Erfahrungsbericht (McKinsey)

Scheint die Sonne auch für Wolken?

Schifffahrt über den Zürichsee, tanzen bis zum Sonnenaufgang – so sah der BTO Workshop mit McKinsey aus. Natürlich lernte e-fellows.net Alumnus Jörg auch etwas, nämlich über die Zukunft des "Cloud Computing". Und wie sich Wissenschaft und Beratung verbinden lassen – nämlich nicht nur beim Motto "work hard, play hard".

Titel der Veranstaltung

McKinsey Technology Lab: "Globale Vernetzung von Gegenständen und Diensten"

Datum und Ort

7. – 10. Juli 2011 am Zürichsee, Schweiz

Teilnehmer und Unternehmensvertreter

25 Doktoranden und Studenten, elf Unternehmensvertreter, drei Professoren, eine Forscherin aus der Industrie

Da ich gerade in Wirtschaftsinformatik promoviere, hat mich der Workshop im Business Technology Office von McKinsey sofort neugierig gemacht. Ich wollte die Abteilung kennenlernen, die strategisch Sinnvolles und technisch Machbares verbindet. Mich hat aber auch interessiert, welche Charaktere sich hinter dem Namen BTO verbergen: Wie arbeiten die? Und wie kann ich als Vertreter der Wissenschaft in die Welt der Beratung einsteigen?

Vorbereitung ist das halbe Leben

Alle 25 Teilnehmer wurden gebeten, einen wissenschaftlichen Aufsatz zu lesen und zur Präsentation vorzubereiten. Also keine Diskussion im luftleeren Raum? Schon mal sehr sympathisch. Der eigentliche Workshop begann an einem Donnerstagnachmittag. Nach einer kurzen Vorstellung und Besprechung der Organisation ging es zum Abendessen. Hier hatte man nicht nur die Gelegenheit, die anderen Teilnehmer kennenzulernen, sondern auch die erste Chance, die BTO Mitarbeiter zu beschnuppern und sie mit Fragen zu löchern.

Analytisch, aber keine Haarspalter

Anfangs war ich noch zögerlich, merkte aber schnell, dass man auch Fragen stellen konnte, die man in einem Bewerbungsgespräch nicht stellen würde. Wie viel Einfluss hat man denn zum Beispiel nun wirklich auf die Projektauswahl? Und ich merkte: Das sind alles ganz interessante Persönlichkeiten. Keiner gleicht dem anderen, aber doch sind alle irgendwie von einem Schlag: analytisch, aber keine Haarspalter, und trotz der teils umfassenden Erfahrungen und Leistungen nicht überheblich, sondern vielmehr offen für Neues. Da hat das Recruiting eine gute Balance zwischen ähnlich denkenden Mitarbeitern und Vielfalt hinbekommen.

McKinsey Erfahrungsbericht Technololgy Lab Jörg Blog Bild

e-fellows.net-Almunus Jörg (30) hat 2005 sein Technology-Management-Studium und 2006 sein Informatikstudium in München abgeschlossen. Jetzt ist er gerade in den letzten Zügen seiner Promotion in Wirtschaftsinformatik an der TU München.

Was ist denn hier das Problem?

Der zweite Tag startete mit einer kurzen Vorstellung von Problemlösungstechniken. Damit gewappnet ging es dann in die drei Projektgruppen. Hier sollten wir uns mit jeweils einem zukunftsträchtigen Technologietrend auseinandersetzen. Wir stellten uns zunächst gegenseitig die vorbereiteten Paper vor. In meiner Gruppe beschäftigten wir uns mit "Cloud Computing Angeboten" – einmal aus Anbieter- und einmal aus Nachfragersicht.

Forschung und Beratung treffen aufeinander

Der zweite Abend startete mit einer Schifffahrt über den Zürichsee und anschließendem Dinner. Natürlich wieder mit viel Gelegenheit zum informellen Austausch. Zum Beispiel mit einem früheren BTO-Mitarbeiter, der jetzt als Professor an das Massachusetts Institute of Technology berufen wird. Es liegen also keine unüberwindlichen Hürden zwischen dem "praktischen" Beraten und dem "theoretischen" Forschen, vielmehr geht es Hand-in-Hand. Das zeigten auch die vielen Berater, die gerade auf "Leave" sind, um zu promovieren.

Tanzen bis zum Sonnenaufgang

Den Start in den dritten Tag bildeten Vorträge von Wissenschaftlern – hauptsächlich Professoren – zu den jeweiligen Themengebieten. Die Vorträge waren interessant, spannender fand ich aber, dass sich die Gäste aus der Wissenschaft dann den Rest des Tages als Sparringspartner für die Diskussion in den Gruppen anboten. Das hat noch mal guten Input für unseren Vortrag am nächsten Tag gegeben. Am Abend konnte man das oft gehörte "Work hard – play hard" live erleben. Nach Stadtführung und Abendessen tanzten wir in einem Züricher Club – mancher bis zum Sonnenaufgang, und das galt nicht nur für die Teilnehmer.

The stage is yours

Am letzten Tag stand die Abschlusspräsentation der Gruppenarbeit auf der Agenda mit anschließender Diskussion. Da war es schon spannend, die Eindrücke von Zuhörern, wie dem ersten Ebay-Deutschland-Chef zu hören, der jetzt als Partner von McKinsey im Business Technology Office arbeitet. Zudem wurden noch Details des BTO vorgestellt, zum Beispiel das interne Wissensmanagement. Und man konnte in einem Interviewtraining erfahren, auf was beim Recruiting geachtet wird. Wie sich schon gezeigt hatte: Expertise alleine ist es nicht, die Persönlichkeit muss zum BTO passen. Dann ging’s auch schon zum Flughafen. Das Ende eines langen, aber aus meiner Sicht lohnenden Wochenendes.

Nicht nur auf Hochglanzpapier

Wer also keine Scheu vor "der Technik" hat, ohne notwendigerweise bereits Spezialist zu sein, der konnte bei dieser Veranstaltung sicher ein paar interessante Tage erleben. Außerdem war die Veranstaltungen auch geeignet, strategische Beratung im Allgemeinen und bezogen auf IT im Speziellen zu erleben. Wer McKinsey und das BTO kennenlernen wollte – in Fleisch und Blut und nicht nur auf Hochglanzpapier – der hatte hier eine wunderbare Möglichkeit dazu.

Alumni-Porträt Stephanie Haarmann von Bosch, Bildquelle: sxc.hu, User: clix

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