Lehrreiches Frühstück in Kanzlei
e-fellow Christoph (24) studiert Jura an der Uni Bayreuth. In den Semesterferien war er zum Praktikum im Frankfurter Büro der Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller. Dabei lernte Christoph, dass auch in großen Kanzleien das Arbeitsklima angenehm persönlich sein kann. Wozu auch ein Früh- stück mit den Anwälten seinen Teil beitrug.
Natürlich war ich etwas nervös, aber auch neugierig, als ich Ende Juli zum ersten Mal das Hochhaus von Hengeler Mueller in Frankfurt betrat. Das legte sich aber schnell, denn bei einem Begrüßungsempfang lernte ich die zwölf anderen Praktikanten und die ersten Anwälte kennen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit Frankfurter "grüner Soße" bezogen wir je zu zweit unsere Büros. Bibliotheks- und Computereinweisungen zeigten schnell, dass Hengeler nicht nur eine große Kanzlei, sondern auch ein modern organisiertes Unternehmen ist.
Anspruchsvolle Aufgaben: Gutachten für echte Mandate
Je zwei Anwälte betreuten als Tutoren einen Praktikanten und versorgten uns natürlich auch mit Arbeit. So bekamen wir Einblick in die verschiedenen Spezialgebiete von Hengeler Mueller. Meine Tutoren waren zum Beispiel auf Steuerrecht sowie gewerblichen Rechtschutz und Urheberrecht spezialisiert. Das zur Arbeit nötige Spezialwissen ging daher zwar oft weit über den von der Uni bekannten Stoff hinaus, dafür waren die Arbeitsgebiete aber anspruchsvoll und vielfältig. Neben Rechercheaufgaben arbeitete ich zum Beispiel an einem Schriftsatz, verschiedenen Gutachten, einem englischsprachigen Buch über Fusionen in Deutschland, Übersetzungen von juristischen Texten und einem Prospekt für einen Börsengang - an echten Mandaten eben.
Kaffee kochen? Nur für mich selbst!
Kaffee kochen musste ich bei diesem Praktikum dagegen nur für mich selbst. Allerdings waren unsere Tutoren sehr darauf bedacht, dass neben der Arbeit auch genügend Freizeit blieb. Sicher dauerte es ab und an mal länger, wenn noch etwas erledigt werden musste. Es blieb aber auch genügend Zeit, Frankfurt kennen zu lernen.
Rahmenprogramm: Englischkurs und Börsenbesuch
Nebenher wurde für uns Praktikanten ein umfangreiches Rahmenprogramm organisiert: Beim Firmenfrühstück konnten wir die Rechtsgebiete von Hengeler Mueller näher kennen lernen. Und im wöchentlichen Englischkurs vertieften wir unser Rechts- und Wirtschaftsenglisch. Auch eine Fallstudie zu einem Unternehmenskauf inklusive Markup eines Kaufvertragentwurfs und "Due Diligence" (Prüfung der Ertrags- und Geschäftslage sowie der Jahresabschlüsse eines Unternehmens zum Beispiel bei Aktienemissionen) mussten wir lösen. Außerdem besuchten wir den Trading Floor der Deutschen Bank und – natürlich der Klassiker in Frankfurt – die Deutsche Börse.
Prima Klima unter den Praktikanten - auch beim Golfen
Auch unter den Praktikanten selbst herrschte eine sehr gute Stimmung. Einmal in der Woche stand abends ein soziales Event auf dem Programm. Dabei konnten wir auch viele der Anwälte näher kennen lernen. So blieb nach der Arbeit noch Zeit, bei einem Cocktail – oder auch bei Äppelwoi – mit Blick auf die Frankfurter Skyline zu entspannen. Höhepunkt war ein Golfkurs mit anschließendem Abendessen im "Cocoon Club".
Mein Fazit
Durch mein Praktikum bei Hengeler Mueller habe ich zum ersten Mal Einblick in das Leben und Arbeiten in einer Wirtschaftskanzlei bekommen. Obwohl es immer viel zu tun gibt, herrscht doch eine gute Atmosphäre. Anscheinend sind doch nicht alle Großkanzleien anonyme juristische Fabriken!
