Erfahrungsbericht: Praktikum bei McKinsey
Strategieberatung in Südafrika
e-fellow Aline (24) hat am Georgia Institute of Technology Luft- und Raumfahrttechnik studiert. Um die Zeit zwischen dem Abschluss und ihrer Promotion zu überbrücken, machte sie ein Praktikum bei McKinsey in Südafrika. In dieser Zeit stand ihr ein "Big Brother" zur Seite.
Während meines Studiums der Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart und am Georgia Institute of Technology kam ich mehrmals durch Erzählungen von Kommilitonen mit McKinsey in Berührung. Was ich über die Arbeit einer Top-Managementberatung erfuhr, gefiel mir und machte mich neugierig. Im Anschluss an mein Studium wollte ich unbedingt promovieren, entschloss mich aber, mir auch ein Bild von McKinsey zu machen. So nutzte ich die zwei Monate, die zwischen Abgabe meiner Masterarbeit und Beginn meiner Promotion lagen, für ein Praktikum bei McKinsey.
Abendessen mit McKinsey-Deutschland-Chef Mattern
Nachdem ich das Auswahlverfahren erfolgreich hinter mich gebracht hatte, begann im Oktober 2008 mein Praktikum mit einer Einführungsveranstaltung im Frankfurter Büro. Dabei wurde allen neu eingestellten Beratern und Praktikanten das Einmaleins der Unternehmensberatung vermittelt, sowie die Grundsätze und der Beratungskodex der Firma. Diese Veranstaltung war eine tolle Gelegenheit, die zukünftigen Kollegen kennenzulernen und endete in meinem Fall mit einem Abendessen beim McKinsey-Deutschland-Chef Frank Mattern, und der Bekanntgabe des Projektes, bei dem ich in den nächsten Wochen arbeiten würde.
Arbeiten im internationalen Team
Kurz darauf saß ich im Flugzeug nach Johannesburg, Südafrika. Vor Ort lernte ich mein Team kennen, das aus zwei südafrikanischen Beratern und einem französischen Projektleiter bestand. Das Projekt beschäftigte sich mit der strategischen Umorientierung eines Logistikunternehmens. Direkt am ersten Tag des Praktikums erhielt ich mein eigenes Arbeitspaket, das ich eigenverantwortlich bearbeiten konnte. Die integrierende und hierarchiefreie Arbeitsatmosphäre, in der konstruktive Kritik ausdrücklich erwünscht war, machte die Arbeit im Team sehr angenehm und effizient. So konnte ich auch als Praktikant meine eigenen Ideen und Lösungsansätze einbringen und merkte, dass meine Arbeit das Team voranbrachte, auch wenn es noch viel zu lernen gab.
Bei allen Fragen unterstützte mich mein Team stets, musste ich mich doch am Anfang erst einmal in der Firmenstruktur zurechtfinden. So habe ich gelernt, auf welche Daten ich zugreifen kann und wie diese in Analysen verwendet werden. Die Art, in der während des Projekts aus komplexen, fachübergreifenden Problemen strukturierte Lösungsansätze formuliert werden, und die anspruchsvolle Teamarbeit faszinierten mich. Ich konnte zu jedem Zeitpunkt um Feedback bitten, so dass ich immer wusste, wo ich meine Potenziale noch ausbauen konnte.
Grundsätze der Beratung
Darüber hinaus habe ich wichtige Erfahrungen im Umgang mit Klienten gesammelt. Im Laufe meines Praktikums habe ich festgestellt, dass die Grundsätze, die in der Einführungsveranstaltung erläutert wurden, auch gelebt werden. Das hat mich sehr beeindruckt. Diese Beratungsgrundsätze, zu denen die absolute Geheimhaltung von Klienteninformationen und das "Client-first"-Prinzip gehören, schaffen Vertrauen zwischen Beratern und Klienten. "Client first" besagt, dass McKinsey einen Auftrag nur annehmen wird, wenn die Berater überzeugt sind, wesentlich zur Lösung eines wichtigen Problems beitragen zu können.
Big Brothers und Barbecues
Während des gesamten Praktikums wurde ich persönlich betreut. Von Anfang an wird man als Praktikant von einem so genannten Big Brother oder einer Big Sister, meist einem noch recht jungen Berater oder Beraterin, unterstützt. Sie stehen einem für alle Fragen und Anliegen außerhalb des Projektteams zur Seite. Auch nach Feierabend und am Wochenende gab es viel zu entdecken. Südafrika ist ein faszinierendes Land mit wunderschöner Landschaft, enormem Artenreichtum und schwieriger, durch Apartheid belasteter Vergangenheit. Die Kollegen aus dem südafrikanischen Büro haben sich viel Mühe gegeben, mir und den anderen ausländischen Beratern Land und Leute näher zu bringen. Sie haben Stadttouren, gemeinsame Kinobesuche und traditionelle Barbecues organisiert, bei denen ich viel über die Vorzüge aber auch Problematiken Südafrikas erfahren habe.
Zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
Mitte Dezember saß ich wieder im Flugzeug nach Hause mit einem Koffer voller neuer Eindrücke. Ich hatte unbezahlbare Erfahrungen gesammelt. Das Praktikum bei McKinsey hat mich persönlich wie fachlich weitergebracht. Ich habe mein Methodenwissen und meine Problemlösungsfähigkeiten ausgebaut und viel im Bereich Unternehmertum und Kommunikation dazu gelernt.
Mein persönlicher McKinsey-Coach
Seit Januar promoviere ich am Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart auf dem Gebiet der bemannten Raumfahrt. Mit McKinsey bleibe ich aber weiterhin in Kontakt: In einem Förderprogramm für ehemalige Praktikanten werde ich durch einen persönlichen Coach betreut, nehme an Workshops und Seminaren teil und tausche mich mit anderen ehemaligen Praktikanten aus.
