Gründer e-fellow Konrad

Miete das Auto deines Nachbarn

Wer eine Autovermietung gründet, braucht nicht unbedingt einen riesigen Fuhrpark - wenn er so wie e-fellow Konrad auf bestehende Ressourcen zurückgreift: Die meisten Autos stehen die meiste Zeit sowieso ungenutzt in der Garage. So gründete Konrad mit fünf anderen Studenten und Absolventen Deutschlands erste Autovermietung von privat zu privat.

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e-fellow Konrad (23) studiert Jura an der Bucerius Law School in Hamburg. Er ist aber nicht nur Student, sondern auch Geschäftsführer seines Carsharing-Unternehmens tamyca. Für solche Peer-to-peer-Konzepte sei "die richtige Zeit angebrochen", meint er.

Was macht dein Unternehmen?

Tamyca ("take my car") ist Deutschlands erstes Carsharing unter Privaten. Autobesitzer können zum ersten Mal ihr Auto an Fahrer in der Nachbarschaft vermieten. Alle Fahrzeuge sind automatisch während der Vermietung versichert. Die Abwicklung findet über eine neue Internetplattform statt (www.tamyca.de). Wir von tamyca begleiten Mieter und Vermieter und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Wie bist du auf die Idee zur Gründung gekommen?

Die Idee zu tamyca wurde im Sommer 2010 geboren, als wir im Rahmen der Gründerveranstaltung "3 Day Start-Up" an der RWTH Aachen aufeinander trafen. Wir fragten uns: "Wieso stehen eigentlich so viele Autos nutzlos herum?" Firmenparkplätze, Parkhäuser und Parkstreifen sind völlig überfüllt. Immer, wenn wir ein Auto brauchten, hätten wir gerne auf diese Autos zugegriffen, waren aber auf teure professionelle Autovermieter angewiesen. Das wollten wir ändern. Es sollen alle sinnlos herumstehenden Autos für Fahrer aus der Nachbarschaft verfügbar sein. Daraus entstand Deutschlands erstes Carsharing zwischen Privatpersonen.

Wie bist du beim Gründen vorgegangen und wer hat dir dabei geholfen?

Wir haben uns im Nachklang des "3 Day Start-Up" oft online und offline getroffen und das Konzept weiterentwickelt. Wir überlegten uns die Architektur der Website, verhandelten mit Versicherungen und legten intern die Aufgaben fest. Als klar war, dass wir auf eine gute und umsetzbare Idee gestoßen waren, haben wir die tamyca GmbH gegründet, Verträge abgeschlossen und losgelegt.

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Fakten zu tamyca GmbH

Branche: Autovermietung
Produkt: Carsharing zwischen Privatpersonen
gegründet: 2010
Anzahl Beschäftigte: 6
Website: www.tamyca.de
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Unternehmensgründung Erfahrungsbericht Konrad Blog tamyca-Team
Das Team von tamyca [Quelle: tamyca]

Konrad über sich und sein Unternehmen:

Mein Unternehmen habe ich gegründet, weil ...

… die Idee des Peer-to-peer-Carsharing klasse, das Team kompetent und die richtige Zeit angebrochen ist.

Mein Unternehmen ist profitabel, weil ...

… Mieter, Vermieter, wir und die Versicherung mit tamyca ökonomische und ökologische Vorteile erzielen. Eine "quadruple-win" Situation sozusagen. ;-)

Unternehmer sein liegt mir, denn ...

… ich bin mutig, kreativ und teamfähig. Die Wahrheit hingegen ist schlichter: Es macht mir unglaublich viel Spaß!

Startkapital habe ich erhalten über ...

… mich, wie alle anderen im Team auch. Man braucht keine Unsummen fürs eigene Unternehmen. Diese Zeiten sind vorbei. Um mit Günter Faltin zu sprechen: "Kopf schlägt Kapital".

Wenn ich nicht mein Unternehmen leite, dann ...

… studiere ich in Hamburg Jura an der Bucerius Law School und bereite mich aufs 1. Staatsexamen vor.

In fünf Jahren ...

