Meilenstein für den Produktlaunch
Alumnus Daniel Heißwolf bei Roche, Applied Sciences, Teil 1
Alumnus Daniel Heißwolf (24) studierte Biotechnologie an der FH Mannheim. Danach stieg er bei Roche ein als Diplom-Ingenieur für Produktentwicklung im Bereich Applied Science für das Segment "Core Biochemicals". In seinem aktuellen Projekt arbeitet er an einer Methode zur Vervielfachung von Erbinformationen.
Seit gut sechs Monaten bin ich nun als Ingenieur bei Roche Diagnostics im Bereich Applied Science beschäftigt. Zu unserer Arbeitsgruppe gehören außer meinem Chef noch zwei weitere technische Mitarbeiter, ein Post-Doc, ein Diplomand und eine Auszubildende. Sie arbeiten jeweils an verschiedenen Produktentwicklungen. Das Projekt, an dem ich seit Juli arbeite, umfasst die Entwicklung zweier neuer Produkte im Umfeld der quantitativen PCR (Polymerase Chain Reaction). Mit dieser Methode ist es möglich, gezielt Stücke der Erbsubstanz DNA millionenfach zu kopieren und diesen Prozess auch in Echtzeit zu verfolgen. Das erste Produkt sollen wir laut Planung bereits Anfang März einführen ("launchen").
Montag, 8.1.2007
Der erste Tagebucheintrag beschreibt zugleich meinen ersten Arbeitstag im neuen Jahr und so beginnt dieser Morgen auch mit der heute etwas ausführlicheren Begrüßung meiner Arbeitskollegen und den besten Neujahrswünschen. Nachdem der Rechner dann hochgefahren ist, gehe ich die für zweieinhalb Wochen Abwesenheit doch recht wenigen E-Mails durch.
Zuerst kümmere ich mich dann um die Gerätebelegung des häufig frequentierten qPCR-Geräts, mit dem ich im Moment am häufigsten arbeite. Zuerst drucke ich neue Belegungspläne für die kommenden Monate aus und trage mich gleich für den morgigen Dienstag und Freitag ein. Kurz darauf spreche ich mit meinem Chef, der zugleich Projektleiter ist, noch einige Ergebnisse durch, die wir beim heutigen Meilenstein-Meeting am Nachmittag vorstellen müssen. Obwohl ich meinen (wissenschaftlichen) Teil fürs Meeting schon im alten Jahr vorbereitet habe, verbringe ich noch den Rest des Morgens mit der Komplettierung der Daten, da bereits in der ersten Januarwoche ein Teil der Ergebnisse der externen Evaluierung des Produkts eingetroffen ist. Da diese bislang nur in Rohdaten-Form vorliegen, werte ich sie aus und fasse sie für den Projektleiter und das Meeting noch mittels graphischer Darstellungen zusammen. Ehe ich mich versehe, ist dann auch schon Zeit für die Mittagspause. Beim gemeinsamen Essen in der werkseigenen Kantine wird dann beim regen Austausch der Neuigkeiten und Urlaubserlebnisse auch viel gelacht.
Am Nachmittag spreche ich mit meinem Chef noch die Zusammenfassung der externen Daten durch, bevor um 14 Uhr das Projektmeeting ansteht. Das heutige Projektmeeting stellt einen wichtigen Meilenstein für das Projekt dar, da hier nicht nur die Entscheidung über den Launchtermin fällt, sondern auch die Zeit- und Aktionspläne für sämtliche involvierte Gruppen, wie beispielsweise Produktion, Qualitätskontrolle, Verpackung, Lagerhaltung, Marketing diskutiert und beschlossen werden. Neben dem formalen Protokoll, das abgearbeitet werden muss, diskutieren wir das weitere Vorgehen sowie offene Fragen und Risiken rege und legen die daraus folgenden Aktionen mit Terminen fest.
Nach dem knapp dreistündigen Meeting mache ich mit meinem Gruppenleiter gleich den nächsten Besprechungstermin für den folgenden Morgen aus, das ich auch gleich noch kurz vorbereite. Ich gleiche die abgearbeiteten Experimente für beide Projekte mit den entsprechenden Projektplänen ab und zähle fehlende und eventuell zusätzlich notwendige Experimente auf. Schließlich mache ich mich noch daran, einen ersten Teil der liegen gebliebenen Versuchsauswertungen aus dem alten Jahr ins Laborjournal einzukleben, bevor ich mich nach einem langen ersten Arbeitstag zu Fuß in den verdienten Feierabend aufmache.
