Erfahrungsbericht (McKinsey)

Das Berater-Einmaleins bei der Weinprobe lernen

"Machen Sie die Probe!" Mit dem Titel des McKinsey-Events war nicht nur die Weinprobe gemeint, die den Rahmen der Veranstaltung bildete. Proben konnte e-fellow Harald vor allem, ob er und die Beraterbranche zusammenpassen. Die entspannte Atmosphäre hielt ihn nicht davon ab, die Berater mit konkreten Fragen zu löchern: Was muss ich für die Bewerbung bei McKinsey wissen? Und was heißt "obligation to dissent"?

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e-fellow Harald (20) studiert im ersten Semester Wirtschaftsingenieurwesen in Erlangen und liebäugelt bereits mit der Beraterbranche. So frönte er beim Event "Machen Sie die Probe!" nicht nur Wein und gutem Essen, sondern unterhielt sich vor allem mit potenziellen Kollegen.

Titel der Veranstaltung

"Machen Sie die Probe!"

Datum und Ort

9. Dezember 2010, 9 bis 22:30 Uhr

Teilnehmer und Unternehmensvertreter

Neun Teilnehmer aus den Fächern BWL, Ingenieurwissenschaften und Jura; drei Vertreter von McKinsey

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Unternehmensberatungen verfügen zweifellos über eine hohe Anziehungskraft. Versprochen werden Karrierechancen, abwechslungsreiche Aufgaben und interessante Kollegen – doch was ist dran an diesen vermeintlichen Floskeln? Beim Dinner-Event "Machen Sie die Probe!" konnte ich mit Beratern von McKinsey dazu ungezwungen ins Gespräch kommen.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein …

… sondern auch von Rindercarpaccio, Schmorbraten mit Kartoffelfächer, Dorade und Mascarpone. Treffpunkt war die "Vineria", ein italienisches Restaurant in Nürnberg. Während einer Weinprobe unterhielten wir uns mit den Beratern und erhielten ausführliche und offene Antworten auf unsere Fragen. Hier die, die mir am wichtigsten waren:

Wie sehen Arbeitszeiten und Arbeitsalltag aus?

Die Berater schilderten ihren Alltag so: Montag bis Donnerstag wird der Job beim Klienten vor Ort erledigt, am Freitag kehren sie in ihr "Home Office" zurück. Morgens beginnt die Arbeit etwa um 9 Uhr, eine feste Feierabend-Uhrzeit gibt es nicht, hier gilt, soweit erforderlich:  "open end".

Wie vielfältig ist der Job?

Die Aufgaben reichen von internen Studien über die Beratung von Behörden bis hin zu Aufträgen großer Firmenklienten aus den verschiedensten Branchen und Industrien. So ist Vielfalt garantiert, bekräftigten die Berater. Auch gibt es immer mehr internationale Projekte, vor allem in Asien. Alle Berater waren offensichtlich begeistert von ihrem Job. Neben der genannten Vielfalt liegt das vor allem an der steilen Lernkurve und dem Kennenlernen vieler Unternehmen und deren Strukturen.

Wie läuft die Bewerbung ab?

Das Bewerbungsgespräch besteht für Praktika aus drei, für eine Festanstellung aus fünf Einzelgesprächen und umfasst neben Case Studies auch einen mathematischen Test. Die Berater empfehlen ausdrücklich, solche Case Studies zu üben.

Welche Angebote hat McKinsey für Bachelor- und Master-Studenten?

Bachelor-Absolventen wechseln nach einem Jahr in das so genannte Fellowship-Programm. Davon werden sie nach zwei Jahren – bei Lohnfortzahlung für zwölf Monate – freigestellt, um zu promovieren oder einen MBA zu erwerben. Mit Master steigt man direkt als Fellow ein.

Recht des Klügeren

Noch weitere interessante Informationen habe ich mitgenommen. Im Arbeitsalltag gilt: "Obligation to dissent" - die faktisch richtige Meinung zählt, nicht zwangsläufig die des hierarchisch höher Stehenden. Und: Es gibt Einsparprojekte, doch Entlassungen sind dabei das letzte Mittel. Und: In der Tat arbeitet ein studierter Opernsänger bei McKinsey!

Fazit

Das Treffen hinterließ bei mir einen durchweg positiven Eindruck, wozu natürlich die angenehme Atmosphäre und das gute Essen beitrugen, vor allem jedoch die Offenheit und Freundlichkeit der Berater. Alle Fragen - auch kritische - wurden kompetent beantwortet und auch der Smalltalk kam nicht zu kurz. Eine empfehlenswerte Veranstaltung für alle, die sich gern selbst ein erstes Bild von Beratern, deren Beruf und natürlich auch dem Unternehmen McKinsey machen wollen.

Alumni-Porträt Stephanie Haarmann von Bosch, Bildquelle: sxc.hu, User: clix

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