Erfahrungsbericht (McKinsey)

Potenzial auf dem Weingut entfalten

Workshops sind doch irgendwie alle gleich? Nicht bei McKinsey - Chris Nadine verbrachte vier Tage auf einem Weingut und weiß jetzt, wie der Spitzenwein den Weg in die Flasche findet. Auf dem Programm stand aber nicht nur eine Fallstudie, sondern auch etwa Ausgefalleneres: Zum Beispiel ein Foto mit allen Nicht-Mikrowellen-Besitzern oder das Lotsen per Funk durch die Weinberge.

Titel der Veranstaltung

"Potenzial entfalten" bei McKinsey & Company

Datum und Ort

18.-21. September auf dem Schlossgut Diel an der Nahe, bei Mainz

Teilnehmer und Unternehmensvertreter

30 Studenten, Doktoranden und Young Professionals und 13 Unternehmensvertreter

Abendessen mit Unternehmensvertretern, Fallstudien und Workshops  - wenn Firmen zu Kennenlern-Events einladen, dann läuft das oft ähnlich ab. Dass man sich aber auch einmal mit der Arbeit eines Weinguts beschäftigen sollte, fand ich so ungewöhnlich, dass ich mich direkt für das Event "Potenzial entfalten" von McKinsey bewarb – mit Erfolg.

Von Erstsemester zum Young Professional

Faszinierend fand ich die Vielfalt der Teilnehmer: Angefangen bei Medizin und Physik über Önologie (das ist die Lehre rund um Weinbau und -herstellung) bis hin zu Maschinenbau und den klassischen Wirtschaftswissenschaften war fast jede Studienrichtung vertreten. Und alle Studienabschnitte vom Erstsemester über den Doktoranden bis hin zur Young Professional. Inhaltlich stand eine Fallstudie zum Weinbau im Mittelpunkt. Doch fachspezifische Kenntnisse waren dabei keine Voraussetzung.

Winzer-Vorkenntnisse? Nicht nötig

Wir begannen mit einer Führung durch das Schlossgut Diel und erfuhren viel über die Arbeit mit Wein. In Gesprächen mit McKinsey-Experten und mit der Geschäftsführung des Schlossguts erfuhren wir mehr zum Thema. Auch für die Teilnehmer ohne wirtschaftswissenschaftliche Vorkenntnisse war die Fallstudie dank präziser Kurzeinführungen kein Problem.

Einen Berater pro Team

Wir arbeiteten in Kleingruppen, die jeweils von einem Berater betreut wurden. Dabei entwickelte sich eine tolle Dynamik, die kreative Lösungswege an den Tag brachte, mit denen wir vorher selbst nicht gerechnet hatten. Und so war es bei der Abschlusspräsentation aller sechs Teams faszinierend zu sehen, in welche Richtungen jeder gedacht hatte und wo die Gruppe jeweils Schwerpunkte gesetzt hatte.

McKinsey Erfahrungsbericht Workshop Chris Nadine Blog 26-9-2011

e-fellows.net-Stipendiatin Chris Nadine (23) studiert im fünften Semester Wirtschaftsingenieurwesen auf Bachelor am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Praxistest vor versammelter Mannschaft

Abgesehen von der Herausforderung, in knapper Zeit Probleme anzugehen und zu lösen, standen wir zum Abschluss des Events noch vor einer besonderen Aufgabe: Unsere Vorschläge wurden auf Praxistauglichkeit und Umsetzbarkeit überprüft. Die Abschlusspräsentation hielten wir nämlich vor der versammelten Leitung des Schlossguts, Familie Diel.

Keine Chance, Ungenauigkeiten zu verbergen

Besonders spannend war, dass einige der Vorschläge der Teams zu den Überlegungen der Familie Diel passten und nochmals genauer geprüft werden. Da wir vor einem Fachpublikum präsentierten, blieben auch kleine Ungenauigkeiten nicht lange verborge. In kürzester Zeit wurden wir mit Detailfragen zum eigenen Gedankenkonstrukt konfrontiert. Dennoch war die gesamte Familie Diel begeistert von der Kreativität, Vielfältigkeit und vor allem der Qualität der Vorschläge.

Wer hat hier alles eine Mirkowelle?

Die Abende auf dem Schlossgut verbrachten wir in entspannter Atmosphäre - beim Kennenlernen der anderen Teilnehmer und der Berater kam auch der Spaß nicht zu kurz. Kreativität war allerdings auch gefragt:  Es waren Aufgaben zu bewältigen wie: "Fotografiere Dich mit allen Personen, die keine Mikrowelle besitzen". Ein anderes Mal lotsen wir uns per Funk gegenseitig durch die Weinberge an der Nahe, um gemeinsam das Ziel zu erreichen.

Die Gesichter hinter dem Unternehmen

In den Gesprächen mit den Beratern bot sich die Chance, McKinsey auf eine Art kennenzulernen, die in einem Bewerbungsgespräch nicht möglich ist. Es war spannend zu hören, was die Arbeit bei McKinsey für die einzelnen Berater bedeutet und was genau ihnen daran soviel Freude bereitet - aber auch, was sie manchmal vermissen. Ich hatte den Eindruck, McKinsey in diesen vier Tagen nicht nur als Unternehmen kennenzulernen, sondern auch seine Mitarbeiter. Ich bekam einen Eindruck, welche Persönlichkeiten hinter dem Namen McKinsey stehen.

Fallstudienbücher durchackern? Fehlanzeige!

Ich kann ein Event wie "Potenzial entfalten" Studenten jeder Fachrichtung empfehlen. Ihr braucht keine wirtschaftswissenschaftlichen Vorkenntnisse und ihr müsst keine Fallstudienbücher durchgearbeitet haben. Das Einzige, was ihr mitbringen solltet, sind Neugier, Begeisterungsfähigkeit und Interesse - sowohl an Herausforderungen als auch an hochinteressanten Menschen.

Mut zu neuen Kompositionen

Nach diesem Einblick in die Weinherstellung bin ich davon überzeugt, dass es für die Herstellung eines Spitzenweins eine Grundvoraussetzung ist, über ein ausgereiftes technisches Verständnis sowie sehr gute Lagen zu verfügen. Aber erst die Leidenschaft und Freude des Winzers und der Mut zu neuen Kompositionen unterscheiden ein gutes von einem erstklassigen Weingut.

Alumni-Porträt Stephanie Haarmann von Bosch, Bildquelle: sxc.hu, User: clix

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