Dienstag, 9.1.2007
Mein Arbeitstag beginnt mit der Erstellung eines Versuchsprotokolls für die heutigen Stabilitätsexperimente. Dann steht auch gleich das Teammeeting mit meinem Chef und unserem ehemaligen Diplomanden an. Er hat seine Diplomarbeit bereits beendet, arbeitet aber noch bis Ende Januar an unseren Projekten mit. In diesem halbstündigen Gespräch geht es um die zeitliche Planung und Aufteilung der fehlenden Experimente und Aktionen.
Anschließend kümmere ich mich um die elektronischen Bestellungen der fehlenden Reagenzien für die besprochenen Experimente und beginne mit der Durchführung der Versuche. Kurz vor dem Mittagessen erreicht mich noch ein Anruf vom zuständigen Manager für die externe Evaluierung. Er bittet mich um die am Vortag ausgewerteten Daten und Versuchsprotokolle, die ich ihm auch gleich per E-Mail zuschicke.
Meine Hauptbeschäftigung für den restlichen Tag ist dann die angesprochene Laborarbeit. Der Höhepunkt des Nachmittags ist jedoch der von einem Kollegen aus dem Weihnachtsurlaub mitgebrachte, ein Kilo schwere Lindt Nikolaus, der zusammen mit den Kollegen "geköpft" wird und uns so die Kaffeepause versüßt. Nach Abschluss der Tagesexperimente muss ich noch, wie im gestrigen Meeting besprochen, eine E-Mail mit Daten aufbereiten und an die Gruppenleiter in der Verpackung und Qualitätskontrolle verschicken.
Mittwoch, 10.1.2007
Heute Morgen erledige ich erst einmal die letzten Altlasten, was Aktualisierung und Vervollständigung meiner Laborjournale betrifft. Die für den Morgen geplante Einführung in ein neu angeschafftes Laborgerät wird auf den Mittag verschoben. Des Weiteren arbeite ich mich in ein neues Applikationsexperiment ein, das Ende der Woche ansteht. Nach dem Mittagessen gibt es dann mit Verspätung die Einführung in das neue Laborgerät. Anschließend fange ich mit der Erstellung eines Versuchsplans an und organisiere mir die notwendigen DNA-Proben von einer Nachbarabteilung.
Obwohl für heute geplant, verschiebe ich die Auswertung der gestrigen Experimente auf die kommenden Tage. Dafür mache ich mich am späten Nachmittag an die Gerätebücher für die Pipetten, da jetzt Anfang Januar für einen Teil dieser wichtigen Arbeitsmittel, die Kalibrierung ansteht. Da mir im Moment die Zeit fehlt, das selbst zu erledigen, werde ich sie extern in Auftrag geben.
Donnerstag, 11.1.07
Wegen eines Handwerkertermins in unserer Wohnung komme ich heute erst gegen Mittag zur Arbeit, was Dank der flexiblen Arbeitszeit auch kein Problem ist. Als ich dann endlich im Labor bin, wartet auch schon jede Menge Arbeit auf mich. Für eine weitere interne Evaluierung muss ich mit einer Mitarbeiterin Rücksprache halten und die Details des entsprechenden Experiments festlegen. Anschließend kümmere ich mich wieder um mein eigenes Experiment, das am morgigen Tag ansteht: Die Proben müssen auf die richtige Konzentration verdünnt und das Protokoll fertig gestellt werden.
Außerdem muss ich weitere Reagenzien bestellen und nachdem ich einen Termin für die Pipettenkalibrierung bestätigt bekommen habe, auch diesen Auftrag ins Online-System eingeben. Dann mache ich mich an die Auswertung des Versuchs vom Dienstag. Diese nimmt, wie erwartet, viel Zeit in Anspruch und gegen 19 Uhr mache ich mich schnell auf in den Feierabend.
Freitag, 12.1.07
Heute Morgen steht mit dem aufwändigeren Experiment "Laborarbeit pur" an, was nach den letzten Tagen mit vielen organisatorischen Dingen auch wieder sehr viel Spaß macht. Nach dem Mittagessen mache ich mich an die Auswertung. Dass ich zwischendurch noch einige Reagenzien in eine andere Abteilung bringen muss, ist da eine willkommene Abwechslung zur Bildschirmarbeit. Schließlich spreche ich noch einige Ergebnisse mit meinem Kollegen durch und verabschiede mich dann ins wohlverdiente Wochenende.
