Erfahrungsbericht (Allianz)

Personalmarketing 2.0

Social Media als Stellenmarkt und chatten mit "Allianz Kai": Über Recruiting im Web 2.0 diskutieren und in kreativer Atmosphäre verschiedene Strategien fürs Hochschulmarketing durchspielen - darum ging es im Innovationsworkshop bei der Allianz in München.

Titel und Thema der Veranstaltung

Innovationsworkshop: Entwickle eine neue Web-2.0-Strategie für die Allianz

Zeit, Ort und Dauer der Veranstaltung

27.- 28. Juli in München

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter

Zehn e-fellows.net-Stipendiaten genossen beim Workshop ein perfekt zusammengestelltes Programm - inklusive Kunstführung durch das Allianz-Gebäude und der wahrscheinlich größten Pizza Münchens. Dafür sorgten die beiden Personalmarketing-Referenten der Allianz, Ralf Hilscher und Dominik Hahn. Den Workshop moderierte der Innovationscoach und e-fellows.net-Alumnus Florian Rustler von creaffective.

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e-fellows Stipendiatin Daniela (30) promoviert an der TU Darmstadt. Die Soziologin untersucht, wie Web 2.0 die Unternehmenskommunikation verändert. Zwei Tage lang konnte sie mit anderen e-fellows hinter die Kulissen des interaktiven Personalmarketings schauen. 

An der Schnittstelle

Der Workshop hat mich aus beruflicher und wissenschaftlicher Sicht gereizt: Als Kommunikationsmanagerin interessieren mich die Schnittstellen zwischen Konzernkommunikation und Personalmarketing. Insbesondere wenn es darum geht, wie sich ein Unternehmen nach außen präsentiert. Als Soziologin frage ich, wie die Kommunikation zwischen dem sozialen System "Konzern" und den Usern von Social Media funktioniert.

Recruiting übers World Wide Web

Ziel des Innovations-Workshops war es, bereits bestehende und künftige Social Media Aktivitäten der Allianz in einer Strategie zu bündeln. Eine Strategie, die exakt auf die Allianz zugeschnitten sein sollte und den Bewerbern die Chance gibt, ihren potenziellen Arbeitgeber ganz persönlich kennenzulernen.

Auf der Suche nach geeignetem Nachwuchs haben inzwischen nahezu alle großen Unternehmen Einzug in das Social Web gehalten. Zu Beginn des Workshops haben wir erfahren, wie Ralf Hilscher und sein Kollege Dominik Hahn im Jahr 2008 erstmals in Sachen Hochschulmarketing im Web 2.0 aktiv geworden sind. 

Individuell und immer auf dem neuesten Stand

Hilscher und Hahn erklärten, wie sie die offizielle Karriereseite Stück für Stück um Kanäle im "Mitmachweb" erweitert haben und welche Herausforderungen sie für ihre Arbeit sehen: authentisch muss man sein und jederzeit erreichbar. Freunde, Fans und Follower erwarten, dass ihre Posts zeitnah und vor allem individuell behandelt werden. "Wir wollen unserer Zielgruppe einen Einblick in unser Unternehmen geben," erklärt Hilscher.  

Die digitale Stellenanzeige

Doch wie kommt das bei der Zielgruppe an? Was wollen Absolventen - quasi die Kollegen von morgen - von einem potenziellen Arbeitgeber wissen? Inwieweit ziehen Studierende soziale Netzwerke bei der Jobsuche eigentlich in Betracht? Die beiden Personalmarketingexperten haben jede Menge Fragen an uns vorbereitet. Dafür erhalten wir einen Blick hinter die Kulissen eines Großkonzerns. 

Wir, das sind zehn e-fellows aus verschiedenen Fachrichtungen und in unterschiedlichen Phasen des Studiums. "Diese Mischung ist für uns ganz wichtig," erläutert Hilscher, "denn ein Studienanfänger interessiert sich vielleicht eher für generelle Praktikumsmöglichkeiten, ein Young Professional dagegen hat konkrete Fragen zur Karriereplanung".

Wie viel Kommerz verträgt die Community?

"Versicherungen sind nun mal unser Kerngeschäft," sagt Dominik Hahn, "davon verstehen wir was. Aber wenn wir zum Beispiel in der e-fellows.net community auf eine Frage zu Reiseversicherungen antworten, kann das schnell negativ als plumpe Verkaufsschau ankommen". Doch sind User so naiv zu glauben, sie seien tatsächlich unbeobachtet von Marketingabteilungen? Und wie viel Kommerz verträgt eine Community? Fragen wie diese haben uns während des Workshops beschäftigt.

Kontakt zur Allianz aufnehmen?

In der Allianz-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei der Allianz kontaktieren.

So weiß jeder, der Teil einer Community ist, dass die Pflege eines solchen Netzwerks einiges an Zeit erfordert. Hat ein Unternehmen hier nur standardisierte Templates zu bieten oder reagiert gar nicht, wird es für die User schnell uninteressant. Bei der Allianz setzt man auf einen quirligen Avatar: Als "Allianz Kai" twittert das Personalmarketing-Team, betreibt einen eigenen Kanal auf YouTube und hat Profile in mehreren sozialen Netzwerken.

Der "Allianz Kai" im Social Web

Welche Rolle der "Allianz Kai" als Teil einer künftigen Web-2.0-Strategie spielen wird und wie der Austausch zu "echten" Allianz-Mitarbeitern aussehen könnte, sind konkrete Arbeitsfragen unseres Workshops. Für eine kreative Atmosphäre sorgt Innovationscoach Florian Rustler von creaffective. Der Moderator macht uns zu wahren Brainstorming-Meistern: Mit einer rasanten Geschwindigkeit von etwa 200 Ideen pro Stunde steht am Ende eine umfangreiche Ideensammlung für künftige Personalmarketing-Aktivitäten der Allianz. 

...und dann heißt es: mitfiebern

Während wir nach zwei Tagen unser Soll an Kreativität erfüllt haben, geht es für das Personalmarketing-Team erst richtig los. Nach diesem intensiven Auftakt ist es natürlich schade, nicht weiterverfolgen zu können, wie sich die Web-2.0-Strategien entwickeln. Aber zumindest scheinen die anderen e-fellows genauso neugierig zu sein wie ich - und sind Fan der Allianz-Karriereseite bei Facebook und Freunde von "Allianz Kai"geworden.

Ergiebiges Brainstorming

Aus meiner Sicht war der Workshop rundum gelungen. Die beiden Allianz-Mitarbeiter haben ihre Social-Media-Aktivitäten offen präsentiert und sich auch auf kritische Diskussionen eingelassen. Inhaltlich hat der Workshop durch die souveräne Moderation von Florian Rustler überzeugt. Trotz seiner langjährigen Erfahrung schien er genauso begeistert vom Thema zu sein wie wir und hat die Gruppe zu immer mehr Ideen angestachelt.

Auch für Soziologen spannend

Anders als ein Gespräch auf einer Jobmesse, eine Case-Study oder ein Recruiting-Workshop habe ich bei diesem Praxis-Workshop einen sehr persönlichen Einblick in den Alltag eines Großkonzerns erhalten. Man hatte Gelegenheit, Strukturen und Arbeitsweisen einer komplexen Organisation kennenzulernen. Und für mich als Nicht-Mathematikerin, als Nicht-BWLerin und Nicht-Informatikerin war es natürlich sehr spannend zu erfahren, was bei einer Versicherung im Innendienst passiert.

Alumni-Porträt Stephanie Haarmann von Bosch, Bildquelle: sxc.hu, User: clix

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