… werden wir definitiv mehr Peer-to-peer Konzepte in Deutschland sehen. Das Konsumverhalten und der Eigentumsbegriff werden sich spürbar verändert haben. Und vielleicht, so die Hoffnung, wird aus dem jungen Pflänzchen tamyca ein kräftiger Baum mit reifen Früchten geworden sein. ;-)

Mein Tipp für andere Unternehmensgründer:

Als erstes steht die persönliche Entscheidung, Unternehmer werden zu wollen. Dann saug alles wie ein Schwamm auf: Bücher, Blogs, Veranstaltungen, persönliche Gespräche. Schreibe selbst darüber, sprich zu Gleichgesinnten und denjenigen, die bereits leben, was Dir erstrebenswert erscheint. Und dann heißt es: gründen, scheitern, besser scheitern. Gute Nehmerqualitäten und unabhängiges Denken und Handeln helfen.

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Kommentare

Die Idee ist git, aber die Preis/Leistungs-Verhältnis ist ein Flopp. Für einen vergleichen Preis über einen Autovermieter fahre ich mit neuerer Modelle tlws. Km-unbegrenzt also zu erheblich besseren Konditionen als mit dem was ich auf Eure Homepage finden kann. Ich wäre kein Kunde von Eurer Firma, da ihr trotzdem gute Sache macht - viel Glück!

Hab vor ein paar Tagen in der Süddeutschen Zeitung über Carsharing gelesen, da wurdet ihr auch erwähnt. Und ein schönes Video gibt's ja auch auf der SZ-Website: http://www.sueddeutsche.de/video/14142.html

Ich finde die Idee Super. Werd mich gleich mal anmelden. Hab auf der seite ein schönes Cabrio gesehen, das ich mir bestimmt mal ausleihen werde.

Meinen herzlichen Glückwunsch zu eurer Idee. Bei uns in der Straße stehen viele Autos den ganzen Tag vor der Haustür und vor dem Garagentor der Anwohner. wenn alle Autobesitzer in unserem Land mitmachen würden, könne mir vorstellen dass wir die Zahl der Autos deutlich überziehen können, weniger Staus, weniger negative Emission.

Richtig, bei privatem Carsharing gewinnen die Autobesitzer, die Mieter und die Plattformbetreiber. Es gibt klare ökonomische Vorteile auf allen Seiten.

Es wird viel für die Benutzer und das Management helfen

Die Gewerblichkeit ist erstmal kein großes Problem / kein "Killer" für unsere Plattform. Wir müssen und werden dieses Thema aber im Auge behalten und dementsprechend Leitplanken in die Aktivitäten unserer Vermieter-tamycaner einziehen. Die Gewerblichkeit hat mit Regress eigentlich nichts zu tun. Hoffe natürlich wie Du auch, dass sich eine positive Dynamik nach oben einstellt ;-) Bachlor gibt's auch in Jura, ja. Na dann gratuliere ich! Wie geht's bei Dir weiter? LG K

jow Konrad,
ist denke ich auf jeden Fall ein heißes Eisen mit der Gewerblichkeit...
Wird man erst mal in Regress genommen, nach nem fetten Crash, hat man schnell nix mehr verdient an der Vermietung...
bin mal gespannt, ob ihr es schafft da einen kleinen "Entwicklungs-trend" loszutreten! Wünsche viel Erfolg dabei!!!

Bachelor - gibts das in Jura?!

Danke, die Glückwünsche scheinen gewirkt zu haben!
Ich bin durch...endlich ;-)

@Jürgen: Danke! Deine Bekannten können sich ja entscheiden: entweder teures Auto behalten und dazuverdienen oder Auto verkaufen und keine Unterhaltskosten haben und ab und zu auf tamyca das Auto vom Nachbarn mieten ;-)

Das ist eine richtig gut Idee! Ich kenne viele Leute in meinem Bekanntenkreis, die zwar 2-3 mal die Woche auf ein Auto angewiesen sind, sich dieses aber nicht leisten können.

