Erfahrungsbericht (Clifford Chance)

Kleine Einblicke und große Chance

Beim Private-Equity-Workshop von Clifford Chance in Düsseldorf erhielt e-fellows.net-Stipendiat Jan einen ersten Einblick in den Arbeitsalltag der Kanzlei. Dabei konnte er eigene Karriere-Perspektiven entdecken und die Kanzlei von ihrer persönlichen Seite kennenlernen - und die ein oder andere "Schauer-Geschichte" über Großkanzleien widerlegen.

Titel und Thema der Veranstaltung:

"Barbarians at the Gate?" - Private-Equity-Workshop mit Clifford Chance

Datum und Ort:

19. Mai 2011 in Düsseldorf

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter:

16 e-fellows.net-Stipendiaten und sechs Anwälte der Kanzlei

  • Oliver Felsenstein, Partner
  • Dr. Christoph Witte, Partner
  • Burc Hesse, Partner
  • Joachim Hasselbach, LL.M., Counsel
  • Dr. Michael Lamsa, Anwalt
  • Dr. Leif Schrader, Anwalt

Meine Motivation

Obwohl einige meiner Kommilitonen gerne ihre "Schauer-Geschichten" austauschen, versuchte ich beim Thema Großkanzlei immer vorurteilsfrei zu bleiben, solange ich nicht die Gelegenheit hatte, mir eine eigene Meinung darüber zu bilden. Daher zog es mich letztlich aus einem banalen Grund nach Düsseldorf: Ich wollte die Großkanzlei Clifford Chance und die Menschen dahinter kennen lernen. Zugleich wollte ich mich über mögliche Karriere-Chancen informieren, da sich mein Jura-Studium dem Ende zuneigt. Allerdings war mir von vornherein klar, dass ein eintägiger Workshop nur als kleiner Einblick und erster Eindruck dienen kann.

Clifford Chance Erfahrungsbericht Workshop Jan Blog Bild

e-fellows.net-Stipendiat Jan (25) studiert Rechtswissenschaften an der Universität Potsdam und wird im September sein LL.M.-Studium in London beginnen. Beim Workshop stellte er fest, dass es Großkanzleien nicht nur auf den juristischen Scharfsinn ankommt.

Kennenlernen am Snack-Buffet

Als ich pünktlich zur Mittagszeit bei Clifford Chance ankam, war ich noch ein wenig gezeichnet von den Anreise-Strapazen aus Berlin. Der Aufwand sollte sich jedoch lohnen, und meine Müdigkeit war schnell verflogen. Zunächst konnten sich alle Teilnehmer an einem Snack-Buffet stärken und dabei gegenseitig kennen lernen. Wie sich herausstellte, war ich nicht der einzige Teilnehmer mit Studenten-Status. Dennoch waren eine Vielzahl der e-fellows bereits Referendare oder Promotionsstudenten. Die Neugier auf den Workshop und auf Clifford Chance war uns jedoch allen gleich.

Carreer starts with C

Nachdem uns Oliver Felsenstein, Partner im Bereich Private Equity, zum Workshop begrüßt und die beteiligten Anwälte vorgestellt hatte, durfte die obligatorische Kanzlei-Präsentation nicht fehlen. Dabei beschränkte sich der vortragende Partner Christoph Witte jedoch nicht auf eine bloße Vorstellung der Sozietät. Vielmehr zeigte er uns Möglichkeiten auf, wie die eigene Karriere bei Clifford Chance beginnen kann. Besonders spannend fand ich, als Referendar bei Clifford Chance zu arbeiten und von der kanzleieigenen "Referendar Academy" zu profitieren. Sie bietet neben Kursen für die Examensvorbereitung auch Veranstaltungen zur Verbesserung der eigenen Soft Skills – wie zum Beispiel Präsentationstechnik oder Verhandlungsführung . Im Anschluss wurde es dann fachlich: Oliver Felsenstein gab uns eine Einführung in Private Equity, worunter man die Beteiligung von Fondgesellschaften an Unternehmen versteht und erklärte uns, welche Parteien an solchen Transaktionen beteiligt sind.

