In der Rolle des Wirtschaftsanwalts
e-fellow Laura bei Hengeler Mueller, Teil 1
e-fellow Laura (25) studiert Jura in Freiburg und lernt im "Winterpraktikum" bei Hengeler Mueller drei Wochen lang Mergers & Acquisitions kennen. Sie hat, wie ihre Mitpraktikanten, einen Mentor an ihrer Seite, der sie in die Welt eines Wirtschaftsanwalts einführt.
Montag, 26.03.07:
Der erste Praktikumstag beginnt morgens um 10 Uhr mit einer offiziellen Begrüßung der neun Praktikanten. Hier erhalten wir einführende Informationen über die Kanzlei bezüglich Geschichte, Entwicklung, Arbeitsbereiche sowie Karriereaussichten. Danach gibt es eine kleine Führung durch die Räumlichkeiten, die sich imposant über ganze fünf Stockwerke erstrecken. Im Anschluss werden wir für die Zeit des Praktikums jeweils einem Tutor (ein Associate) sowie einem Partner zugeordnet. Entsprechend dem Haupttätigkeitsfeld von Hengeler Mueller bin ich, wie auch die meisten anderen Praktikanten, im Bereich Mergers & Acquisitions eingesetzt.
Nach einem Anrittsbesuch bei unseren jeweiligen Partnern, gehen wir zusammen mit unseren Tutoren mittagessen. Am Nachmittag gibt mir mein Tutor eine kleine Einführung in das laufende Mandat, an dem er gerade mitarbeitet. Es geht um einen Unternehmensverkauf, bei dem eine so genannte Legal Due Diligence durchgeführt werden muss. Das ist eine rechtliche Überprüfung eines Unternehmens anhand wichtiger rechtlicher Dokumente, um den Wert eines Transaktionsobjekts zu ermitteln. Nach einer kleinen Einführung in die Bibliothek steht am frühen Abend als letzter Programmpunkt noch ein Willkommensdrink an der im obersten Stockwerk gelegenen, hauseigenen Bar mit Blick über die Dächer Düsseldorfs auf dem Plan. Ein schöner, geselliger Ausklang des ersten Tages.
Dienstag, 27.03.07
Am Morgen erhalten wir zunächst eine kleine IT-Einführung. Danach beschäftige ich mich weiter mit den Unterlagen, die mir mein Tutor zur Einführung in den Unternehmenskauffall gegeben hat. Am Nachmittag bekomme ich den Auftrag, eine Notiz zu erstellen. Das ist eine kurze Erörterung eines rechtlichen Problems im Zusammenhang mit dem Mandat. Hierzu benutze ich zum ersten Mal die Bibliothek. Ich werde zwar recht schnell zum Thema fündig, aber leider befinden sich einige der einschlägigen Bücher in einer anderen Filiale von Hengeler Mueller. Das erweist sich jedoch nicht als ernsthaftes Problem, da die Bibliothekarin mir sofort anbietet, die Inhaltsverzeichnisse als ersten Eindruck anzufordern. Kurze Zeit später habe ich sie auch schon als E-Mail-Anhang auf meinem Rechner. Am späten Nachmittag holt mein Tutor mich spontan zu einer Telefonkonferenz mit dem Mandanten. Es geht um die Anforderung noch fehlender wichtiger Dokumente für die Due Diligence. Schließlich teile ich meinem Tutor noch den Zwischenstand meiner Recherche mit.
Mittwoch, 28.03.07
Am Vormittag starten wir Praktikanten zusammen mit zwei Partnern ein Planspiel zum Unternehmenskauf. Mit einem Fallbeispiel sollen wir einen Einblick in die juristische Vorgehensweise im Zusammenhang einer solchen Transaktion bekommen. Nach einer allgemeinen Einführung in die rechtlichen Gesichtspunkte eines Unternehmenskaufs bekommen wir den Auftrag, bis zur Auswertung in zwei Wochen in die Rolle eines Wirtschaftsanwalts zu schlüpfen und eine Due Diligence durchzuführen. Das machen wir anhand einer Zusammenstellung typischer Unternehmensunterlagen wie zum Beispiel Verträgen, die wir zusätzlich zum Sachverhalt erhalten haben. Kurz vor der Mittagspause nehme ich noch an einem Briefing eines anderen Associates durch meinen Tutor teil. Nachmittags arbeite ich weiter an meiner Notiz und bestelle in der Bibliothek noch einige Seiten, die sich dem Inhaltsverzeichnis nach voraussichtlich als hilfreich erweisen werden.
Donnerstag, 29.03.07
Der Tag beginnt mit einem "Corporate Breakfast" speziell für Praktikanten und Referendare bei Hengeler Mueller. Ein Partner hält einen Vortag zu den Grundlagen des Gesellschaftsrechts und bringt uns die Bedeutung dieses Rechtsgebiets für Unternehmenskäufe nahe. Während wir in einem Konferenzsaal bei Hengeler Mueller in Düsseldorf sitzen, folgt eine kleinere Gruppe von Winterpraktikanten dem Vortag mittels Videokonferenz in München. Im Verlauf des Tages arbeite ich weiter an der Notiz. Meine Quellen sind durch die bestellten Seiten inzwischen vervollständigt worden, so dass ich mit der Arbeit am Abend fertig werde.
Freitag, 30.03.07
Morgens nehme ich an einer Besprechung meines Tutors mit Kollegen, die an demselben Mandat arbeiten, teil. Es geht vor allem um die Arbeitsaufteilung und den zeitlichen Rahmen, in dem die Due Diligence erfolgen muss. Nachmittags spreche ich mit meinem Tutor die Ergebnisse meiner Recherche durch.
