Marketing-Messe Düsseldorf

Is it all about "Selbstinzinierung"?

Lukas und ich waren letzte Woche auf der online-marketing-düsseldorf. Das ist die größte Messe für digitales Marketing in Deutschland – ein idealer Platz für die Selbstinszenierung der Selbstinszenierer. Und in der Tat waren bis auf Facebook alle Großen vertreten: Yahoo, Google, Microsoft Advertising, MySpace, studiVZ und last but not least unser neuer Partner, die Unister GmbH. Für Cappuccino und Inhalte gab's 'ne Eins, für Rechtschreibung mancher Aussteller 'ne glatte Sechs. Aber die gehört ja auch nicht zu einer guten Selbstinszenierung.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Messe war der Hammer! Wir hatten großen Spaß, haben interessante Leute kennen gelernt und wertvollen Input bekommen. Die Aussteller haben sich nicht lumpen lassen: Viele Ansprechpartner, grandiose Stände, hohe Technik, Wasserspiele und abends Cocktails, Karaoke bei Microsoft und Guitar Hero. Für Letzteres gab es allerdings nur Opfer und keine wahren Gegner für mich.



Sechs in Deutsch, Eins in Marketing?
Opfer wurden allerdings einige der Vortragenden. Ihr Gegner: die deutsche Sprache. Diese gut zu beherrschen ist offenbar kein Einstellungskriterium bei Online-Marketing-Agenturen. Oder die werten Mitarbeiter haben die Autokorrektur bei PowerPoint noch nicht entdeckt. Genauso peinlich, schließlich wähnt man sich in einem technik-affinen Umfeld. Tja, zur gekonnten "Selbstinzinierung" braucht's halt mehr als gute Klickzahlen, Marketing-Denglish und einen breiten User-Stamm. Besonders schlimm: Das angeblich exklusive Edel-Netzwerk "decayenne". Wer schon nicht mehr als pseudointellektuelle Worthülsen verwendet, sollte die wenigstens fehlerfrei auf der 10x20-Meter-Projektionsfläche präsentieren.

Hier ein paar weitere Perlen der Kategorie "Grafik 1, Deutsch 6":




It's not a glitch. He's just that good.
Rein inhaltlich waren die meisten Vorträge aber wirklich gut. Die Branche hofft vor allem auf zwei Dinge: Endlich Geld verdienen mit und in Social Networks und den Durchbruch des "Mobile Marketings". Die Geo-Targeter warten geradezu darauf, ihre Werbung nicht nur inhaltlich passend an den mobilinternetten Mann zu bringen, sondern auch geographisch günstig. Hunger in Ennepetal? Für den nächsten Burger-Schuppen bitte in 200 Metern links abbiegen, reagiert das iPhone. Wie virale Marketing-Kampagnen professionell gesät werden, sieht man am sogenannten "Jesus Shot" im Spiel "Tiger Woods PGA Tour". Der vermeintliche Programmierfehler wurde schnell vom Hersteller zum Verkaufsargument ausgebaut - und über youtube verbreitet.



Alte neue Bekannte
Ein Aussteller fiel uns sofort ins Auge: die Unister GmbH. Die Gelegenheit, mit Geschäftsführer und e-fellows.net-Alumnus Daniel Kirchhof einen Cappuccino zu trinken, ließen wir natürlich nicht sausen. Auf ein neues Gründerporträt könnt ihr euch schon mal freuen. Die Unister-Mitarbeiter live zu erleben war super. Hoffentlich können wir bald mal direkt in Leipzig vorbeischauen. Mal sehen, ob die Mitarbeiter uns wirklich - wie am Stand versprochen - das Leipziger Nachtleben zeigen.



Am Ende
Die Messe ging zu Ende und wir waren geschafft – aber glücklich. Waren wir doch voll auf unsere Kosten gekommen. Glücklicherweise traf ich noch den altbekannten e-fellow Stephan aus München, der für sein Unternehmen Refined Labs ausstellte. Gegen 18 Uhr konnte mir auch gar nichts besseres passieren: So ein Tegernsee Helles in einer Gegend, wo man als Kölnerin Altbier wie der Teufel das Weihwasser scheut, ist doch ein erfrischender Abschluss, um ein Erlebnis wie die OMD zu begießen.