Teilchenbeschleuniger des Erfolgs

e-fellow Ariane

e-fellow Ariane (24) studiert Politologie an der Uni Bonn. Von Pia Palmu und Larissa Aragón wollten sie und 35 andere weibliche e-fellows Tipps für den Job und Tricks für den Karrieresprung ins Wasser des Arbeitsmarkts.


Das Power-Breakfast fand im McKinsey Office in Köln statt. Circa 35 Stipendiatinnen und deren Freundinnen waren gekommen, um sich mit den beiden Referentinnen auszutauschen und Tipps in Sachen weiblicher Karriere zu bekommen. Dabei waren ihnen Pia Palmu und Larissa Aragón Castro gerne behilflich. Die beiden Frauen wissen, wovon sie sprechen. Pia Palmu ist Leiterin im Personalmarketing von IKEA und Larissa Aragón Castro ist Managerin im Personalmarketing von Roche Diagnostics.

Alle guten Wege führen nach oben
Beim gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und belegten Brötchen erfuhren wir, wie sich die beiden Referentinnen auf ganz unterschiedliche Art und Weise hochgearbeitet hatten. Den beiden Frauen ist hinsichtlich ihres Karrierewegs nur eines gemein: Sie sind Ausländerinnen und mussten zu Beginn ihres Berufswegs mit anderen Schwierigkeiten kämpfen als deutsche Muttersprachler oder in Deutschland aufgewachsene Kinder. Palmu ist Finnin, Aragón stammt aus Mexiko.

Die ersten Schritte in Richtung Karriere
Pia Palmu und Larissa Aragón kommen nicht nur aus geographisch entgegengesetzten Ländern, sondern hatten auch grundverschiedene Ausgangsbedingungen für ihre Karriere. Während Palmu schon als Kind nach Deutschland kam und ihre ersten (Lebens-)Erfahrungen hier schon sehr früh machte, lebte Aragón erst in ihrer Studienzeit für längere Zeit in Deutschland. Pia Palmu hatte auf ein Studium aus familiären Gründen verzichten müssen und begann ihre Karriere bei Graetz (inzwischen Nokia) am Fließband. Larissa Aragón hingegen kehrte nach ihrem Universitätsabschluss in Mexiko wieder nach Deutschland zurück, um nach einer Arbeit zu suchen. Über den Umweg eines Aufbaustudiums in England gelangte sie schließlich zur Citibank nach Deutschland.

Mit Wille und Ausdauer ans Ziel
Die Frauen vermitteln den Eindruck, sehr willensstark und ausdauernd zu sein. Die 35 Zuhörerinnen im McKinsey Office in Köln scheinen alle dasselbe zu fühlen: Den beiden Frauen genügt es nicht, nur "irgendwie" vorwärts zu kommen. Pia Palmu und Larissa Aragón wollen auf ihrem Weg nach oben niemals auf einer unteren Ebene stehen bleiben. So blieb Palmu zwar lange Zeit bei der Firma Graetz, aber stets in unterschiedlichen Abteilungen. Auf ihrem Weg kam ihr die Übernahme durch Nokia entgegen, da Pia Palmu nun ihre finnische Herkunft geschickt einsetzen konnte. Schließlich wechselte sie zu ARAL, kehrte zu Nokia zurück und befindet sich seit kurzer Zeit bei IKEA.

Kreativität und Mut als Teilchenbeschleuniger des Erfolgs
Die Suche nach neuen Herausforderungen hat auch Larissa Aragón schließlich zu Roche Diagnostics geführt. Auf ihrem Weg war ihr besonders Kreativität und Mut zu Neuem behilflich. So war sie noch zu Citibank-Zeiten für die Zertifizierung der besten Filiale zuständig. Statt einer Urkunde setzte sie auf einen Porsche. Das Auto für jeden Mitarbeiter für ein Wochenende zur Belohnung. Und sie hatte damit Erfolg, ihr Name sprach sich rum. Womit wir auch schon bei den fünf Tipps angekommen sind, die uns Aragón mit auf den Weg geben wollte:

