Alumni-Porträt: Markus Stengel, Deutsche Bank
Immer schön vielseitig bleiben
Alumnus Markus Stengel (30) ist seit März 2007 Trainee bei der Deutschen Bank. Er studierte Informatik (Diplom) mit Nebenfach Medienwissenschaft und machte einen Bachelor in Japanologie in Tübingen und Japan. So vielseitig wie seine Studienfächer ist auch sein Werdegang bei der Deutschen Bank: Als Trainee in Group Technology & Operations war er schon tätig in der Investment Banking IT und im Chief Operating Office. Aktuell gastiert er bei Personal & Corporate Banking IT & Operations. Bei diesem Lebenslauf kann man fast erraten, was der Alumnus den e-fellows für ihren Werdegang empfiehlt.
Warum haben Sie sich für die Deutsche Bank entschieden?
Mein Ziel war, in einem global agierenden und innovativen Unternehmen zu arbeiten. Besonders der Finanzsektor ist sehr wettbewerbsorientiert, was eine Innovationskultur begünstigt. Allerdings wollte ich mich nicht gleich auf eine bestimmte Position festlegen, sondern mir zuerst verschiedene Bereiche ansehen. Ich bin durch eine Job-Messe auf die Deutsche Bank aufmerksam geworden. Zuvor hatte ich mich eher auf klassische Software-Unternehmen konzentriert. Meine anschließende Teilnahme am Graduate Panel und an einer weiteren Recruiting-Veranstaltung festigten mein Interesse, und den Ausschlag gab dann das Trainee-Programm.
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Wie lief das Bewerbungsverfahren ab?
Auf der Recruiting-Veranstaltung wurde ich zu einem eintägigen Workshop eingeladen. Er beinhaltete Gruppenarbeit, Analysen, Fallstudien und Präsentationen. Anschließend konnte man sich in kleiner Runde mit Managern und Experten verschiedener Fachgebiete austauschen. Dann ging alles sehr schnell: Nach etwa einer Woche Bedenkzeit bekundete ich mein Interesse an dem Programm. Bereits eine Woche später hatte ich einen Vorstellungstermin bei einer Abteilung, die an mir interessiert war. Das Gespräch verlief sehr gut, und schon am nächsten Tag hatte ich meine Zusage.
Was war die erste Überraschung in Ihrem Job?
Die erfreuliche Vielfalt an Leuten, die mir begegnen: Chemiker, Mathematiker, Betriebswirte, Physiker, Kaufleute, Berater... Ich hatte mit mehr Betriebswirten und Bankkaufleuten gerechnet.
Welche Stärken - vielleicht sogar auch Schwächen, die es zu überwinden galt - haben Sie an sich entdeckt?
Ursprünglich dachte ich, dass meine geringen Kenntnisse im Finanz- und Bankenwesen sich als problematisch erweisen würden. Stattdessen war diese Tatsache eher ein Vorteil: Ich war gedanklich nicht auf bestimmte Modelle und Prozesse vorgeprägt. So konnte ich kritische und unerwartete Fragen stellen und alternative Lösungen bieten. Da ich mich aber natürlich in die Materie einarbeiten musste, war Aufwand erforderlich, den ich nach einem Wirtschaftstudium nicht hätte leisten müssen.
Wie gestalten sich Ihr Arbeitsalltag und die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen?
Je nach Abteilung habe ich zwischen 8.30 und 10 Uhr angefangen und üblicherweise nach ungefähr achteinhalb Stunden Schluss gemacht. Ab und zu wurde es auch länger, doch dank Gleitzeit und aufgrund von betrieblichen Vorgaben ist die maximale Arbeitszeit beschränkt. Das hilft, eine gute Work-Life-Balance zu erhalten. Außerdem ließen mich meine Vorgesetzten stets selbstständig arbeiten, so dass ich mir die Zeit fast immer frei einteilen konnte.
Was würden Sie als Ihren größten beruflichen Erfolg bisher bezeichnen?
In meiner zweiten Rotation gelang es uns in einem kleinen Team von nur drei Leuten, ein globales Web-2.0-Projekt zu konzipieren, kostenneutral zu implementieren und auszurollen. Dabei mussten wir nicht nur technische, sondern vor allem auch rechtliche und administrative Probleme lösen. Das ist uns gelungen und brachte uns die Aufmerksamkeit und das Lob des Top-Managements ein.
Und Ihr größter Fauxpas? Welche Erkenntnis zogen Sie daraus?
Ich kann glücklicherweise sagen, dass bisher noch keine Arbeiten oder Projekte schiefgegangen sind. Allerdings hätten manche Verhandlungen mit Projektpartnern ungünstiger verlaufen können, wenn nicht meine Vorgesetzten potenziell missverständliche Aussagen rechtzeitig klargestellt hätten. Die so gewonnene Erfahrung hilft mir jedoch dabei, solche Situationen künftig zu vermeiden.
Wie hat sich Ihr Privatleben verändert und worin finden Sie den Ausgleich zum Job?
Insbesondere was Freizeitmöglichkeiten angeht, bietet Frankfurt erheblich mehr Möglichkeiten als Tübingen, wo ich vorher studiert habe. Außerdem wohne ich jetzt in der Nähe meiner Verwandten und kann sie öfter besuchen. Ausgleich finde ich vor allem beim Sport und bei gemeinsamen Unternehmungen mit Freunden.
Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissen auf Ihr Studium zurückblicken: Gibt es etwas, das Sie anders machen oder worauf Sie besonders achten würden?
Nein, ich bereue keine meiner Entscheidungen und würde wieder dieselben Schwerpunkte wählen.
Haben Sie so etwas wie ein Tagesmotto oder einen Tipp, den Sie den e-fellows mit auf den Weg geben möchten?
Studiert, was euch Spaß macht, und nicht das Fach, von dem ihr euch die größte Chance bei einer Firma oder das höchste Einkommen versprecht. Die Anforderungen ändern sich ständig, doch Vielseitigkeit und Einsatz zahlen sich stets und überall aus. Und gerade Letzteres kommt von selbst, wenn einem die Thematik wirklich liegt.