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Und plötzlich ging es richtig los

Mit dem Wissen aus einem halbstündigen Vortrag über Private Equity wurden wir dann ins kalte Wasser geworfen. Eingeteilt in drei Berater-Teams – Käufer, Verkäufer und Manager der Gesellschaft – mussten wir uns innerhalb einer Stunde einem komplexen Sachverhalt widmen. Teamwork war angesagt! Ich war dem Verkäufer-Team zugeteilt. Ziel der Arbeit war es, die Private-Equity-Transaktion am Ende des Tages erfolgreich mit allen drei Parteien abzuschließen. Drei Anwälte spielten die Rolle des jeweiligen Mandanten. Dies taten sie mit ausgesprochener Hingabe und Ernsthaftigkeit, ohne den nötigen Sinn für Humor zu verlieren. Als die knapp bemessene Zeit abgelaufen war, kam unser "Mandant", um die Rechtsfragen aus dem Sachverhalt mit uns zu klären. Nachdem im Mandantengespräch vieles (auf)geklärt werden konnte, mussten wir uns in kurzen Meetings zunächst mit dem Manager und dann mit dem Käufer bewähren und Vorabsprachen treffen. Im Anschluss verhandelten alle Mandanten samt Berater-Teams in einer großen Runde. Dabei merkte ich relativ schnell, dass es hierbei weniger auf juristischen Scharfsinn, sondern vielmehr auf Kommunikation und Verhandlungsgeschick ankommt. Mit einem abschließenden Feedback der Anwälte endete dann der fachliche Teil des Workshops.

Kennenlernen bei einem Glas Wein

Am Abend wurden wir alle in ein Wein-Restaurant eingeladen. Ein paar weitere Anwälte von Clifford Chance kamen noch hinzu. Beim gemeinsamen Essen hatten wir dann die Möglichkeit, uns in lockerer Atmosphäre mit den Anwälten von Clifford Chance zu unterhalten. Dabei verlief das Gespräch keinesfalls einseitig. Viele Anwälte interessierten sich auch für uns e-fellows. Ich wurde zum Beispiel neugierig über mein Studium in Potsdam und mein LL.M.-Vorhaben ausgefragt. Das gesellige Beisammensein dauerte bis spät in die Nacht hinein. Deshalb fuhr ich am nächsten Morgen zwar müde, aber glücklich zurück nach Berlin.

Mein Fazit

Ausgehend von meiner Motivation, die Kanzlei Clifford Chance kennen zu lernen, hat der Workshop meine Erwartungen sogar übertroffen. Natürlich habe ich bei der Kanzlei-Präsentation die Strukturen und Karriere-Chancen kennengelernt - vor allem aber waren die Anwälte im persönlichen Gespräch sehr offen und ließen keine Frage unbeantwortet. Im Nachhinein wurden meine E-Mail-Anfragen schnell beantwortet, was letztlich sogar dazu führte, dass ich mich bei Clifford Chance in London vorgestellt habe. Auch dort stieß ich auf offene Ohren und bekam einige wichtige Informationen für mein LL.M.-Vorhaben. Generell scheint man bei Clifford Chance auf ein sehr angenehmes und kollegiales Arbeitsumfeld zu achten.

Darüber hinaus glaube ich, dass der Workshop einen relativ realen, wenn auch kurzen Einblick in die tägliche Arbeitspraxis ermöglichte. Insgesamt fand ich die Art und Weise, wie der Workshop methodisch konzipiert war, sehr unterhaltsam und hatte viel Spaß dabei.

Alumni-Porträt Stephanie Haarmann von Bosch, Bildquelle: sxc.hu, User: clix

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Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte". 

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Kommentar

Bitte weiterleiten an Rechtsanwalt Dr. Rafael Oen c/o Kanzlei Clifford Chance

Berlin, 18.04.2012

Lieber Oen-san,

zu Ihrem heutigen 35. Geburtstag wünsche ich Ihnen alles Gute. Ich hoffe, es geht Ihnen gut.

Mit vielen Grüßen Peter Helm (vormals Deutsche Botschaft Tokio)