  • Folgen Sie ihrem Herzen. Nicht alles lässt sich durch Planung und Verstand regeln. Bei wichtigen Entscheidungen ist es manchmal sinnvoll auf das Herz zu hören, um die richtige Bahn einzuschlagen.
  • Halten Sie sich mehrere Türen offen. Sie selbst hatte sich bei ihrer Ankunft in Deutschland neben der Jobsuche immer die Option eines weiterführenden Studiums offen gehalten.
  • Schaffen Sie sich "Visibility". Man solle nicht darauf warten, dass man gesehen wird, sondern aktiv daran arbeiten, z.B. durch die gezielte Wahl von Projekten.
  • Gehen Sie neue Wege. Als Beispiel gab Aragón ihre Zertifizierungsgeschichte. Kreativität ist gefragt.
  • Suchen Sie sich das Unternehmen, das zu Ihnen passt. Versuchen Sie sich nicht anzupassen, sondern halten Sie Ausschau nach Unternehmen, mit Werten, mit denen Sie sich identifizieren können.

Pia Palmu ergänzte ihre Hinweise durch ein Sprichwort. Die drei griffigen Zeilen zeigten ohne viel Erklärungsbedarf, worauf es ihr für ihren Karriereweg ankommt und was sie uns weitergeben möchte.

"Das was ich lebe, bin ich.
Das was ich bin, strahle ich aus.
Und das was ich ausstrahle, kommt zu mir zurück."

Alles geht, wenn man nur will
Pia Palmu und Larissa Aragón stehen für zwei Rollenvorbilder, die bei den Power-Breakfast-Teilnehmerinnen gut ankamen. Das zeigte auch die anschließende Diskussion, bei der es vor allem um die Frage ging, wie sich Kind und Karriere vereinbaren ließen. Beide Unternehmen wurden dabei sehr freundlich präsentiert. Mit bis zu 200 verschiedenen Arbeitszeitmodellen und Firmenkindergärten ist das Angebot für Frauen mit Kindern sehr vielschichtig. In puncto Kinderbetreuung ließ sich im Gespräch allerdings kein Patentrezept finden. Es wurde klar, dass alles möglich ist, wenn man es nur will. Doch trotz der Unterstützung der Unternehmen für Mütter, sollte man in einem Bewerbungsgespräch nicht gleich nach dieser fragen. Denn Unternehmen suchen Mitarbeiterinnen und keine Mütter. Dabei ist es natürlich von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich, wie offen man im Bewerbungsgespräch auftreten darf.

Frau und Karriere?
Mit Benachteiligungen aufgrund ihres Geschlechts hatte vor allem Palmu schon Erfahrung gesammelt. Da kam es vor, dass sie nicht die gleichen beruflichen Vergünstigungen erhielt wie ihr männlicher Vorgänger auf diesem Posten.
Pia Palmu spricht laut aus, was so manche Frau heimlich denkt: Frauen müssen lernen, mehr Forderungen zu stellen. Während es für Männer ganz normal ist, in Gesprächen auch das Thema Gehalt einzubringen, scheuen die meisten Frauen vor diesem Schritt zurück. Sagt Pia Palmu. Was aber sagen die Zuhörerinnen?

Die Gegenposition
An diesem Punkt wurde Zweifel laut. Was, wenn man nun gar nicht in eine Führungsposition möchte? Denn eins wurde auch klar: Auch die schönsten Hobbies verlangen einen Terminplan. Und der muss eingehalten werden. Außerhalb des Berufs wird genau das aber ab einer bestimmten Position schwierig. Und da heißt es abwägen zwischen dem Bedürfnis an Freizeit und der Bereitschaft, auch bis 20 Uhr oder länger im Büro zu arbeiten. Aber, so sagten die beiden Referentinnen, man könne schon auch flexibel einteilen, wann man Aufgaben erledige. So könne man mal früher gehen und dafür am Wochenende seine E-Mails erledigen.

Dass beiden Referentinnen ihre Arbeit durchaus auch Spaß macht, war aber nicht zu übersehen. So bin ich dann mit vielen Eindrücken nach Hause gefahren und nehme mit, dass ich alles erreichen kann, wenn ich es will.

 

 

 

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