Praktikum zwischen Fisch und Chip
e-fellow Kirill (23) studiert Ingenieur-Informatik an der Uni Dortmund. Von Juli bis Dezember 2003 absolvierte er ein Praktikum bei T-Systems UK Ltd. in Milton Keynes. Durch das Praktikum wollte er sein Hauptstudium mit internationalen, praktischen Erfahrungen auf dem IT/TC-Gebiet bereichern.
T-Systems UK Ltd wurde Ende 2001 als Nachfolger von Debis IT Services gegründet. In den letzten zwei Jahren entwickelte sich das Unternehmen von einem kleineren IT-Dienstleister zu einem der führenden Systemhäuser in Großbritannien. So stieg die Mitarbeiterzahl von knapp 100 auf 400 und der Gewinn verzehnfachte sich. Die Hauptgeschäftsfelder der T-Systems UK sind IT & TC Outsourcing, Netzwerk- und SAP-Lösungen, Software-Entwicklung und Consulting für Großunternehmen. Es bestehen internationale Kooperationen sowohl in Bezug auf die Kundenstruktur als auch intern, innerhalb von T-Systems International. Beides konnte ich während meines Praktikums aktiv von beiden Seiten erfahren.
Meine Aufgabenbereiche
Im Laufe des Praktikums wurden mir in zwei Abteilungen sehr interessante und anspruchsvolle Aufgaben anvertraut. Desktop Services ist für Planung, Aufbau und Betrieb von IT-Infrastruktur zuständig. Computing Services kümmert sich um die wirtschaftliche und organisatorische Koordinierung mehrerer technischer Teams.
Briten: Könige des Small Talks
In englischen Büros herrscht eine sehr angenehme und freundschaftliche Atmosphäre. Kollegen, Vorgesetzte und Kunden werden ausschließlich mit Vornamen angesprochen und – mit Ausnahme von sehr seltenen formellen Briefen – angeschrieben. Generell liegt der Schwerpunkt in direkter und telefonischer Kommunikation. Small Talk gehört zweifelsohne zu den meist verbreiteten Klischees über England – und es ist auch eines der wenigen, die der Realität völlig entsprechen. Unverbindliche Fragen wie etwa "how are you today?" bilden fast immer den Anfang der Konversation, selbst einer zweier unbekannten Gesprächspartner und rein geschäftlicher Art. Vor allem im Büro wird vieles indirekt ausgedrückt. Anweisungen meist im Konjunktiv II und in höflichen Fragen formuliert. Eine Antwort wie "I am not sure if I can help you with this" kommt einem "Das geht nicht" gleich. Kritik und Kritikfähigkeit bekommt damit noch eine völlig andere Dimension.
Nur mit Humor bitte
Meetings und Präsentationen, das lernte ich, dürfen nicht zu steif und nicht mit Fakten überladen werden. Humorvolle Elemente werden gerne gesehen. Überflüssige Datentabellen und komplexe Grafiken, die in Deutschland oft Überzeugungsarbeit leisten, werden in England eher mit Unverständnis aufgenommen.
Freizeitjunkies sind hier richtig
Milton Keynes hat ein ausgezeichnetes Shopping- und Freizeitangebot. Neben einem riesigen Einkaufszentrum, wo man zwar nicht die Atmosphäre, wohl aber die gleichen Geschäfte von der Londoner Oxford Street antrifft, befindet sich eine überdachte Skianlage. Leider ist die teuer und hauptsächlich für Anfänger interessant. Nach klassischen englischen Pubs, die man unbedingt erleben sollte, suchte ich in Milton Keynes vergeblich. In London und Oxford wurde ich jedoch schnell fündig. Bekanntschaft machte ich dort auch mit dem britischen Trinkverhalten: Getränke werden nicht einzeln, sondern abwechselnd für die ganze Gruppe in "rounds" bestellt und bezahlt.
Ein einzigartiges kulturelles Erlebnis
In meinem Praktikum konnte ich aus internationaler Perspektive wertvolle Einblicke in sowohl technische als auch betriebswirtschaftliche Abläufe bekommen. Gleichzeitig war mein Auslandsaufenthalt in Großbritannien – sicherlich einem der abwechslungsreichsten und schönsten Länder Europas – ein einzigartiges kulturelles Erlebnis.
Noch Fragen? Dann schreib eine Mail an Kirill.
