Erfahrungsbericht: Telekom-Praktikum in Paris

SMS nach Madagaskar

Sebastian Thomas

e-fellow Sebastian (23) ist ein Kommunikationstalent - auf Deutsch ebenso wie auf Französisch. Deswegen studiert er auch Internationale BWL im deutsch-französischen Studiengang an der ESB Reutlingen und der Reims Management School in Frankreich. Klar, dass ihn das Telekom-Praktikum in Paris gereizt hat. Dort sorgte er unter anderem dafür, dass SMS in Zukunft auch in Madagaskar ankommen.

Wo und wann ich mein Praktikum gemacht habe

Ich habe vom 1. März 2008 bis zum 31. August 2008 ein Praktikum bei der Deutschen Telekom AG im Bereich International Carrier Sales and Solutions (ICSS) in Paris gemacht.

Meine Tätigkeit

Während meines Praktikums habe ich dem Produktmanager für Roaming, Messaging und Enabling Services assistiert.

Wie ich an das Praktikum gekommen bin und welche Vorkenntnisse ich mitbrachte


Ich habe eine Ausschreibung bei e-fellows.net gesehen und mich beworben, da viele der gestellten Anforderungen mit meinen Kenntnissen und Vorstellungen übereinstimmten. Zwei Tage, nachdem ich meine Bewerbung abgeschickt hatte, klingelte schon das Telefon für ein Interview. Und am nächsten Tag hatte ich die Zusage in der Tasche. Der ganze Bewerbungsprozess hat also noch nicht einmal eine Woche gedauert. Als Student im sechsten Semester hatte ich bereits viele betriebswirtschaftliche Kenntnisse gesammelt. Auch halfen mir die Erfahrungen, die ich bei meinem ersten Praktikum im strategischen Marketing bei der Robert Bosch GmbH gemacht habe.

Die Kollegen sitzen in ganz Europa

Ich war Teil eines fünfköpfigen Teams. Die Kollegen saßen in Paris, Bonn und Zürich, so dass wir sehr oft Telefonkonferenzen abhielten und virtuell per Netmeeting kommunizierten. Ich habe während meines Praktikums an vielen Produkten mitgearbeitet: Von einer WiFi-Roaming-Lösung über SMS-Hubbing bis hin zu neuen, innovativen Produkten für Internetanbieter.

SMS nach Grönland

WiFi-Roaming heißt, dass man auch über einen ausländischen Hotspot mit dem Vertrag des Heimatanbieters im Internet surfen kann. SMS-Hubbing ist auch interessant: Als Endkunde denkt man ja immer, dass man überall hin problemlos eine SMS schicken kann und die dann auch ankommt. Aber das ist nicht so. Wenn zum Beispiel T-Mobile keinen Vertrag mit einem Mobilfunkanbieter in Madagaskar oder Grönland hat, dann kommt die SMS dort nicht an. Oft lohnt es sich für große Mobilfunkunternehmen nicht, Einzelverträge mit Mobilfunkkonzernen in entlegenen Gebieten abzuschließen. Hier kommt die SMS-Hubbing-Plattform der ICSS ins Spiel. Als "Mittelsmann" schließt sie Verträge mit den kleinen Mobilfunkern ab. Nun braucht T-Mobile nur noch einen einzigen Vertrag mit der ICSS zu machen und bekommt dennoch Zugang zu allen anderen kleineren Netzen. Dadurch spart T-Mobile Kosten und ihre Kunden können SMS in die ganze Welt verschicken.

Arbeiten in internationalen Teams

Ich habe sowohl an strategischen als auch an operationellen Projekten mitgearbeitet - selbstständig und im Team. Die Arbeitsweise empfand ich als sehr abwechslungsreich und bereichernd. Ein Projekt bestand darin, Verkaufsunterlagen für neue Produkte zu entwickeln. Dabei arbeitete ich in einem internationalen Team, das sich aus unterschiedlichen Abteilungen zusammensetzte. So bekam ich einen Einblick in die interdisziplinäre und internationale Arbeitsweise der Deutschen Telekom.

Kommunizieren in drei Sprachen? Kein Problem

Die Zusammenarbeit war konstruktiv, und ich konnte immer auf die Unterstützung meiner Kollegen zählen. Dass wir untereinander in drei Sprachen kommunizierten, war dabei kein Hindernis, sondern eine sehr schöne Erfahrung. Ein Höhepunkt des Praktikums war die Dienstreise mit meinem Chef nach Bonn für ein Teammeeting. Da traf ich dann alle Kollegen, mit denen ich sonst nur telefoniert hatte.

Voll integriert ins Team

Das Praktikum stellte sich schon nach den ersten Wochen als Glücksgriff heraus; ein Eindruck, den ich bis zum Ende behielt. Ich fühlte mich als Mitglied des Teams voll integriert und nicht wie ein Praktikant. Das lag unter anderem daran, dass mir sehr viel Verantwortung übertragen wurde und ich meine Projekte selbstständig erledigte. Ich konnte immer Verbesserungs- vorschläge anbringen, die konstruktiv diskutiert wurden.

Es geht auch ohne Technikerfahrung

Das Produktmanagement sucht ständig motivierte Praktikanten, die neugierig darauf sind, den ICT-Markt (Information and Communication Technologies) näher kennen zu lernen und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Ich kann nur empfehlen, sich dort zu bewerben und sich nicht davon abschrecken zu lassen, dass dieser Bereich sehr technisch ist. Ich habe ebenfalls keinen technischen Hintergrund und konnte mich gut und schnell in die Aufgaben einarbeiten. Übrigens: Es werden auch Praktika an anderen europäischen Standorten wie London und Budapest angeboten. Jetzt stehe ich kurz vor meiner Diplomarbeit und werde auch über ein Telekommunikations-Thema schreiben. Der genaue Titel steht noch nicht fest. Ich werde aber Themen aufgreifen, die mich während meines Praktikums beschäftigt haben und diese weiterentwickeln. Ich könnte mir gut vorstellen, später bei der Telekom zu arbeiten, da die Telekommunikationsbranche sich schnell verändert und dadurch sehr abwechslungsreich ist.

 

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