Vitamine für Studium und Karriere
Henrike (28) studiert Kommunikations-wissenschaft an der TU Dresden. Im Rahmen einer Kooperation der Zeitschrift job@business und e-fellows.net wurde sie als Leserin zum Power Breakfast in Dresden eingeladen. Dort gaben Karin Ferring von Bosch und Inka Klotsche von AMD ihr und den anderen Teilnehmerinnen Tipps zu
Studium, Berufsleben und Karriereplanung.
Endlich! Voller Erwartungen halte ich die neue Ausgabe der Zeitschrift job@business in den Händen. Schon auf Seite acht stoße ich auf eine ungemein interessante Überschrift: "Aktion von job@business und e-fellows.net". In diesem Artikel wird das erste Online-Stipendium Europas von e-fellows.net vorgestellt und gleichzeitig die Teilnahme an einem Power Breakfast ausgelobt. Ein Event, bei dem weibliche Nachwuchstalente mit erfolgreichen Managerinnen aus der Wirtschaft in ungezwungener Atmosphäre zusammentreffen. Von der Initiative angetan bewerbe ich mich und habe Glück. Für den 11. November 2004 erhalte ich eine Einladung in den Luisenhof Dresden zum 24. Power Breakfast von e-fellows.net.
Früh aufstehen für neue Einblicke
Um 8.30 Uhr geht es los. Zuerst mit der Eröffnung des Buffets: Eine große Obstplatte, Joghurt und Quark, mit leichten Raffinessen belegte Brötchen, ofenwarme Brezeln, Kaffee, Tee und Saft – ein schwerer Bauch studiert und diskutiert eben nicht gern. Einige Teilnehmerinnen sind bereits kurz nach vier Uhr aufgestanden, um rechtzeitig einzutreffen. Denn neben den Dresdner Studentinnen sind auch die Universitäten in Freiberg, Leipzig, Zittau, Görlitz und Jena vertreten. Während draußen bei sechs Grad der Frühnebel langsam verschwindet und einen wunderschönen Blick auf die Elbe freigibt, entwickeln sich im Seminarraum mehrere heiße Diskussionen. Man lernt sich kennen, kommt sich näher, gewinnt neue Einblicke.
Bunt gemischte Teilnehmerrunde
Edna Platzer, Vertreterin von e-fellows.net, stellt sich und den anschließenden Ablauf vor. Nun sind wir an der Reihe: 33 Studentinnen, von der angehenden Psychologin über die zukünftige Fachfrau für Elektronik- und Sensormaterialien bis hin zur späteren Wirtschaftsingenieurin. 33 Lebensläufe wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Und alle haben Fragen, die genauso unterschiedlich sind wie die Teilnehmerinnen an diesem Power Breakfast.
Interessante Aufgaben sind wichtiger als Karriere
Zur Beantwortung sind zwei Referentinnen geladen. Inka Klotsche, Managerin Employee Relations und Personalbeschaffung bei AMD Saxony LLC & Co. KG in Dresden, und Karin Ferring, Personalleiterin der Robert Bosch Fahrzeugelektrik Eisenach GmbH. Beide Frauen erzählen offen über ihren Lebens- und Karriereweg, obwohl letzterer für sie nie im Vordergrund stand.
"Mir war es immer wichtig, eine interessante, herausfordernde Arbeit zu haben", erzählt Karin Ferring. Auch bei Inka Klotsche haben "interessante Aufgabenfelder, Neugier und die Lust am Lernen" Priorität vor dem Karrieregedanken.
Keine Angst vor der Karriere mit Kind
Unter anderem kommt das Thema Kind und Karriere zur Sprache, das den meisten Teilnehmerinnen unter den Nägeln brennt. Inka Klotsche, Mutter einer 15-jährigen Tochter, versucht, die Angst vor diesem Thema zu nehmen: "Man wächst mit dieser Aufgabe." Wichtig sei bei der Entscheidung für Kind und Karriere die Unterstützung durch die eigene Familie und ein ausgeklügeltes Zeitmanagement. Außerdem würden die Unternehmen langsam erkennen, dass es günstiger ist, ihren Mitarbeiterinnen den Einstieg nach der Babypause zu erleichtern. Hinzu kommt laut den Referentinnen, dass Frauen in Sachen Sozialkompetenz und problemorientiertem Denken sowieso im Vorteil sind.
e-fellows haben bessere Chancen
Dieses Plus gilt jedoch nicht für die Bewerbung. Zu den wichtigen Einstellungskriterien zählen die Referentinnen eine auf den entsprechenden Job passende Fächerkombination, die Note und vor allen Dingen außeruniversitäre Aktivitäten wie Praktika, soziales Engagement und Auslandsemester. Ein Auslandsaufenthalt sollte allerdings aus eigenem Willen organisiert werden und nicht aus einem Pflichtgefühl. "Man sollte tun, was einem persönlich wichtig ist, und seinen Freiraum für die eigene Persönlichkeitsentwicklung nutzen. Deswegen sollte man nicht ins Ausland gehen oder Praktika machen, nur um damit den Lebenslauf aufzupeppen", rät Karin Ferring. Eindeutig positiv werden in diesem Zusammenhang auch die Mitgliedschaft und dazugehörige Aktivitäten bei e-fellows.net bewertet.
Es gibt ihn, den Frauenbonus
Viele weitere Themen werden an diesem Vormittag angesprochen: Erfolgreiches Verhandeln, Altersbegrenzung bei Berufseinstieg, Flexibilität im Job, Kontaktmöglichkeiten und vieles mehr. Einstimmig weisen Karin Ferring und Inka Klotsche auf Selbstbewusstsein, Authentizität, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit hin. Zum Schluss sprechen wir über das "Vermännlichen" von Frauen in Männer-Ressorts. Leider zeige sich, dass Frauen sehr anfällig dafür sind, in Berufsfeldern, die (zur Zeit noch) von Männern dominiert werden, hart und burschikos zu werden, findet Inka Klotsche. Doch beide Referentinnen sind sich einig: "Das ist sehr unschön. Das ist völlig unnötig. Denn es gibt ihn, den Frauenbonus."
