ehrenamtlich. Das macht uns authentisch." "Franchise" an der Idee ist, dass man eine Gründungsanleitung und alle Materialien auf der Website bekommt und selbst leicht eine "AGT"-Gruppe ins Leben rufen kann; bisher geschehen in Aachen, Leipzig, Frankfurt, Hannover und Gießen. Die Gruppen stehen über soziale Netzwerke in Kontakt. Der Aufwand ist gering und der Ertrag bedeutsam.

Approbation und dann? Karrierewege kennenlernen

Medizin Pflaster klein [Quelle: sxc.hu, Autor: barky]

Die richtige Entscheidung für die berufliche Zukunft treffen: Dabei hilft der Karriere-Tag "ZEIT für neue Ärzte" (ehemals: Perspektiven für Mediziner). Stelle leitenden Ärzten und erfahrenen Medizinern aus alternativen Branchen deine Fragen zu Weiterbildung, Berufswegen und Jobeinstieg.

Zukunft(s)projekt

Das Projekt steckt 2012 noch in den Kinderschuhen, aber Titus ist sicher, "es wird auch in zehn Jahren noch bestehen. Nach einem Jahr Arbeit geben die Zuständigen den Kelch an Nachfolger aus dem ersten klinischen Jahr weiter." Noch steckt er täglich zwei Stunden Arbeit in "AGT". Aber er hofft, sobald das Projekt ins Rollen geraten ist, anderen Leidenschaften frönen zu können: Badminton oder Fußball spielen zum Beispiel.

Ich bin e-fellow, weil ...

... mir dies ermöglicht, meine Zukunft mit qualifizierter Beratung zu planen.

Ich studiere mein Fach, weil ...

... es mein größter Traum ist, die gesunde Lebensspanne von Menschen verlängern zu können. Erstens unmittelbar, durch meine praktische Tätigkeit, und zweitens indirekt, durch administrative und eventuell politische Einflussnahme. 

Experte bin ich ...

... im Ziele-Verfolgen.

Gar nicht geeignet bin ich für ...

... mieses Wetter.

Meine Buchempfehlung für die e-fellows ...

... "Handbuch Anti-Aging & Prävention" von Rüdiger Schmitt und Simone Homm.

Mein größter Traum ist es, ...

... ein guter Arzt zu werden, der über seine klinische Tätigkeit hinaus Verbesserungen in der Gesundheitsversorgung erzielt. Ich möchte erfolgreich dazu beitragen, chronische Alterserkrankungen von heute besser zu therapieren. 

In zehn Jahren ...

... bin ich vermutlich praktizierender Arzt in dem Fach, das mich nachhaltig am meisten begeistert hat und trage zur Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten bei – für jeden Patienten. 

Bei e-fellows.net gefällt mir besonders ...

... mit Menschen in Kontakt zu treten, die außergewöhnliche Ziele haben, hart an ihnen arbeiten und oftmals in ihrem Fach überdurchschnittlich gut qualifiziert sind.

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