@Markus: Die Württembergische hat eine ausgezeichnete Oldtimer-Versicherung. Die tamyca-Gebühr ist übrigens für alle Autos gleich. Würdest Du die Corvette B2C vermieten, könnte es schon sein, dass schlecht mit ihr umgegangen wird. Läuft es jedoch C2C (=P2P), dann ist die Hürde im Kopf viel höher, da plötzlich ein Mensch und kein anonymes Unternehmen gegenübersteht. Die SFR-Stufung kann man meistens mit einem "Rabattretter" (Anschreiben der Versicherung nach Unfall) verhindern und dieser Betrag wird auch von der Württembergischen übernommen. Zur Frage der Gewerblichkeit liegen uns umfangreiche Recherchen vor, ja. Grds. stützen wir uns auf das negative Tatbestandsmerkmal "Keine bloße Vermögensverwaltung", da die Vermietung grds. unter die allgemeine Nutzungsbefugnis zu subsumieren ist. Nur wenn besondere Umstände hinzutreten, etwa die Anschaffung zum alleinigen Zwecke der Vermietung, Entwurf eines eigenen Logos, Anstellung einer Sekretärin usw., lässt sich von einem Gewerbe sprechen. Solange Du "gelegentlich" vermietest, ist das also überhaupt kein Problem. Und ich denke, dass durchaus selbst 5-10 Tage pro Monat noch uU (keine Sekretärin, kein sonst hoher Professionalisierungsgrad....) als gelegentlich angesehen werden könnten. Natürlich hoffen wir auch auf und glauben fest an den genannten Trend weg vom Status und hin zur Funktion (DVD vs. Film, Auto vs. Transport usw.). Ich mache das jetzt übrigens auch "Vollzeit", habe also die Examensvorbereitung nach dem Bachelor ausgesetzt. Also dann viel Glück für die Mündliche; immer fleißig RÜ/NJW & Co. lesen - bald hast Du's geschafft! ;-)

Wollte Autos vermieten wie zB ne alte Corvette Cabrio, nen Käfer, nen Golf I Cabrio und so was. Die Autos sind nicht teuer vom Kaufpreis her... 1. Problem ist nur die Versicherung gewesen - das will keiner versichern... 2. ist die Frage, ob die Wagen ausreichend ausgelastet wären um Gewinn einzubringen 3. gerade bei ner Corvette hätte man halt bisschen schauen müssen wie die Leute damit fahren (Driftbox etc)... Ich dachte mir dann, bei den Risiken usw lass ich es vielleicht doch ;)

Problem mit der SF ist halt, dass wenn ich SF 26 hatte, und in (keine Ahnung) SF 14 zurückgestuft werde, dann fehlen mir 13 Jahre. Wenn eure versicherung nur 2 oder 3 jarhe zahlt bleibe ich auf dem größten schaden selbst sitzten...

habt ihr mal geschaut, ab wann man von gewerblich ausgehen kann / muss?

Vielleicht kaufe ich mir o.g. Autos auch einfach mal für mich und vermiete sie dann "gelegentlich" ;)

aber der ansatz eurer idee ist auf jeden fall super!
und dass das auto des deutschen liebstes kind ist, hat sich ja auch schon deutlich richtung: hauptsache ich kann günstig von a nach b kommen geändert!
ich hoffe ihr werdet trendsetter und damit reich *g*

p.s. danke! zum Glück muss ich nur noch in die mündliche!

@Markus: Danke, ich bin auch gespannt ;-) Was war denn das "Ähnliche"? Die SFR-Stufungsversicherung deckt in aller aller Regel den gesamten Schaden ab. Grundsätzlich darf man sein Auto vermieten. Jedoch wird es kompliziert, wenn man sein Auto gewerblich (sprich häufig und professionell) vermietet. Dann ist das auto umzumelden und anders zu versichern. Das funktioniert dann auch mit tamyca.de nicht mehr; das wollen wir auch gar nicht. Wir wenden uns an Autobesitzer, die ein paar mal pro Monat vermieten und auf diese Weise Geld verdienen möchten. Drücke Dir die Daumen für's erste Staatsexamen ;-)

@Thorsten: Danke!

viel Erfolg!

Ich bin gespannt!
Sehr gute Idee! An so was Ählichem habe ich auch schon "herumgedacht"...
Ich drück die Daumen!
Ich denke, es bleibt zu hoffen, dass die worst case fälle für die vermieter nicht all zu oft eintreten...unfall grob fahrlässig und mieter insolvent zB...
wobei ich als vermieter über die kleine entschädigung für meine sf-klasse auch nicht so begeistert wäre.. 3 jahre ausgleich...wenn man ne hohe sf-klasse hat, dann gehen bei nem unfall doch einige jahre drauf..

wie wäre das denn mit meiner Haftpflichtversicherung?
Darf ich mein Auto überhaupt so ohne weiteres vermieten?
Grds geht das doch nicht? wo liegt die Grenze da?
wenn man es gewerblich macht?

grüße!

p.s. viel spaß beim 1. examen, ich habe es fast hinter mir ;)